Neue Typklassen: Kfz Versicherungen bis zu 112 Prozent teurer

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 24.09.2018

Die Typklasse eines Pkw bestimmt neben anderen Faktoren die Beitragshöhe für die Kfz-Versicherung nicht unerheblich. Zum Jahreswechsel 2019 wurden rund 29.000 Modelle hinsichtlich der Schadensbilanz neu eingestuft. Das Ergebnis: Rund 13 Prozent der Autohalter profitieren von einem künftig günstigeren Beitrag, während für rund 14 Prozent ein Aufschlag fällig wird.

Zwar sind nur wenige Modelle von drastischen Sprüngen – etwa vier Klassen höher oder drei Klassen niedriger – betroffen; diese bringen allerdings ebenso gravierende Änderungen mit sich. HalterInnen des Toyota RAV4 Hybrid müssen beispielsweise mit Aufschlägen von 112 Prozent rechnen, die sich als vierstelliger Betrag im Vertrag entpuppen werden. Im Zweifelsfall ist aber ein Sonderkündigungsrecht möglich, das den Wechsel in eine attraktivere Kfz-Versicherung erlaubt.

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Berechnung der Typklasse durch Schadensbilanzen

Verschiedene Merkmale beeinflussen die Typklassen eines Pkw. Dazu gehört beispielsweise die Höhe der Versicherungssummen, die durchschnittlich bei Unfällen des betroffenen Modells fällig werden. Opulente SUVS oder luxuriöse Autos der Oberklasse finden sich aufgrund der erwartbar hohen Schadenssummen daher eher im Bereich der oberen Typklassen, während Oldtimer mit H-Kennzeichen die untere Grenze ausmachen. Auch typische „Fahranfänger“-Modelle schlagen häufig durch die Einstufung in höhere Typklassen zu Buche, da das Risiko für einen Unfall höher eingeschätzt wird.

Berechnet wird die Typklasse mit Hilfe der Statistiker des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Diese nehmen einmal pro Jahr die Schadensbilanzen der Automodelle, die auf deutschen Straßen zugelassen sind, unter die Lupe. Doch nicht nur die Typklasse beeinflusst die Höhe des Versicherungsbeitrages. Ein weiterer Faktor ist die Regionalklasse, die sich von Wohnort zu Wohnort unterscheiden kann. Kürzlich wurden diesbezüglich bereits die Änderungen für 2019 bekanntgegeben. In der höchsten und somit teuersten Regionalklasse 12 befinden sich beispielsweise Hamburg, Nürnberg und Berlin; deutlich günstiger kommen Kfz-HalterInnen in der Region Mecklenburg-Vorpommern mit der Regionalklasse 2 weg. Doch selbst ein Umzug innerhalb einer Stadt kann den Beitrag ändern, denn dieser richtet sich lediglich nach der Postleitzahl.

Rund 11 Mio. HalterInnen von Änderungen betroffen

Für knapp drei Viertel der Kfz-HalterInnen (29,5 Millionen) ändert sich die Typklasse ihres Wagens im Jahr 2019 nicht. Sie zahlen weiterhin die bereits bekannte Beitragshöhe. Rund 14 Prozent (5,7 Millionen HalterInnen) müssen jedoch mit einer höheren Typklasse und daher auch steigenden Versicherungsbeiträgen rechnen. Dem gegenüber stehen rund 13 Prozent (5,4 Millionen HalterInnen), die von günstigeren Preisklassen profitieren.

Unterschiede gibt es auch innerhalb der Voll- und Teilkaskopolicen. 44 Prozent der Versicherten mit Vollkasko-Schutz zahlen 2019 weniger, während drei Prozent von einer höheren Typklasse betroffen sind. Unter den Teilkasko-Versicherten profitieren 37 Prozent von einer besseren Typklasse, während zwei Prozent mit Mehrzahlungen rechnen müssen.

Sonderkündigungsrecht Kfz-Versicherung

Sollten Sie Post von Ihrer Kfz-Versicherung erhalten und ab 2019 einen höheren Betrag zahlen müssen, dann nutzen Sie Ihr Sonderkündigungsrecht bis Ende des Jahres. 

Konkrete Beispiele neuer Typklassen

Die gute Nachricht: Drastische Änderungen sind selten, wenige Modelle sind von weiteren Sprüngen als zwei abweichenden Klassen betroffen. Darunter fällt aber der per Teilkasko-Versicherung geschützte Toyota RAV4 Hybrid 2.5. Der zu erwartende Preisaufschlag von fast 112 Prozent (1.134 Euro) beruht auf dem Wechsel von Typklasse 27 in Typklasse 32. Einen weniger großen, aber dennoch deutlich die Beitragshöhe beeinflussenden Sprung legt der Vollkasko-versicherte BMW X4 xDrive 20D hin. 44 Prozent höhere Beiträge sind hier zu erwarten. Auch der Renault Kadjar 1.2 verschlechtert sich im Jahr 2019 um drei Typklassen.

Besserung ist besonders für AutohalterInnen eines VW Tiguan 2.0 TSI 4Motion mit Vollkasko-Versicherung in Sicht. Hier gibt es Vergünstigungen von 264 Euro bzw. 27 Prozent. Auch die Beiträge für den Toyota Verso 1.6 sinken bei der Teilkasko-Versicherung um 19 Prozent. Zwei Klassen niedriger wird weiterhin der Seat Ateca 1.4 TSI eingestuft, der somit ebenfalls die Beiträge verringert.

Typklasse 2019 Vollkasko-Versicherte Teilkasko-Versicherte Gesamt
Gleiche Typklasse wie im Vorjahr 53 Prozent 61 Prozent 73 Prozent
Höhere Typklasse als im Vorjahr 3 Prozent 2 Prozent 14 Prozent
Niedrigere Typklasse als im Vorjahr 44 Prozent 37 Prozent 13 Prozent

Tabelle: Überblick der Änderungen für Voll- und Teilkasko-Versicherte

Unverbindliche Einstufung anfragen

AutohalterInnen dürfen eine unverbindliche Einstufung von Typklassen bei Versicherungen beantragen, bevor sie sich für einen Vertrag entscheiden. Daher empfiehlt es sich, vor dem Wechsel einen umfassenden Vergleich verschiedener Versicherungen vorzunehmen.

Quellen: finanzen.de; auto-motor-und-sport.de; focus.de; gdv.de; spiegel.de

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