CAR-Studie: Deutsche Autokäufer werden immer älter

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 01.06.2017

Die Automobilbranche steht in Deutschland scheinbar vor einem Problem: Zwar fahren auf unseren Straßen mehr Fahrzeuge denn je. Das Durchschnittsalter der geführten Autos und ihrer Besitzer sowie Käufer steigt jedoch rapide. Es fehlt an jungen Nachwuchskunden. Das geht aus einer aktuellen Untersuchung des „Center of Automotive Research“ (CAR) der Universität Duisburg hervor.

Laut einer Analyse des „Center of Automotive Research“ (CAR) sind junge Menschen immer seltener dazu bereit, in ein eigenes Auto zu investieren. Die deutschen Autokäufer und -besitzer altern der Untersuchung zufolge sogar schneller als die Gesamtbevölkerung. Auch das durchschnittliche Alter der hierzulande geführten Wagen nimmt seit Jahren stetig zu. Für diese Problematik seien die Autobauer auch selbst mitverantwortlich.

Durchschnittsalter von Autos, Autokäufern und Autobesitzern

Seit zwei Jahrzehnten werden die deutschen Autokäufer stetig älter - sowohl bei Neu- als auch bei Gebrauchtwagen. 1995 war ein Neuwagenkäufer im Schnitt noch 46,1 Jahre alt, mittlerweile ist der Wert um 14,5 Prozent auf 52,8 Jahre gestiegen. Bei Gebrauchtwagenkäufern war der Anstieg des durchschnittlichen Alters mit 19,4 Prozent noch deutlicher: 1995 lag es bei 37,5 Jahren, heute sind es im Schnitt 44,8 Jahre. Im Vergleich: Das Alter der Gesamtbevölkerung ist hierzulande im selben Zeitraum von 40 auf 44,2 Jahre gestiegen - also um 10,5 Prozent.

Eine ähnliche Entwicklung ist bei den Fahrzeughaltern zu beobachten, die im Schnitt 52,6 Jahre alt sind. Bereits 31,8 Prozent der Autobesitzer sind über 60. Und auch die Autos selbst sind nicht mehr die jüngsten: Ein in Deutschland zugelassenes Fahrzeug ist durchschnittlich 9,3 Jahre alt. Seit 1995 ist die deutsche Autoflotte um 37 Prozent gealtert.

Die große Hoffnung: Elektroautos

Das Team um den Autoforscher Professor Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg sieht den Grund für diese Entwicklungen nicht an mangelnder Kaufkraft in der Bevölkerung. Tatsächlich seien die verfügbaren Haushaltseinkommen seit 1995 deutlich gestiegen. Vielmehr sei fehlendes Interesse die Ursache für den Unwillen junger Menschen, sich ein Auto zu kaufen. Das ist auch am deutlichen Altersanstieg der Käufer von Gebrauchtwagen festzumachen, denn normalerweise sind gerade jüngere Menschen mit niedrigeren Einkommen die typische Zielgruppe für Gebrauchte. „Autobauer brauchen mehr Anreize, um jüngere Menschen als Käufergruppe zurückzugewinnen“, folgern die Wissenschaftler. Es brauche große Innovationen, um junge Kunden zu mobilisieren. Ein Lichtblick könnte die neue Generation von Elektroautos sein, die ab 2020 bei den meisten bekannten Herstellern in großen Stückzahlen vom Band gehen sollen.

Weitere Meldungen im Überblick

  •  Arbeitslosenquote: Die Zahl der Arbeitslosen ist im Mai deutlich gesunken und liegt derzeit bei unter 2,5 Millionen Menschen. Die Quote verringerte sich um 0,2 Punkte auf 5,6 Prozent.
  • Millionenstrafe für Deutsche Bank: Im Skandal um russisches Schwarzgeld hat die US-Notenbank Federal Reserve am Dienstag bekannt gegeben, ein erneutes Bußgeld in Höhe von 41 Millionen Dollar gegen das deutsche Kreditinstitut verhängt zu haben.
  • Börse: An der Wall Street sind Internetunternehmen weiterhin auf Rekordkurs. Der Kurs der Amazon-Aktie klettert aktuell auf über 1.000 Dollar.

Quellen: Handelsblatt, Motortalk

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