Private Krankenversicherungen werden 2018 teurer

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 11.12.2017

Im Herbst und im Frühjahr kommen auf viele Privatpatienten schlechte Nachrichten zu. Denn die privaten Krankenversicherungen (PKV) informieren über die künftigen Prämien. Derzeit zeigt sich, dass rund ein Drittel der Versicherten im kommenden Jahr höhere Beiträge zahlen muss. Auf einige Kunden kommen so Zusatzkosten von mehr als hundert Euro im Monat zu.

Wer sich privat krankenversichern lässt, ist kein Teil einer Solidargemeinschaft. Vielmehr richten sich Beitragszahlungen hier nach dem Alter und anderen Eigenschaften des Versicherungsnehmers. Auch die Kosten der privaten Krankenversicherungen selbst fließen in die Ermittlung der Beiträge ein. Für 2018 kommen deshalb auf rund ein Drittel der Beitragszahler teilweise hohe Beitragssteigerungen zu. Schuld hieran seien laut den PKV vor allem die hohen Ausgaben im Gesundheitswesen.

Kompliziertes Beitragssystem

Einige Versicherungsnehmer müssen sich bei der PKV im kommenden Jahr auf Erhöhungen im zweistelligen Prozentbereich einstellen. Laut Volker Leienbach, Direktor des PKV-Verbands, stecke hierhinter aber keine Willkür. Im Gegenteil: „Während die gesetzliche Krankenversicherung jedes Jahr automatisch steigende Beiträge erhält, muss die PKV jeweils warten, bis der Kostenanstieg starre Schwellenwerte übersteigt.“ So dürfen die PKV-Anbieter die Beiträge nur erhöhen, wenn die sogenannten auslösenden Faktoren anspringen. Das sind vor allem steigende Leistungsausgaben und Änderungen bei der durchschnittlichen Lebenserwartung.

„Die Ausgaben im Gesundheitswesen steigen stärker als die allgemeine Inflation", so Clemens Muth, Vorstandsvorsitzender des zweitgrößten PKV-Unternehmens DKV. Kommen hierzu noch weitere auslösende Faktoren hinzu, drohen teilweise heftige Aufschläge für die Versicherungsnehmer. Auf mehrere ruhige Jahre können so plötzliche, abrupte Beitragsanstiege folgen. Diese Regelung verärgert aber nicht nur die Versicherungsnehmer, sondern auch die Versicherungsgesellschaften: „Der Ansatz mit den auslösenden Faktoren hat sich als zu komplex erwiesen“, meint Muth. „Eine regelmäßigere Anpassung wäre sachgerechter.“

Wechsel möglich

Wehren können sich Versicherungsnehmer gegen mögliche Beitragsanpassungen nur bedingt. Empfehlenswert ist insbesondere der Tarifwechsel innerhalb der Versicherungsgesellschaft. Zwar sinken dann die Leistungen, dafür reduzieren sich auch die Beitragszahlungen. Hingegen bewirkt der komplette Wechsel zu einem anderen Anbieter, dass ein Teil der angesparten Altersrückstellungen verfällt. Zumal keine Sicherheit darüber besteht, dass nicht auch der neue Versicherer schon nach kurzer Zeit eine Beitragserhöhung durchsetzt.

Quellen: Süddeutsche Zeitung Online, Handelsblatt

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