Zivilcourage von Tesla-Fahrer: Zahlt die Kfz-Versicherung?

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 18.02.2017

Der aktuelle Fall eines Tesla-Fahrers, der auf der Autobahn sein eigenes Auto nutzte, um einen anderen bewusstlosen Fahrer auszubremsen, sorgte am Dienstag für Furore. Neben der Anerkennung für sein selbstloses Handeln stellt sich aber vielen anhand dieses Präzedenzfalls auch eine sehr nüchterne Frage: Zahlt den entstandenen Schaden nun die Kfz-Versicherung?

Zu Beginn dieser Woche beeindruckte der Fahrer eines Tesla-Elektroautos mit erstaunlich intuitivem und selbstlosem Handeln: Er nutzte die eigene teure Limousine, um ein anderes Auto, dessen Fahrer am Steuer das Bewusstsein verloren hatte, auszubremsen und so einen fataleren Unfall zu verhindern. Während der Fahrer Bewunderung erntet, stellt sich nun aber gleichzeitig die Frage der Haftbarkeit seiner Kfz-Versicherung.

Der Tesla CEO übernimmt sämtliche Kosten

Manfred Kick reagierte schnell: Nachdem ihm beim Überholen eines auffällig langsamen Fahrzeugs auf der A9 bei München aufgefallen war, dass der Fahrer reglos und ohne Bewusstsein über dem Steuer zusammengebrochen ist, setzte Kick den eigenen Tesla vor das fremde Auto. Es kam zu einem Auffahrunfall, der den anderen Wagen effektiv ausbremste und so eine Massenkarambolage vermied.

Infolge der medialen Aufmerksamkeit zur mutigen Tat erreichte diese selbst den Tesla-Chef Elon Musk, der via Twitter ankündigte, sämtliche anfallende Reparaturkosten für das beschädigte Auto zu übernehmen. Während Manfred Kick sich also in jedem Fall keine Sorgen um die Kostenübernahme machen muss, wirft der außergewöhnliche Fall doch grundsätzliche Fragen des Versicherungsrechts auf.

Wer ist rechtlich zur Zahlung verpflichtet?

Tatsächlich liegt auch für einen so seltenen Fall eine klare Regelung vor. Wie eine Sprecherin des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungsgesellschaft erklärte, haften die jeweiligen Versicherungen des in Ohnmacht gefallen Fahrers für sämtliche entstandene Kosten – über den Blechschaden hinaus. Voraussetzung hierfür ist, dass es sich bei dem Unfall um einen sogenannten „Aufopferungsfall“ handelt. Der liegt dann vor, wenn in einer Notstandssituation gehandelt wurde, sodass die Voraussetzungen des klassischen Vorsatzes zum mutwilligen Herbeiführen eines Unfalls vonseiten des Tesla-Fahrers nicht gegeben sind.

In Österreich gilt übrigens Selbiges. Auch hier würde der Kasko-Schaden mit hoher Wahrscheinlichkeit übernommen werden. Grundlage dafür ist das in Österreich geltende Eisenbahn- und Kraftfahrzeug-Haftpflichtgesetz (EKHG).

Quellen: Spiegel.de, auotbild.de, diepresse.de

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