Kfz-Versicherung: Probleme bei Schadensregulierung

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 04.12.2017

In den vergangenen Jahren hat sich die Regulierung von Kfz-Haftpflichtschäden deutlich verschlechtert. Zumindest zeigen das Beobachtungen von Verkehrsanwälten, die im Rahmen einer Forsa-Umfrage durchgeführt worden ist. So gaben 72 Prozent der 1.072 Befragten an, dass sich das Regulierungsverhalten in den vergangenen fünf Jahren verschlechtert habe. Vor allem der Marktführer HUK-Coburg falle negativ auf.

Besonders bemängeln die Verkehrsanwälte, dass sich die Bearbeitungszeiten offenbar stark verlängert haben. Zudem würden viele Versicherungen Verzögerungstaktiken an den Tag legen. Immer häufiger komme es auch vor, dass Leistungen komplett zurückgewiesen werden, obwohl hierfür keine Begründungen vorlägen.

Häufige Probleme beim Marktführer

Im Rahmen einer Forsa-Umfrage, die dem Stern vergangenen Donnerstag vorlag, wurden insgesamt 1.072 Verkehrsanwälte zur Schadensregulierung von Kfz-Versicherern befragt. Bei offener Abfrage wurde die HUK-Coburg als Problemversicherer Nummer eins genannt, gefolgt von der Allianz und der VHV. Zu berücksichtigen ist dabei aber, dass diese Versicherungen sehr viele Versicherungskunden haben und die Potenziale für Streitfälle dementsprechend höher sind.

Dennoch sagen 68 Prozent der Anwälte – bei der Bewertung der 20 umsatzstärksten Versicherungsunternehmen – dass es bei der HUK-Coburg häufig Probleme gäbe. Dahinter folgen VHV mit 46 Prozent und Allianz mit 44 Prozent. Die geringste Kritik gab es an der Gothaer. Hier berichteten lediglich neun Prozent der Befragten von häufigen Problemen. Etwas anders gestaltet sich das Bild bei der Bearbeitungszeit. Dort schneidet die Allianz bei 50 Prozent der Verkehrsanwälte am schlechtesten ab. Ihrer Ansicht nach komme es häufig zu unangemessen langen Bearbeitungszeiten. Dahinter folgen wieder HUK-Coburg (36 Prozent) und VHV (33 Prozent).

Schadensregulierung nur unzureichend

Deutlich schwerwiegender sind die Auswirkungen für Versicherungsnehmer aber, wenn sie nicht das bekommen, was ihnen zusteht. „Der Geschädigte kann nicht darauf vertrauen, dass ihm freiwillig das gezahlt wird, was ihm zusteht“, kritisiert Jörg Elsner, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht im Deutschen Anwaltverein, die Versicherungen scharf. Zwar äußerten sich die Umfrageverlierer Allianz und VHV nicht, doch die HUK-Coburg widersprach Elsner massiv: „Unsere Kunden beschweren sich seltener als marktüblich, und wir führen seltener Prozesse mit Kunden oder Anspruchstellern“, ließ Holger Brendel (Unternehmenskommunikation HUK-Coburg) verlauten.

Quellen: Versicherungsbote, Focus Online, Bild.de

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