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Restschuldversicherung: Zahlungsausfall absichern

Autor: FinanceScout24 - Zuletzt aktualisiert am 06.10.2015

Wer einen Kredit aufnimmt, sollte auch den Ernstfall bedenken. Restschuldversicherungen übernehmen die Raten, wenn der Kreditnehmer stirbt oder arbeitsunfähig wird. Doch Kreditnehmer müssen die Angebote genau prüfen. Für kleinere Darlehen lohnt sich die Police häufig nicht, da sie den Kredit insgesamt verteuert.

Bei größeren Krediten oder Baufinanzierungen hingegen ist es sinnvoll, sich und seine Angehörigen mit einer Restkreditversicherung abzusichern. Hier handelt es sich häufig um Darlehen mit hohen Kreditsummen und langen Laufzeiten. Lange Laufzeiten wiederum erhöhen das Risiko, von einem Wechselfall des Lebens getroffen zu werden. Alles was Sie noch zur Restschuldversicherung wissen sollten, erfahren Sie hier.

Was ist eine Restschuldversicherung?

Werden Kreditnehmer von Arbeitslosigkeit oder Krankheit überrascht, kann es schnell passieren, dass sie für einen längeren Zeitraum nicht in der Lage sind, die monatlichen Kreditraten zu tilgen. Auch ein Todesfall kann Hinterbliebene vor große finanzielle Herausforderungen stellen: Ein laufender Kredit kann häufig nur schwer oder gar nicht weiter bedient werden.

Gut beraten ist dann der, der eine Restschuldversicherung (auch Restkreditversicherung genannt) abgeschlossen hat. Diese besondere Form der Risikolebensversicherung übernimmt die Tilgung der verbleibenden Restschuld bei Baufinanzierungen und Krediten. Eine Restschuldversicherung dient dem Kreditgeber als zusätzliche Kreditsicherheit – und kann auch dem pflichtbewussten Kreditnehmer das gute Gefühl vermitteln, sich und seine Hinterbliebenen für den Ernstfall gut abgesichert zu wissen.

Versicherung gegen Tod, Krankheit, Arbeitsunfähigkeit und Arbeitslosigkeit

Wird ein Darlehen aufgenommen, stehen im Vorfeld viele wichtige Überlegungen an. Vor allem die Frage „Passen die Raten zu meiner individuellen finanziellen Situation?“ ist wichtig. Viele Kreditgeber bieten außerdem die Möglichkeit einer Ratenpause an. Doch was, wenn sich im Leben grundlegende Dinge verändern, die es schlicht unmöglich machen, die restlichen Raten vertragsgemäß zu tilgen?

Bei Kreditvergabe kann auf die Person des Kreditnehmers eine Restschuldversicherung abgeschlossen werden. Diese Police versichert den Schuldner auf eigene Kosten während der gesamten Kreditlaufzeit gegen Tod, Krankheit und Arbeitsunfähigkeit oder unverschuldete Arbeitslosigkeit. Die Prämie wird dabei meist bei Abschluss des Darlehensvertrags bezahlt. Tritt aus den genannten Gründen eine Zahlungsunfähigkeit ein, werden die fälligen Raten – also die noch ausstehende Restschuld – durch die Versicherungsleistung getilgt.

Restschuldversicherungen: Leistungsumfang macht den Unterschied

Es wird zwischen verschiedenen Arten der Restschuldversicherung differenziert, die sich sowohl im Preis als auch in der Leistung voneinander unterscheiden. Einige Policen versichern beispielsweise nur den Todesfall, während andere auch im Fall einer Arbeitslosigkeit greifen. Grundsätzlich wird zwischen drei Leistungsarten der Restkreditversicherung unterschieden:

  1. Mindestabsicherung: Im Todesfall wird die Tilgung des Restkredits vom Versicherer übernommen, um die Hinterbliebenen finanziell zu entlasten.
  2. Kombi-Absicherung: Im Todesfall und bei Arbeitsunfähigkeit durch eine Krankheit oder einen Unfall übernimmt der Versicherer die Restschuld. Wichtig zu wissen: Bei vorübergehender Arbeitsunfähigkeit werden nur die monatlichen Kreditzahlungen aus dem entsprechenden Zeitraum übernommen.
  3. Komplett-Absicherung: Sowohl im Todesfall als auch bei Arbeitsunfähigkeit und Arbeitslosigkeit springt die Police ein, um die verbliebene Restschuld aufzufangen beziehungsweise vorübergehend den Kredit weiter zu tilgen.

So einfach geht´s

Kredit mit und ohne Restschuldversicherung

Konditionen vergleichen und Wunschkredit auswählen.

Daten eingeben. Unverbindliches Kreditangebot erhalten (schufaneutral).

Unterlagen unterschreiben und an die Bank senden (Postident-Verfahren).

Bank prüft die Kreditunterlagen. Kreditauszahlung.

Zwei Tarifoptionen bei Restschuldversicherungen

Doch nicht nur anhand des Leistungsumfangs können Restschuld-Policen unterteilt werden: Grundsätzlich gibt es zwei verschiedene Tarifoptionen hinsichtlich der Versicherungssumme.

Restschuldversicherung mit annuitätisch fallender Versicherungssumme

Kreditnehmer können sich beispielsweise für eine Variante mit einer annuitätisch fallenden Versicherungssumme entscheiden. Dabei verringert sich die Versicherungssumme pro Jahr um einen bestimmten Betrag, der bei Versicherungsabschluss beispielsweise in einem Tilgungsplan festgelegt wird. Bei dieser Art der Restschuldversicherung fällt die Versicherungssumme also in demselben Maße, wie der Kredit getilgt wird. Dies gibt dem Versicherungsnehmer die Sicherheit, dass die Restschuld des Kredits im Versicherungsfall durch die fällig werdende Versicherungssumme abgedeckt ist.

Restschuldversicherung mit linear fallender Versicherungssumme

Die zweite Variante sieht eine Versicherungssumme vor, die jedes Jahr um einen gleichbleibenden Betrag sinkt – die Summe sinkt also linear. Dieser Tarif ist nicht an den Kredit gebunden. Kreditnehmer sollten darauf achten, dass die Versicherungssumme nicht schneller als der noch zu begleichende Kreditbetrag fällt und so eine Unterversicherung entsteht.

Kosten für Restschuldversicherung

Je nach Anbieter können die Kosten für eine Restschuldversicherung unterschiedlich hoch sein. Ein Kriterium bei der Höhe der Prämie spielt unter anderem auch das Alter des Kreditnehmers: Ältere Schuldner müssen die Restkreditversicherung häufig teurer bezahlen als jüngere Kreditnehmer – immerhin steigt mit dem Alter auch das Risiko, dass der Versicherungsfall tatsächlich eintritt.

Vor Versicherungsabschluss: Fallstricke beachten

Ehe Sie eine Restschuldversicherung abschließen, sollten Sie auf einige Dinge achten. Überlegen Sie zu allererst, ob der Abschluss einer Restkreditversicherung sinnvoll ist und wenn ja, welche Variante für Sie die richtige ist. Wenn Sie etwa eine Risikolebensversicherung in ausreichender Höhe haben, benötigen Sie keine zusätzliche Restschuldversicherung, die den Kredit gegen den Todesfall absichert.

Ähnliches gilt für Versicherungsnehmer, die über eine Berufsunfähigkeitsversicherung oder eine Unfallversicherung verfügen und über eine Restschuldversicherung gegen Arbeitsunfähigkeit nachdenken. Ohnehin sollten Sie genau durchrechnen, ob sich im Falle eines Kleinkredits eine Restschuld-Police lohnt. Haben Sie hingegen eine Baufinanzierung in Anspruch genommen, ist der Abschluss einer Restschuldversicherung in vielen Fällen empfehlenswert.

Die drei häufigsten Fallstricke im Überblick

Nach Ansicht der Verbraucherzentralen in Deutschland birgt eine Restschuldversicherung einige Fallstricke. Hier finden Sie eine Übersicht der häufigsten Stolpersteine und Tipps, wie Sie diese umgehen.

  1. Aufmerksam sein
    Studieren Sie in jedem Fall die Versicherungsbedingungen genau, ehe Sie den entsprechenden Vertrag unterschreiben. Nur so können Sie sicher sein, Ihre Zahlungsverpflichtungen gegen die Wechselfälle des täglichen Lebens abgesichert zu wissen, die für Sie wichtig sind. Achten Sie auch auf einschränkende Klauseln in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen, um auf der sicheren Seite zu stehen. So vermeiden Sie beispielsweise zu übersehen, dass der Schutz bei einer bestimmten Vorerkrankung von vornherein ausgeschlossen ist. „Wenn man sich zum Abschluss einer Restschuldversicherung entschließt, sollte man die Bedingungen genau studieren“, empfiehlt etwa Arno Gottschalk, Finanzexperte bei der Verbraucherzentrale Bremen.
  2. Achtung vor der Kostenfalle
    Häufig wird die Versicherungsprämie in Form eines Einmalbetrags bei Kreditvertragsabschluss fällig und zu der vereinbarten Kreditsumme addiert. Dies kann den Kredit um einiges verteuern, da eine höhere Summe verzinst und getilgt werden muss. Verbraucherzentralen-Experte Gottschalk weiß von einem Fall zu berichten, bei dem ein Kredit in Höhe von 41.000 Euro mit einer Restschuldversicherungssumme von 19.000 Euro abgesichert werden sollte – nach Ablauf der zehnjährigen Laufzeit hatte die Police den Kredit um 31.000 Euro verteuert. „Solche Summen stehen absolut nicht mehr im Verhältnis. Die Kunden wollen die Nichtbedienbarkeit des Kredits absichern, haben aber dadurch so hohe Kosten, dass die Zahlungsunfähigkeit bedroht ist.“ Als Faustregel gilt, dass die Kosten für eine Restschuldversicherung nicht mehr als zehn Prozent der Kreditsumme betragen sollten.
  3. Keine Pflicht
    Sie sollten wissen, dass es keine gesetzliche Pflicht gibt, bei der Aufnahme eines Darlehens eine Restschuldversicherung abzuschließen – der Abschluss einer solchen Police erfolgt grundsätzlich auf freiwilliger Grundlage. Allerdings steht es den Kreditgebern frei, die Darlehensauszahlung an den Nachweis einer Restkreditversicherung zu knüpfen. „Wenn die Bank auf Abschluss einer Restschuldversicherung gegen Einmalprämie besteht, ist sie verpflichtet, die Kosten im Effektivzins auszuweisen“, so Verbraucherschützer Gottschalk. Wenn Kunden nachweisen können, dass die Bank dieser Pflicht nicht nachgekommen ist, haben sie einen Anspruch auf Anpassung der tatsächlich gezahlten Zinsen an die ausgewiesenen Effektivzinsen.

Gut zu wissen:Versicherer darf nicht vorgeschrieben werden

Besteht Ihr Kreditgeber auf den Abschluss einer Restkreditversicherung, können Sie die Police frei wählen – die Bank darf Ihnen keinen bestimmten Versicherer vorschreiben.

Abschluss einer Restschuldversicherung

Ihr Entschluss steht: Sie möchten eine Restschuldversicherung abschließen. Der Abschluss einer solchen Police ist nur in Verbindung mit einem Kreditvertrag möglich. Hier finden Sie eine Übersicht der wichtigsten Punkte, die Sie zum Abschluss einer Restkreditversicherung wissen sollten:

  • In der Regel wird die Restkreditversicherung bei Unterzeichnung des Darlehensvertrags abgeschlossen – ein nachträglicher Abschluss ist nicht möglich.
  • Der Versicherungsschutz beginnt frühestens mit der Auszahlung der vereinbarten Kreditsumme oder aber einen Monat, ehe Sie die erste Rückzahlungsrate leisten müssen. Manche Anbieter haben jedoch spezielle Regelungen zum Beginn des Versicherungsschutzes in den Vertragsbedingungen festgeschrieben: So können etwa die ersten drei Monate aus dem Leistungskatalog ausgenommen sein oder im Fall von Arbeitslosigkeit nur die ersten zwölf Monate abgedeckt sein. Werfen Sie daher einen genauen Blick in die AGB, ehe Sie den Vertrag unterzeichnen.
  • Meist bieten Kreditgeber die Police direkt mit an: Sie müssen die Versicherung zur Absicherung Ihres Darlehens jedoch nicht unbedingt bei der Bank oder der Vermittlungsgesellschaft abschließen, die Ihnen den Kredit gewährt. „Die Bank lässt Ihnen in der Regel freie Wahl, ob Sie zusammen mit dem Kreditvertrag eine Restschuldversicherung abschließen wollen oder nicht“, heißt es etwa in den Erläuterungen der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen (BaFin).

Tipp:Vergleichen Sie verschiedene Angebote

Lassen Sie sich ein Angebot geben und vergleichen Sie dieses mit anderen Tarifen, um die Restkreditversicherung zu finden, die am besten zu Ihnen passt.

  • Die Beitragszahlung erfolgt gewöhnlich in einem Einmalbetrag, der über die Dauer des Darlehensvertrags mitfinanziert wird – der Restschuldversicherungsbeitrag ist also in den monatlichen Tilgungsraten enthalten. Doch: „Die Kosten für eine freiwillige Restschuldversicherung müssen nicht in den effektiven Jahreszins eingerechnet werden“, informiert die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen (BaFin). Dennoch sollten Versicherungsnehmer sich bewusst sein, dass es sich so oder so um Zusatzkosten handelt, die im Zusammenhang mit der Kreditaufnahme entstehen und die zu begleichen sind.
  • Die Kosten für eine Restschuldversicherung können sich von Anbieter zu Anbieter unterscheiden. Ihre Höhe ist zudem abhängig von der Kreditsumme, häufig liegen sie zwischen 500 und 950 Euro. Die Stiftung Warentest ist in einer Untersuchung zu dem Ergebnis gekommen, dass sich ein Anbietervergleich auszahlt: Ein Modellkunde, der ein Darlehen über 100.000 Euro absichern wollte, musste beim günstigsten Versicherer nur 772 Euro für den Versicherungsschutz zahlen – beim teuersten Anbieter hingegen 2.450 Euro. Die Warentester empfehlen, beim Vergleich der Angebote nicht nur auf den Versicherungsbetrag im ersten Jahr zu schauen. Hier lauere die Gefahr, dass dieser erheblich niedriger sei als in den folgenden Jahren. Da die Kosten für eine Restkreditversicherung in der Regel in einem Einmalbetrag fällig werden, lassen sich die Angebote relativ gut miteinander vergleichen. Entscheidend ist nämlich schlicht der Barwert: Je höher dieser ist, desto teurer die Police.
  • Der Zeitraum, für den eine Restkreditversicherung besteht, richtet sich üblicherweise nach der Laufzeit des abgeschlossenen Darlehensvertrags.
  • Machen Sie sich mit den Vertragsbedingungen vertraut. Welche Unterlagen und Nachweise müssen erbracht werden? Möchten Sie Ihr Darlehen etwa gegen Berufsunfähigkeit absichern, sollten Sie sicherstellen, dass nicht bereits bei Abschluss der Police eine Erkrankung vorlag, die zu einem späteren Zeitpunkt gegebenenfalls zu einer Berufsunfähigkeit führt.

Tipp:Holen Sie sich ein ärztliches Attest

Wollen Sie auf der sicheren Seite stehen, sollten Sie vor der Vertragsunterzeichnung möglicherweise ärztliche Atteste vorlegen.

  • Greift die Restschuldversicherung im Schadensfall und es werden Leistungen erbracht, erhalten Sie als Versicherungsnehmer ein Abrechnungsschreiben, aus dem Zeitraum und die Höhe der Leistung ersichtlich werden. Übrigens: Die Leistung wird direkt an die Kreditbank gezahlt und nicht etwa auf Ihr Girokonto überwiesen. Bei Abschluss einer Restkreditpolice wird in der Regel vertraglich vereinbart, dass Leistungen aus der Versicherung unwiderruflich an den Kreditgeber zu Gunsten Ihres Kreditkontos erbracht werden.
  • Lösen Sie Ihren Kredit vorzeitig ab, können Sie laut Verbraucherzentrale Thüringen in der Regel verlangen, dass der nicht verbrauchte Beitrag für die Restschuldversicherung erstattet wird. Immerhin bestehen keine finanziellen Risiken mehr, die durch die Police abzusichern sind – der Versicherungsfall kann nicht mehr eintreten. Bei einer vorzeitigen Kreditbeendigung entfalle also die Geschäftsgrundlage für die abgeschlossene Restkreditversicherung. Nach Ansicht der Verbraucherzentrale wäre der Versicherungsvertrag mit Datum der Darlehensrückzahlung entsprechend anzupassen und abzuwickeln. Machen Sie von Ihrem Sonderkündigungsrecht Gebrauch und kündigen Sie die Police per sofort.

Ist eine Restschuldversicherung sinnvoll?

Das Thema Restschuldversicherung ist nicht unstrittig: Die Police hat sowohl Vor- als auch Nachteile. Immer dann, wenn Sie einen Kredit aufnehmen, schwingt auch die Gefahr mit, dass Sie die vereinbarten Raten nicht mehr begleichen können – etwa weil unvorhergesehene Geschehnisse wie eine unverschuldete Arbeitslosigkeit oder eine unfallbedingte Berufsunfähigkeit Sie zahlungsunfähig machen.

Vor allem wenn Sie einen laufenden Baukredit haben, können Sie sich und Ihre Familie durch eine Restkreditversicherung schützen: Die Rückzahlung des Darlehens ist im Todesfall, bei Arbeitslosigkeit oder Arbeitsunfähigkeit sichergestellt.

Expertenmeinung von Prof. Dr. Steffen Sebastian

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Für und Wider einer Restschuldversicherung

Ein nicht von der Hand zu weisender Nachteil einer Restschuldversicherung ist der Kostenpunkt. Die Prämie kann den eigentlichen Kredit deutlich verteuern, der Schutz durch eine Restschuldversicherung kann aber durchaus sinnvoll sein – vor allem bei langfristigen Baufinanzierungen. Denn je länger ein Kredit läuft, desto größer ist die Gefahr, dass sich die finanzielle Situation des Kreditnehmers durch unvorhergesehene Ereignisse ändert.

Bei kleineren Krediten – etwa bis 20.000 Euro – sollten sich Verbraucher genau überlegen, ob sie die zusätzlichen Kosten auf sich nehmen oder diese Ausgaben lieber sparen wollen. Sie sollten sich als Kreditnehmer immer wieder vergegenwärtigen, dass die Restschuldversicherung auf den Kreditbetrag angerechnet wird und somit Zinssatz wie auch die Gesamtkosten für das Darlehen steigen.

Da eine Restschuld-Police in der Regel bei Abschluss eines Kreditvertrags abgeschlossen wird, sollten Sie sich bereits vor der Kreditaufnahme klar darüber werden, ob sich die Versicherung gegen Zahlungsunfähigkeit für Sie lohnt.

Alternativen zur Restschuldversicherung

Verfügen Sie über eine Kapitallebensversicherung oder eine Berufsunfähigkeitsversicherung, können diese Policen die Kreditrückzahlungen möglicherweise ebenso gut sicherstellen wie eine spezielle Restschuldversicherung.

Keine Restschuldversicherung, aber Kreditrückstände

Haben Sie keine Restschuldversicherung abgeschlossen, ist das Darlehen in der Regel günstiger für Sie. Tritt allerdings eine Zahlungsunfähigkeit ein oder kommt der Kreditnehmer zu Tode, kann dies weitreichende Folgen haben. Verstirbt beispielsweise ein Baukreditnehmer und die verbliebenen Raten können durch die Hinterbliebenen nicht geleistet werden, kann dies sogar dazu führen, dass die Familie ihr Haus verliert.

Geraten Sie mit Ihren Kreditraten in Rückstand, wird üblicherweise ein Mahnverfahren durch das Kreditinstitut eingeleitet. Sollte ein Kunde auch nach der dritten Mahnung nicht das Gespräch mit der Bank gesucht haben oder die ausstehenden Raten beglichen haben, kann der Kredit seitens der Bank gekündigt werden. Häufig folgt dann ein SCHUFA-Eintrag – und gegebenenfalls werden alle über die Pfändungsgrenze hinausgehenden Lohnzahlungen an die Bank abgeführt, bis das Darlehen inklusive Zinsen komplett beglichen ist.

Wenn eine Baufinanzierung nicht zurückgezahlt werden kann, kommt es im schlimmsten Fall zur Zwangsversteigerung der Immobilie.

Restschuldversicherung kündigen

Möchten Sie Ihre Restschuldversicherung kündigen, ist dies im Grunde kein Problem. Allerdings sollten Sie diesen Schritt zuvor gründlich abgewogen haben. Steht Ihr Entschluss, können Sie die Versicherung gewöhnlich jährlich zum Ende des Vertragsjahres mit einer Kündigungsfrist von einem Monat schriftlich kündigen. Werfen Sie am besten einen genauen Blick in den Vertrag, um die genauen Kündigungsbedingungen in Erfahrung zu bringen. Auch ein Widerruf ist innerhalb von 30 Tagen möglich.

Gut zu wissen:Sonderkündigungsrecht bei Sondertilgung

Lösen Sie den Kredit im Rahmen einer Sondertilgung ab, ist die Kündigung der Restschuldversicherung ganz einfach, da so ein sofortiges Sonderkündigungsrecht entsteht – immerhin ist der Versicherungszweck entfallen. Kündigen Sie Ihre Restschuldversicherung, verlangen Sie im Zuge dessen die Rückzahlung der anteiligen Prämien von Ihrer Versicherung.

Wurden das laufende Darlehen und die Restschuldversicherung gemeinsam abgeschlossen, sind diese meist fest miteinander gekoppelt. Diese Tatsache kann die Kündigung oder den Widerruf des Versicherungsvertrags unter Umständen erschweren.

Eine Möglichkeit, um die Police dennoch zu kündigen, bietet eine Umschuldung des Kredits ─ wobei jedoch meist eine Vorfälligkeitsgebühr berechnet wird. Allgemein gilt diese Option jedoch als wenig rentabel. Wollen Sie Ihren Kredit umschulden und Ihre bestehende Restschuld-Police kündigen, lohnt sich dies meist nur, wenn Sie ein sehr viel besseres Zinsangebot als Alternative eingeholt haben.

Tipp:Vertrag genau prüfen

Viele der vor Mitte 2010 geschlossenen Kreditverträge mit Restschuldversicherung enthalten unzureichende Widerrufsbelehrungen und können deshalb widerrufen werden. Überprüfen Sie, ob dies bei Ihrem Darlehensvertrag der Fall ist. Wenn ja, haben Sie Glück gehabt und können so Darlehensvertrag und Restkreditversicherung widerrufen, obwohl die entsprechende Frist längst abgelaufen ist – oder die Kreditsumme sogar schon getilgt wurde. Die Bank muss die Versicherungsprämien zumindest teilweise erstatten.

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