Abwrackprämie: Was Verbraucher im Dieselchaos erwartet

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 07.08.2017

Der Diesel-Gipfel hat getagt, dennoch sind die Auswirkungen von Kartellskandal und Manipulation für Verbraucher noch weitestgehend unklar. Einer Studie zufolge können die getroffenen Verabredungen Fahrverbote nicht verhindern und Dieselbesitzer so rund 15 Milliarden Euro kosten. Die Autohersteller winken jetzt mit Abwrackprämien, während auch neueste Dieselmodelle noch für dicke Luft sorgen.

Was Verbraucher durch Abgas-Manipulationen und Kartellverdacht zu befürchten haben, konnte der Diesel-Gipfel nicht klären. Autohersteller bieten jetzt Abwrackprämien für Dieselwagen, von denen selbst neueste Modelle weiter die Luft belasten. Derweil können laut einer Studie die auf dem Gipfel getroffenen Verabredungen Fahrverbote nicht verhindern. Das könnte betroffene Besitzer rund 15 Milliarden Euro kosten.

Hersteller bieten Diesel-Abwrackprämie

Die Skandale um die „schmutzigen“ Manipulationen und die Kartellvorwürfe halten Industrie und Verbraucher weiter in Atem. Nach dem Krisengipfel der letzten Tage wollen Autohersteller mit Abwrackprämien für alte Diesel überzeugen. Um die Feinstaubbelastung zu reduzieren, soll Verbrauchern der Kauf neuer Wagen mit den Boni schmackhaft gemacht werden. 

Ford ließ bereits vor dem Gipfel verlauten, eine Prämie einzuführen. Die Besitzer älterer Diesel mit Motoren der Euro-Norm 1 bis 3 erhalten einen Umweltbonus von 2.000 bis 8.000 Euro. Wer sich für einen Toyota-Hybrid entscheidet, erhält für einige Modelle bis zu 4.000 Euro Bonus. 

Die Umweltprämie von BMW bietet den Haltern von Dieselfahrzeugen, modellabhängig und ab Abgasnorm Euro 4 und älter, eine Gutschrift von 2000 Euro beim Kauf eines Neuwagens. Andere Autohersteller kündigten an nachzuziehen. So versprach VW-Chef Matthias Müller, bald Details zur Prämie zu veröffentlichen, während der Konzern neben Daimler, BMW und Opel über fünf Millionen Besitzern von Dieselautos mit Euro 5 und 6 die Softwareupdates bezahlt. Laut Herstellerverband belaufen sich die Kosten für die Maßnahme, die den Stickoxidausstoß um 25 bis 30 Prozent senken soll, auf 500 Millionen Euro.

Mehr Kosten und zu viele Abgase

Dem Verkehrsexperten Peter Mock zufolge überschreiten die neuen Diesel auch nach dem Software-Update die Grenzwerte für das gesundheitsschädliche Stickoxid um ein Vielfaches. Das Umweltbundesamt gab an, dass Euro-6 Diesel mit 507 Milligramm sechsmal so viel NOx pro Kilometer ausstießen, wie im Prüfstand erlaubt. 

Auch eine aktuelle Studie gibt Dieselfahrern nicht wirklich Grund zum Jubeln: Nach Analysen Ferdinand Dudenhöffers, Professor für Automobilwirtschaft an der Uni Duisburg-Essen, würden die drohenden Fahrverbote für Diesel Kosten in Höhe von 15 Milliarden Euro mit sich bringen. Ob er Recht behält und ob der Vertrauensverlust, den die Branche durch die Negativschlagzeilen erleidet, mit einer Abwrackprämie zu verhindern ist, bleibt abzuwarten.

Weitere Meldungen im Überblick

  • Immer weniger Bafög: Die Zahl der BAfÖG-Empfänger in Deutschland ist zum fünften Mal in Folge gesunken. Nur noch 823.000 Studenten und Schüler haben dieses Jahr Geld aus der Förderung erhalten.
  • Giftskandal bei Eiern: Der Skandal um die mit dem Insektengift Fipronil belasteten Eier hat inzwischen fast alle Bundesländer erfasst. Am Freitag verbannte der Lebensmittelriese Aldi sämtliche Eier aus den Regalen.

Quellen: Spiegel, Welt, Handelsblatt

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