IWF gewährt Milliardenzahlung an Griechenland

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 24.07.2017

Dem schuldengeplagten Griechenland wird voraussichtlich eine erneute Finanzspritze zuteil. Der Internationale Währungsfonds stimmte einer Zahlung in Höhe von 1,6 Milliarden Euro grundsätzlich zu, wenn die europäischen Partner Zugeständnisse machten. Während die Gläubiger Schuldenerleichterungen gewähren sollen, ist es an Griechenland, das Reformprogramm auf Kurs zu halten.

Unter der Nennung von Bedingungen stimmte der Internationale Währungsfonds einer weiteren Finanzspritze für das krisengeschüttelte Griechenland grundsätzlich zu. Die Kassen des überschuldeten Landes sollen um 1,6 Milliarden Euro aufgestockt werden, dafür müsse Griechenland jedoch bei seinen Spar- und Reformmaßnahmen Kurs halten. Von den Gläubigern und Partnern verlangt der IWF derweil Zugeständnisse und Schuldenerleichterungen für das EU-Land.

Hilfe unter Vorbehalten

Bereits vor dem Treffen am Donnerstag war durchgesickert, dass der IWF weitere Finanzhilfen für Griechenland, das mit einer hohen Staatsverschuldung zu kämpfen hat, an Bedingungen wie eine Schuldenobergrenze knüpfen würde. Nun gab der Internationale Währungsfonds grünes Licht für 1,6 Milliarden Euro und betonte seine Bedingungen. Griechenland und die europäischen Geldgeber sind nun gezwungen, zunächst die Schuldenlast von derzeit rund 320 Milliarden Euro abzutragen, bevor der Staat mit eigenen Anleihen-Vergaben auf die Kapitalmärkte zurückkehrt. Seitens des IWF gab es zwar viel Lob für die strengen Sparmaßnahmen der Athener Regierung, doch zwängen Schulden, Zins- und Tilgungslasten Griechenlands Wirtschaftswachstum in die Knie. Laut IWF-Chefin Christine Legarde müsse „Raum geschaffen werden für bessere Sozialleistungen, um öffentliche Investitionen zu stimulieren und Steuern zu senken, um Wachstum zu unterstützen".

Es herrscht Uneinigkeit

Vom Europäischen Rettungsmechanismus ESM gab es bereits am 7. Juli Zustimmung für weitere Zahlungen in Höhe von 7,7 Milliarden Euro. Ein Großteil der Summe soll der Tilgung fälliger Altschulden zugutekommen. Kurz zuvor hatte auch der Haushaltsausschuss des Bundestages zugestimmt – die Kreditsumme des ESM für Griechenland erhöhte sich auf 180 Milliarden Euro. Laut Bundestagsbeschluss sei die Beteiligung des IWF unbedingte Voraussetzung für deutsche Hilfsbeiträge. Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) will die griechische Regierung zudem zu weiteren Kürzungen bringen, doch sind Gespräche auf den Zeitraum nach der Bundestagswahl verlegt. 

Der Währungsfonds verhandelt derweil schon lange mit europäischen Gläubigern über Schuldenerleichterungen für Griechenland, die beispielsweise von der Bundesrepublik weitestgehend abgelehnt wurden. Dabei gilt es derzeit als praktisch ausgeschlossen, dass die Regierung in Athen einen Weg findet, die Schulden alleine abzutragen. Auch die USA, als größter Anteilseigner des IWF, drängten zur Zurückhaltung in der Griechenland-Frage und äußerten sich kritisch zur Unterstützung aus internationalen Mitteln.

Weitere Meldungen im Überblick

  • Weniger Falschgeld: im ersten Halbjahr des laufenden Jahres gab es sechs Prozent weniger gefälschte Euro-Noten als noch im vorangegangen Halbjahr. Dafür sorge auch der im April eingeführte neue 50-Euro-Schein mit mehr Sicherheitsmerkmalen.
  • Musks Superzug: In 29 Minuten soll der Hyperloop von Elon Musk Passagiere von New York nach Washington transportieren. Nun darf er offenbar mit dem Bau beginnen.

Quellen: Süddeutsche, Tagesschau

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