1. Was sind Zinsen?
Zinsen sind das Entgelt für die Überlassung eines Gutes, zum Beispiel Geld, über einen bestimmten Zeitraum. Der Empfangende, auch Schuldner, zahlt sie an den Überlassenden, auch Gläubiger. Geldinstitute vergüten ihren Kunden entweder die Einlagen eines Sparguthabens oder Wertpapieres mit Zinsen (Habenzins) oder kassieren Zinsen für die Bereitstellung eines Kredites (Sollzins).
Die Höhe des Zinssatzes hängt in beiden Fällen vor allem von Laufzeit und Geldmenge ab. Für Kunden sind hohe Habenzinsen, aber niedrige Sollzinsen am günstigsten.
Das Wort Zins bezeichnet eigentlich den Zinssatz innerhalb eines bestimmten Zeitraumes, z.B. eines Jahres. Der Zinssatz wird in Prozent angegeben. Bei Banken gibt es eine Reihe unterschiedlicher Zinssätze, die in etwa ihren Refinanzierungsbedarf wiedergeben bzw. die Kosten, die ihnen entstehen, wenn sie das Geld stattdessen von der Zentralbank aufnehmen. Zinsen bieten somit einen Anreiz, Geld zu verleihen und dem Wirtschaftskreislauf zuzuführen. Seit es Eigentum gibt, gibt es auch Zinsen, sie waren aber immer unterschiedlich starken Regelungen unterworfen.
2. Die verschiedenen Zinsen im Überblick
Leitzins
Unter Leitzins versteht man den von der zuständigen Zentralbank festgelegten Satz zur Steuerung des Geld- und Kapitalmarkts. Der Leitzins bestimmt, zu welchem Zinssatz sich Geschäftsbanken bei einer Zentral- oder Notenbank Zentralbankgeld beschaffen können. Damit nimmt er, wie sein Name sagt, großen Einfluss auf die Liquidität in dem jeweiligen Währungsraum.
Für Deutschland hat der Leitzins der europäischen Zentralbank (EZB) die größte Wirkungsmacht. In der Theorie wird die Wirtschaft gebremst, wenn der Leitzins steigt: die Banken leihen sich nur geringe Summen und vergeben auch weniger Darlehen an ihre Kunden. Senkt die Zentralbank den Zins, kurbelt sie – zumindest theoretisch – den Wirtschaftsfluss wieder an, riskiert aber eine höhere Inflation.
Habenzins
Habenzinsen bekommen Sie als Kunde von Ihrem Kreditinstitut für Ihre Einlagen. Dazu zählen etwa Spar- und Termineinlagen auf Tagesgeld-, Festgeld- und Girokonten oder Bausparverträge. Die Kreditinstitute beteiligen Sie damit an dem Gewinn, den sie zum Beispiel durch Verleihen des angelegten Geldes an Dritte machen. Meist gilt: je länger man sein Geld dem Kreditinstitut zur Verfügung stellt, desto höher ist der Habenzins. Aber auch bei kurzfristigen Anlagen, wie auf Tagesgeldkonten, lohnt sich ein Vergleich. Die Differenz zwischen Habenzins und Inflation bezeichnet man als Realzins.
Nominalzins oder Kreditzins
Wenn Sie einen Kredit aufnehmen, zahlen Sie Nominal- oder Kreditzinsen. Der Nominalzinssatz wird vor allem nach der ausbezahlten Darlehenssumme berechnet. Er richtet sich nach marktüblichen Zinskonditionen, die sich vor allem aus den Refinanzierungskosten der Bank ergeben. Aber Vorsicht: der Nominalzins spiegelt nicht die kompletten Kosten eines Kredites wider, denn Kreditnebenkosten sind nicht mit eingerechnet. Der Nominalzinssatz wird pro Jahr angegeben.
Effektivzins
Im Gegensatz zum Nominalzinssatz – mit dem viele Banken gerne plakativ werben – sind im Effektivzinssatz viele Nebenkosten eines Kredits einberechnet. Enthalten sind Nominalzinssatz, Bearbeitungsgebühren, Auszahlungskurs, Tilgungssatz, -beginn und -höhe, Zins- und Tilgungsverrechnungstermine. Banken sind zur Angabe eines Effektivzinssatzes, oft mit Eff. abgekürzt, gesetzlich verpflichtet. Dennoch muss man auch bei den Effektivzinsen genauer hinsehen, um die verschiedenen Angebote tatsächlich vergleichen zu können. Denn Gutachterkosten oder Kontoführungsgebühren tauchen nicht unbedingt im effektiven Zinssatz auf.
Überziehungszins
Überziehungszinsen werden dann fällig, wenn das durch einen Dispositionskredit vereinbarte Kreditlimit überschritten wurde. Der Zinssatz des Überziehungszinses liegt über dem des Kredites.
Zinseszins
Unterschiede gibt es bei der Auszahlungsweise der Zinsen: Viele Banken zahlen die Zinsen, etwa für Tagesgeldkonten, einmal im Jahr aus, andere zahlen anteilig monatlich oder vierteljährlich aus. Die Vorteile einer monatlichen oder vierteljährlichen anteiligen Auszahlung wiegen bares Geld: Die Zinsen werden als Zinseszinsen mit verzinst und der Anleger profitiert von den öfter ausgezahlten Zinsen sofort.
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4. Vorteile des Online-Zinsvergleichs mit FinanceScout24
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