Deutscher Rekordüberschuss: Höchstes Plus seit Wiedervereinigung

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 26.08.2017

Arbeitslosenzahlen auf Tiefststand und eine boomende Konjunktur spülen Milliarden in die Kassen von Bund, Ländern, Gemeinden und Sozialkassen. Der ungebremste Aufschwung bescherte der Bundesrepublik im ersten Halbjahr 2017 einen historischen Rekordüberschuss. Insgesamt nahmen sie, laut vorläufiger Daten des Statistischen Bundesamtes, rund 18,3 Milliarden Euro mehr ein, als sie ausgaben. Dabei handelt es sich um das größte Plus seit der Wiedervereinigung.

Es boomt in der Bundesrepublik: Dank niedriger Arbeitslosenzahlen und einer brummenden Konjunktur konnte im ersten Halbjahr 2017 ein historischer Rekordüberschuss erzielt werden. Laut vorläufiger Zahlen des Statistischen Bundesamtes erzielten Bund, Länder, Gemeinden und Sozialkassen rund 18,3 Milliarden Euro mehr Einnahmen als Ausgaben. Der immense Aufschwung verhalf damit zum größten Wirtschaftsplus seit der Wiedervereinigung der Bundesrepublik.

Kräftig gefüllte Kassen

Seit der Wiedervereinigung haben sich die öffentlichen Kassen aus eigener Kraft nicht so stark gefüllt wie im ersten Halbjahr dieses Jahres. Insgesamt erzielten Bund, Länder, Gemeinden und Sozialkassen 18,3 Milliarden Euro Mehreinnahmen. Das teilte das Statistische Bundesamt auf Basis vorläufiger Zahlen mit. Höher war der Überschuss mit 28,8 Milliarden Euro lediglich in der zweiten Hälfte des Jahres 2000. Dieses Rekordplus resultierte allerdings aus der Versteigerung der UMTS-Mobilfunklizenzen, die dem Staat Sondereinnahmen einbrachten.

Die erste Hälfte des laufenden Jahres sorgte dank sprudelnder Steuereinnahmen und Sozialbeiträgen für satte Staatskassen. Hinzu kommt eine historisch günstige Lage des deutschen Arbeitsmarktes. Denn auch die Zahl der Arbeitslosen war im Juli mit 2,518 Millionen so niedrig wie seit der Wiedervereinigung nicht mehr. Die Konsumlaune der Verbraucher und staatliche Ausgaben zur Unterbringung sowie Integration von Flüchtlingen taten ihr Übriges.

Es geht weiter bergauf

Weitere Gründe für den Boom sind vermehrte Investitionen vieler Unternehmen und die anziehenden Exporte. ‚Made in Germany’ ist auf den Weltmärkten gefragt und dank der Erholung der Weltkonjunktur gewinnen die Ausfuhren an Tempo. Im zweiten Quartal 2017 erhöhte sich das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Vergleich zum Vorquartal um 0,6 Prozent und bestätigte damit die August-Schätzung des Statistischen Bundesamtes. Anfang des Jahres hatte sich die deutsche Wirtschaftsleistung um 0,7 Prozent gemehrt.

Im ersten Halbjahr lag diese bei plus 1,1 Prozent und damit weit von der Schuldenobergrenze der Maastrichter Verträge entfernt, die ein Höchstdefizit von drei Prozent zulassen. Europas größte Volkswirtschaft verfehlte den Wert zuletzt 2010 mit 4,2 Prozent, in den vergangenen drei Jahren erzielte Deutschland Überschüsse. Nach Einschätzung von Ökonomen bleibt das Land auch weiter auf Wachstumskurs. Die Bundesbank deutete sogar an, den prognostizierten Aufschwung von 1,9 Prozent Wachstum im Jahre 2017 weiter nach oben zu schrauben. 

Quellen: Spiegel, Welt

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