Wohnwagen- und Wohnmobilversicherung

Autor: FinanceScout24 - Zuletzt aktualisiert am 05.12.2016

Die Anschaffung dieser mobilen Unterkünfte ist meist mit einer Investition von mehreren 10.000 Euro verbunden. Demnach sind Verbraucher gut beraten, wenn sie ihr Wohnmobil mit einer passenden Versicherung absichern.

Reisen im Wohnmobil ist komfortabel und praktisch zugleich. Denn schließlich werden die bequeme Schlafstätte und ein Dach über dem Kopf mit in den Urlaub genommen. Zugleich sind Reisende flexibel, wenn es um den nächsten Standort geht. Wenn aktuellen Zahlen des Caravaning Industrie Verband e.V. gefolgt wird, liegen Caravans und Reisemobile in den letzten Jahren voll im Trend.

So stiegen allein die Neuerwerbszahlen seit 2013 kontinuierlich an. Allein 2015 wurden über 50.000 Wohnmobile gekauft.

Für wen ist eine Wohnmobilversicherung sinnvoll?

Eine umfassende Wohnmobilversicherung ist vor allem für all diejenigen sinnvoll, die sich ein neues Reisegefährt zugelegt haben. Selbstverständlich ist auch für Caravans und Reisemobile eine Kfz-Haftpflicht gesetzlich vorgeschrieben. Doch darüber hinaus sollten Sie als Wohnmobilbesitzer dringend über eine Teil- oder Vollkaskoversicherung nachdenken. Diese Wohnmobilversicherungen decken nämlich auch Schäden am Inventar, Schäden durch Diebstahl, Vandalismus oder durch andere Fahrer verursachte Beschädigungen ab. In diesem Beitrag erfahren Sie mehr über die Wohnmobilversicherung und ihre Besonderheiten.

Kosten und Spartipps

Wie teuer eine Wohnmobilversicherung wird, lässt sich nicht pauschal sagen, da viele Faktoren den Preis der Police beeinflussen. Die günstigste Variante ist die obligatorische Haftpflichtversicherung. Wer den Versicherungsschutz erweitert, kann die Kosten für die Versicherung deutlich erhöhen. Somit kann der Preis für die jährliche Absicherung zwischen 200 und 1.000 Euro liegen.

Wichtige Faktoren für die Prämienberechnung

Bei Wohnmobilen spielen ähnliche Faktoren eine Rolle für die Versicherungskosten wie bei PKW.

  • Gesamtneuwert / Kaufpreis
    Um die Versicherungsprämie zu bestimmen, müssen Sie immer den Neuwert oder den Kaufpreis des Wohnmobils angeben. Berücksichtigen Sie dabei auch das fest eingebaute Mobiliar. Damit unterscheidet sich diese Angabe zu den Angaben bei einem PKW.
  • Baujahr
    Das Alter des Wohnmobils wird bei der Berechnung der Prämie ebenfalls berücksichtigt.
  • Art des Aufbaus
    Um welche Art von Wohnmobil handelt es sich? Diese Frage müssen Sie in der Regel für den Versicherungsantrag beantworten.
  • Alter und Anzahl der Fahrer
    Das Alter der Fahrer ist wichtig, damit die Versicherung den Fahrstil und die Erfahrung abschätzen kann. Ebenso beeinflusst die Zahl der Fahrer den Preis.
  • Höhe der Selbstbeteiligung
    Die Selbstbeteiligung ist ein wichtiger Faktor, der den Preis entscheidend beeinflusst. Je höher sie gewählt wird, desto niedriger wird die Prämie.
  • Teilkasko und Vollkasko
    Wer den Versicherungsschutz über die Haftpflicht hinaus erweitern möchte, muss bei der Wohnmobilversicherung deutlich tiefer in die Tasche greifen. Dafür sind Sie im Schadensfall besser abgesichert.
  • Unfall- oder schadenfreie Jahre
    Selbstverständlich bewerten Versicherungen, wie viele Unfälle oder Schäden ein Autofahrer im Vorfeld hatte. Die Schadenfreiheitsklasse hat somit Einfluss auf die Versicherungskosten für das Wohnmobil.

Darüber hinaus können noch weitere Aspekte den Preis beeinflussen, zum Beispiel, ob das Wohnmobil an einem festen Stellplatz abgestellt wird oder ob das Gefährt nur wenige Monate im Jahr angemeldet wird.

Spartipps für die Wohnmobilversicherung

  1. Wohnmobilversicherungsvergleich: Wie bei allen Versicherung gilt auch bei der Wohnmobilversicherung, dass ohne Vergleich ein Vertrag abgeschlossen werden sollte. Es gibt in Deutschland viele verschiedene Anbieter für Wohnmobilversicherungen, deren Tarife und Leistungen Sie auf jeden Fall vergleichen sollten.
  2. Rabatte: Prüfen Sie, ob Ihre gewünschte Versicherung Rabatte für bestimmte Berufsgruppen gibt. So bieten manche Versicherer zum Beispiel Rabatte für Beamte oder Angestellte im Öffentlichen Dienst an. Ebenso gibt es Rabattmöglichkeiten, wenn Sie bereits eine Kfz-Versicherung bei dem gleichen Anbieter nutzen.
  3. Tarifvergünstigungen für bestimmte Konstruktionen: Nutzen Sie ein Wohnmobil, dessen Außenwand aus glasfaserverstärkten Kunststoffen besteht (GFK), können Sie bei vielen Versicherern Vergünstigungen nutzen. Denn diese Materialien sind weitaus robuster bei Hagel als zum Beispiel Aluminium.
  4. Saisonkennzeichen: Melden Sie Ihr Wohnmobil nur so lange an, wie Sie es tatsächlich nutzen. Dadurch sparen Sie nicht nur Kfz-Steuer, sondern auch einige Euro bei Ihrem Versicherungstarif.
  5. Stellplatz: Wenn es einen geschützten Winterstellplatz gibt, können Sie ebenfalls günstigere Tarife nutzen.

Achtung:Versicherungsschutz von Nöten

Ohne Versicherungsschutz dürfen Sie Ihr Wohnmobil nicht im Straßenverkehr bewegen. Sie begehen sonst eine Straftat.

Unterschiede zur Autoversicherung

Eine Wohnmobilversicherung ist eine spezielle Form der Kfz-Versicherung. Sie unterscheidet sich jedoch in einigen Punkten von der Autoversicherung:

  • Schadenhöhe: Ist ein Wohnmobil in einen Unfall involviert, ist der Schaden in der Regel deutlich höher als bei einem Auto. Neben Glasschäden am Mobil kann auch das Inventar beschädigt werden. Außerdem sind die Schäden an anderen Fahrzeugen vermutlich höher, da das Wohnmobil ein deutlich größeres Eigengewicht mitbringt und die Aufprallwucht höher ist.
  • Wohnmobil als Zweitwagen: Das Wohnmobil wird üblicherweise nur für den Urlaub genutzt. Deshalb handelt es sich bei der Wohnmobilversicherung um die Absicherung eines Zweitwagens.
  • Verwendungszweck: Während der PKW im Alltag zum Einkaufen oder für verschiedene Fahrten genutzt wird, bleibt das Wohnmobil für Urlaubsfahrten reserviert.
  • Weniger Auffahrunfälle: Wohnmobile verursachen statistisch gesehen weniger Auffahrunfälle. Diese Tatsache wird in der Regel mit der geringeren Höchstgeschwindigkeit begründet.
  • Stellplatz: PKW werden auf der Straße abgestellt, wenn keine Garage oder Carport vorhanden ist. Wohnmobile hingegen haben meist einen eigenen, geschützten Stellplatz.
  • Fahrstil: Wohnmobilfahrer gelten in der Regel als umsichtige Fahrer. Bedingt durch das hohe Gewicht und die kleine Motorisierung ist rasen mit dem Mobil auch gar nicht möglich.

Gut zu wissen:Weniger Schadensfreiheitsklassen bei Wohnmobilen

Wer eine Wohnmobilversicherung abschließt, kann in der Regel abhängig von der Versicherung nur von zehn bis 20 Schadensfreiheitsklassen profitieren. Die Abstufungen in der PKW-Versicherung sind deutlich kleinschrittiger. Hier gibt es gleich 39 Klassen. Darüber hinaus erfolgt bei Wohnmobilen keine Einteilung in Typklassen oder Regionalklassen.

Eigenes Wohnmobil: Welche Versicherungsleistung ist wann sinnvoll?

Bei der Wohnmobilversicherung stehen Verbrauchern verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Gesetzlich vorgeschrieben ist lediglich die Haftpflichtversicherung.

Wohnmobil-Haftpflichtversicherung

Die Haftpflichtversicherung deckt alle Personen-, Sach- und Vermögensschäden ab, die Sie mit Ihrem Wohnmobil Dritten zufügen. Üblicherweise liegt die Versicherungssumme bei allen Anbietern bei 100 Millionen Euro. Die Deckungssummen variieren jedoch bei Personenschäden. Hier werden je nach Assekuranz zwischen acht und 15 Millionen Euro pro geschädigte Person gezahlt.

Teilkasko

Mit der Teilkaskoversicherung werden Schäden durch Diebstahl, Brand, Explosionen oder Kurzschlüsse abgesichert. Darüber hinaus können auch Glasschäden gedeckt sein. Die Leistungen der Teilkasko unterscheiden sich vor allem bei Elementarschäden sowie bei Kollisionen mit Tieren. Darüber hinaus gelten je nach Versicherer unterschiedliche Konditionen bei Marderbissen. Versicherungsnehmer sollten auf jeden Fall die Details der Teilkasko prüfen und einzelne Anbieter miteinander vergleichen.

Vollkasko

Mit einer Vollkaskoversicherung übernimmt die Versicherung auch selbstverschuldete Schäden. Ebenso sind Schäden durch Vandalismus im Schutz enthalten.

Miet-Wohnmobil: Was muss ich bei der Kfz-Versicherung beachten?

Die Versicherungsleistungen der Wohnmobilversicherung sollten Sie unbedingt vor Vertragsabschluss vergleichen.

  1. Haftpflicht: Da die meisten Wohnmobilurlaube ins Ausland gehen, sollte in der Haftpflicht auch eine Mallorca-Police enthalten sein. Damit gilt der Haftpflichtversicherungsschutz auch für Mietwagen im EU-Ausland und je nach Versicherer auch weltweit.
  2. Vollkasko: Wenn Sie mit Ihrem Wohnmobil Fähren nutzen wollen, sollten Sie den Versicherungsschutz in Bezug auf Fähren kontrollieren.
  3. Selbstbeteiligung: Wägen Sie ab, welche Selbstbeteiligung für Sie Sinn ergibt. Eine hohe Selbstbeteiligung spart zwar Kosten bei der Police. Im Schadensfall müssen Sie dafür tiefer in die eigene Tasche greifen.

Weitere Versicherungsoptionen

Wie für einen PKW lassen sich auch für das Wohnmobil-Zusatzversicherungen abschließen.

Schutzbrief Der Schutzbrief hilft im Pannenfall weiter. So kann die Versicherung dafür sorgen, dass Sie sicher nach Hause kommen und Ihr Wohnmobil zur nächsten Werkstatt geschleppt wird. Meist ist ein Schutzbrief eine günstige Ergänzung zu einer bestehenden Versicherung. Sie können aber auch prüfen, ob Automobilclubs einen Schutzbrief für Wohnmobile anbieten.
Ausland-Schadenschutzversicherung Diese Erweiterung des Versicherungsschutzes bietet Ihnen eine Absicherung bei Unfällen. Jeder Unfall im Ausland wird dann nach den Regeln der deutschen Kfz-Versicherung abgewickelt. Beachten Sie dabei, dass diese Zusatzversicherung nicht in allen Ländern gültig ist.

Dass es in Wohnmobilen und Caravans einiges zu holen gibt, hat sich bei Europas Langfingern herumgesprochen. Dennoch sind viele Urlauber nur unzureichend versichert. Die Teilkasko deckt nämlich nur fest eingebaute Zubehörteile. Auch die Außenversicherung der Hausrat-Police kommt für das bewegliche Inventar im Wohnmobil oder Wohnwagen nur bedingt auf. Vor der Abreise lohnt ein Blick ins Kleingedruckte.

Viele Verträge schreiben beispielsweise vor, dass der Hausrat nachts (22.00 bis 6:00 Uhr) in einem verschlossenen Gebäude verwahrt wird. Ein im Freien geparktes Wohnmobil gilt nicht als Wohnung oder Gebäude. Eine spezielle Camping- oder Inventarversicherung sichert dagegen den Inhalt des Wohnmobils, beispielsweise Fernseher, DVD-Player, Kamera, Sportausrüstung oder Kleidung, zuverlässig ab.

Camping-Versicherung

Eine Camping-Versicherung ist eine besondere Form der Wohnmobilversicherung. Der Versicherungsschutz umfasst nicht nur Schäden am Wohnmobil selbst, sondern deckt auch Schäden an Vorzelt oder Inventar. Damit geht die Leistung der Versicherung über den Schutz einer herkömmlichen Kaskoversicherung hinaus.

Man könnte die Camping-Versicherung als eine Kombination aus Hausratversicherung für Wohnmobile mit einer Kfz-Versicherung für Wohnmobile bezeichnen.

Geeignet ist eine Camping-Versicherung für Dauercamper mit Wohnwagen oder transportablen Wohneinheiten (Mobile Home).

Wohnmobilversicherung Kündigung: Form & Fristen

Ihre Wohnmobilversicherung können Sie wie jede Kfz-Versicherung fristgerecht zum Ende des Versicherungsjahres kündigen. Hierbei gilt es, eine Frist von einem Monat einzuhalten. Wenn der Versicherungsvertrag also bis zum 30. November gilt, muss die Kündigung spätestens am 31. Oktober bei Ihrem Versicherer eingetroffen sein.

Tipp:Versand per Einschreiben

Schicken Sie Ihr Kündigungsschreiben am besten per Einschreiben an die Versicherung. So haben Sie einen Nachweis darüber, dass Sie die Kündigung tatsächlich und fristgemäß verschickt haben.

Weitere Kündigungsgründe

Sie können Ihre Wohnmobilversicherung auch außerordentlich kündigen, wenn Sie einen Unfall oder einen Schaden hatten, der von Ihrer Assekuranz reguliert wurde. Darüber hinaus haben Sie das Recht zu kündigen, wenn die Versicherung die Beiträge erhöht, ohne dafür eine Leistungserweiterung zu bieten.

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