EU: Deutschlands Exportrekorde in der Kritik

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 25.02.2017

Deutschland exportiert massenweise in die Welt – und ist der Europäischen Union damit ein Dorn im Auge. Seit Jahren übersteigt die Zahl der Ausfuhren die Importe und stellt immer wieder neue Rekorde auf. Der deutsche Export-Erfolg geht laut der EU-Kommission jedoch zulasten andere Staaten. Die einseitige Ausrichtung des Außenhandels führe zu einem ungesunden Ungleichgewicht.

Deutsche Exporte sind weltweit begehrt. Der Außenhandel verzeichnet weit mehr Aus- als Einfuhren und stellt damit seit Jahren Rekorde auf. Seitens der EU-Kommission wird nun zum wiederholten Male Kritik gegen das Ungleichgewicht laut. Der Exporterfolg der Deutschen würde andere Staaten belasten und zu strukturschwächenden Disparitäten führen.

EU-Kritik gegen Exportfokus

Die EU-Behörde legte jedem Mitgliedsland eine Art Analyse zum Beitrag am europäischen Gleichgewicht vor. Zum wiederholten Male hält die Europäische Union nun mahnende Worte für den deutschen Außenhandel bereit. Der Überschuss in der Leistungsbilanz erzeuge laut EU-Wirtschaftskommissar Pierre Moscovici Verzerrungen in Wirtschaft und Politik der Eurozone. Auch für die deutsche Volkswirtschaft sieht er Probleme. Das Ungleichgewicht sei zwar nicht so stark wie in sechs anderen kritisierten Ländern, doch sei es an der Bundesregierung, mehr für einen Ausgleich zu leisten. Öffentliche Investitionen und eine Förderung der Binnenkonjunktur würden nicht nur das eigene Wachstum erhöhen, sondern auch anderen Ländern zugutekommen. Bestätigt wurde zwar, dass die Staatsausgaben in den letzten Jahren angezogen hätten, doch seien sie im Vergleich zur restlichen Euro-Zone immer noch zu niedrig. Brüssel nimmt Deutschland damit ins Visier, belässt es jedoch vorerst bei Ermahnungen. Konkret gedroht hat die Kommission Italien wegen ihrer übermäßigen Verschuldung und dem geringen Wachstum. Sie räumen der Regierung Zeit bis April ein, um vereinbarte Maßnahmen umzusetzen.

Auch Weißes Haus kritisiert Rekordhoch

Im Jahr 2016 brachten Deutschlands Exporte es zum siebten Jahr in Folge auf ein Rekordhoch. Im Vergleich zu 2015 um 1,2 Prozent gestiegen, erreichte die Gesamtausfuhr einen Wert von über 1,2 Billionen Euro. Der Überschuss erreicht mit knapp 253 Milliarden Euro einen neuen Höchststand. Ein Berater der neuen US-Regierung sprach von einem extrem unterbewerteten, impliziten deutschen Markt. Nachdem Stimmen aus dem Weißen Haus laut geworden waren, Deutschland beute die EU und mit den USA seinen wichtigsten Handelspartner aus, hat nun auch die Europäischen Union Kritik angemeldet. Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) kündigte in Brüssel an, diese nicht zu akzeptieren.

Quellen: Spiegel.de, Augsburger-allgemeine.de

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