Berufsunfähigkeit: Psychische Erkrankungen häufigste Ursache

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 20.04.2016

Psychische Erkrankungen sind die häufigste Ursache für Berufsunfähigkeit. Längst sind nicht mehr nur Menschen mit hohem Verletzungsrisiko besonders gefährdet. Berufsunfähigkeit wird immer mehr zum berufsgruppenübergreifenden Risiko. Denn psychische Erkrankungen können alle Berufsgruppen treffen.

Psychische Erkrankungen bleiben die häufigste Ursache für eine Berufsunfähigkeit. Das zeigt das aktuelle Berufsunfähigkeitsversicherungs-Rating des Analysehauses Morgen & Morgen (M & M). In knapp 31 Prozent aller Fälle, in denen eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) im Jahr 2014 in Anspruch genommen wurde, lagen Nervenleiden und psychische Erkrankungen zugrunde. Schon beim Vorjahresrating hatten die Versicherungsanalysten mit 28,6 Prozent einen bedeutenden Anteil derartiger Erkrankungen festgestellt, nun ist dieser Wert noch einmal um knapp 2,4 Prozentpunkte gestiegen.

Psychische Erkrankungen als Risiko für alle Berufsgruppen

Zweithäufigster Grund für die Inanspruchnahme einer BU-Versicherung waren 2014 mit 21,9 Prozent Erkrankungen des Skelett- und Bewegungsapparates (2013: 21,4 Prozent). Danach folgen Krebserkrankungen mit einem rückläufigen Anteil von 14,1 Prozent – 2013 machten diese noch 16,4 Prozent aller Fälle aus. Ebenfalls zurückgegangen ist der Anteil von Versicherten, die aufgrund einer Herz- oder Gefäßerkrankung ihrem Beruf nicht mehr nachgehen konnten – von 8,6 auf 7,6 Prozent. Nahezu unverändert blieb der Anteil von Unfällen mit 9,7 Prozent (2013: 9,5 Prozent). Die verbleibenden 15,7 Prozent verteilen sich auf sonstige Erkrankungen (2013: 15,5 Prozent).

Diese Zahlen machen deutlich: Die verbreitete Vorstellung, dass vor allem Handwerker und Personen mit körperlich schwerer Arbeit durch Unfälle verstärkt von Berufsunfähigkeit betroffen sind, scheint hinfällig. Allerdings beziehen sich die von Morgen & Morgen erhobenen Daten auf von den Versicherern gemeldete Fälle. Möglicherweise verfügen jedoch gerade die Arbeitnehmer, die besonders häufig von Unfällen betroffen sind, nicht über eine BU-Police, da sie aufgrund des hohen Risikos höhere Versicherungsbeiträge leisten müssten. Dennoch gilt: Eine Berufsunfähigkeit aufgrund von Depressionen oder anderen psychischen Erkrankungen kann Arbeitnehmer in allen Berufsgruppen treffen, auch in den vermeintlich sicheren.

Alter relevant für Ursache und Häufigkeit von Berufsunfähigkeit

Ein entscheidender Faktor bei der BU ist offenbar auch das Alter der Versicherten. Dies gilt sowohl für die Ursachen der Berufsunfähigkeit als auch für die Häufigkeit der Inanspruchnahme der Police. Rund die Hälfte aller Leistungsfälle betraf Personen über 50 Jahre. Auch in dieser Altersgruppe sind psychische Erkrankungen die häufigste Ursache für eine Berufsunfähigkeit, allerdings fallen bei den über 50-Jährigen Herz- und Gefäßerkrankungen deutlich stärker ins Gewicht als bei jüngeren Versicherten. Diese spielten bei Versicherten unter 40 Jahren mit einem Wert von 3,4 Prozent nur eine untergeordnete Rolle. Hier sind dagegen Unfälle eine deutlich häufigere Ursache für Berufsunfähigkeit als bei älteren Versicherten.

Psychische Erkrankungen häufigste Ursache

Quelle: Morgen & Morgen

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