Macht die private Rentenversicherung noch Sinn?

Zuletzt aktualisiert am 21.11.2019

Früher versprach die private Rentenversicherung zusätzliche Sicherheit für das Alter – heute ist das aufgrund der niedrigen Zinsen kaum mehr möglich. Anleger haben mittlerweile die Wahl zwischen zwei Modellen, die jedoch beide ihre Tücken aufweisen können.

„Alte Klassik“ und „neue Klassik“ heißen die Modelle, welche die Stiftung Warentest in ihrer aktuellen Auswertung untersuchte. Dabei zeigte sich: Der Abschluss einer privaten Rentenversicherung ist heutzutage eher ein Glücksspiel als eine sichere Geldanlage.

„Alte Klassik“ und „neue Klassik“

Vier Prozent Zinsen, die garantiert während der gesamten Laufzeit ausgezahlt werden – von diesem Szenario, das vor den 2000ern durchaus realistisch schien, können Anleger in der privaten Rentenversicherung heute nur träumen. Etwa 0,9 Prozent Zinsen sind derzeit in den Modellen der „alten Klassik“ eher an der Tagesordnung.

Eine hohe Rendite gab es zwar bei diesem Modell noch nie; dafür aber immerhin ein Zinsversprechen sowie das Versprechen einer lebenslangen Rente. Heute haben sich die Versicherer größtenteils etwas anderes ausgedacht, um neue Kunden zu gewinnen: Das Modell „neue Klassik“, das im Vergleich zur „alten Klassik“ mit Zinsgarantie laut Stiftung Warentest hinsichtlich der Auszahlungen aber kaum besser dasteht.

Gebühren bei beiden Modellen

Die Stiftung Warentest hat 22 Tarife der Versicherungen untersucht – davon 14 „alte Klassik“- und acht „neue Klassik“-Tarife. Während bei der „alten Klassik“ bei den getesteten Versicherern meist eine Zinsgarantie von 0,9 Prozent vorlag, gab es bei der „neuen Klassik“ mehr Risiko. In beiden Varianten wird aber lediglich eine Mindestrente versprochen.

Auch schlucken die Kosten in der „alten Klassik“ einen Großteil der Zinsen: Diese werden nämlich nur auf reine Sparbeiträge nach Abzug aller anfallenden Gebühren erhoben. Gebühren erwarten Anleger ebenfalls in Modellen der „neuen Klassik“. Bei diesen hängt die letztlich ausgezahlte Rente vom Anlageerfolg des Versicherers ab.

Dass dieser in den überwiegenden Fällen eher mau ausfiel, zeigte sich ebenfalls in der Auswertung der Stiftung Warentest. Kein Wunder, dass die private Rentenversicherung also derzeit oft hinterfragt wird und die Angst vor Altersarmut bei den Anlegern steigt.

Quelle: test.de

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