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Leiharbeit: Mehr Schutz für Arbeitnehmer geplant

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 16.05.2016

Neue gesetzliche Regelungen zur Leiharbeit sollen künftig bessere Bedingungen für betroffene Zeitarbeiter schaffen. Davon sind vor allem die Bereiche Bezahlung und Überlassungsdauer betroffen. Außerdem sollen Leiharbeiter in Zukunft nicht mehr als Streikbrecher eingesetzt werden können.

Der Koalitionsausschuss hat sich auf klare gesetzliche Vorgaben zum Thema Leiharbeit geeinigt. Für die rund eine Million Leiharbeiter in Deutschland bedeuten die neuen Regelungen mehr Schutz und eine stärkere Annäherung an die Rechte von Arbeitnehmern in regulären Arbeitsverhältnissen, zum Beispiel bezüglich der Bezahlung.

Höchstüberlassungsdauer und gleiche Bezahlung für Leiharbeit

Künftig sollen Leiharbeiter nur noch für maximal 18 Monate in einem Unternehmen bleiben dürfen. Danach muss der Betrieb sie entweder fest übernehmen oder sie müssen das Unternehmen verlassen. Gewerkschaften und Arbeitnehmer dürfen sich allerdings auch anderweitig einigen und in Tarifverträgen abweichende Fristen festlegen. Dort können sie auch vereinbaren, dass Einsatzdauer und Übernahme von Leiharbeitern in einer Betriebsvereinbarung geregelt werden kann

 Außerdem soll die Bezahlung für Leiharbeit nach neun Monaten im selben Betrieb an die der regulären Mitarbeiter angepasst werden. Eine Ausnahme gilt allerdings, wenn das Unternehmen bereits vor Ablauf dieser Frist die Löhne seiner Leiharbeiter erhöht hat. Dann muss erst nach fünfzehn Monaten dasselbe Lohnniveau für Stamm- und Leiharbeiter auf vergleichbarer Position gegeben sein. Somit können zahlreiche über Leiharbeit Beschäftigte mit höheren Eingängen auf ihrem Girokonto rechnen, wenn das Gesetz in Kraft tritt. Allerdings beginnt die Frist von neun Monaten erst mit Inkrafttreten des Gesetzes zu laufen. Bereits zuvor gearbeitete Monate werden nicht berücksichtigt.

Keine Leiharbeiter als Streikbrecher

Eine weitere wichtige Neuerung, die die Leiharbeit-Reform mit sich bringt: Leiharbeiter dürfen künftig nicht mehr als Streikbrecher eingesetzt werden. Das war im Streik bei der Deutschen Post geschehen und sorgte für Empörung bei der Gewerkschaft. In Zukunft sollen Leiharbeiter keine Aufgaben mehr übernehmen müssen, die sonst von Streikenden ausgeführt werden. Ein genereller Einsatz in bestreikten Unternehmen wird ihnen aber auch durch das neue Gesetz nicht verboten.

Quelle: Spiegel Online

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