Garantiefonds: Fonds mit Kapitalschutz

Zuletzt aktualisiert am 13.06.2017

Auf der Suche nach möglichst sicheren Geldanlagen stoßen Verbraucher immer wieder auf Garantiefonds. Sie versprechen den Anlegern hohe Sicherheit und garantieren meist die Auszahlung des Anlagebetrags zum Laufzeitende. Allerdings hat sich die aktuelle Niedrigzinsphase auch auf die Rendite von Garantiefonds ausgewirkt. Somit sind diese Investmentfonds in dieser Phase keine wirklich lohnenswerten Geldanlagen. Ob sich ein solcher Fonds dennoch lohnen kann und was genau einen Garantiefonds auszeichnet, erfahren Sie in diesem Ratgeber.

Inhaltsverzeichnis

    Bei einem Garantiefonds handelt es sich um eine besondere Form des Investmentfonds. Wie es der Name bereits vermuten lässt, erhalten Anleger bei solch einem Fonds die Garantie auf die Auszahlung des ursprünglichen Anlagebetrags oder einem festgelegten Prozentsatz davon. Möglich ist auch, dass die Garantie während der Laufzeit bestimmte Zinshöhen zusichert.

    So investieren Garantiefonds

    Die meisten Anbieter von Garantiefonds veröffentlichen die Zusammensetzung ihrer Finanzprodukte nur auf Anfrage. Um die Garantien einhalten zu können, setzen Fondsmanager jedoch zu einem großen Teil auf festverzinste Wertpapiere und einem geringeren Teil auf Aktienfonds.

    Auf diese Weise besteht das Fondsvermögen aus einem dynamischen und einem statischen Anteil. Die Investition in sichere Wertpapiere erfolgt zum Beispiel in Rentenpapiere oder Anleihen, wie Nullkuponanleihen. Je nach Art des Garantiefonds investieren die Fondsmanager den spekulativen Teil in andere Aktienfonds, in Derivate oder Rohstoffe.

    Laufzeiten

    Laufzeiten bei Garantiefonds liegen meist zwischen sechs und zehn Jahren. Diese Laufzeiten sollen sicherstellen, dass das angelegte Kapital langfristig wachsen kann. Garantiefonds bieten dann die Garantie, dass der Anleger zum Ende der Laufzeit einen vereinbarten Betrag garantiert zurückerhält.

    Es existieren jedoch auch Garantiefonds ohne Laufzeitbegrenzung. Sie erheben für die garantierte Auszahlung immer einen bestimmten Stichtag pro Jahr. Die Garantie wird somit immer wieder neu ermittelt und bekanntgegeben. Bei diesen Fonds handelt es sich in der Regel um offene Garantiefonds.

    Vorzeitig aus dem Fonds aussteigen

    Anleger haben die Möglichkeit, vorzeitig aus dem Garantiefonds auszusteigen. In diesem Fall verkaufen sie ihre Fondsanteile an die Fondsgesellschaft. Allerdings erheben Fondsgesellschaften für eine vorzeitige Veräußerung der Fondsanteile eine Gebühr.

    Diese Zahlung wird von den Gesellschaften individuell gemäß den Geschäftsbedingungen berechnet. Sie kann beim Anleger zu Verlusten bei der Geldanlage führen, da bei vorzeitiger Auflösung in der Regel auch die Garantie nicht mehr greift.

    Zu berücksichtigen ist außerdem die Frage, ob es sich um einen offenen oder geschlossenen Garantiefonds handelt. Bei einem offenen Fonds ist der Kauf und Verkauf von Anteilen in der Regel jederzeit möglich. Allerdings sind die Garantien in diesem Fall nicht für die gesamte Zeit, sondern lediglich für bestimmte Zeitspannen gegeben.

    Nach Kosten für Auflösung erkundigen

    Bevor Sie Anteile Ihres Garantiefonds an die Fondsgesellschaft zurückverkaufen, sollten Sie sich zunächst die Kosten für die Auflösung angeben lassen. So können Sie entscheiden, ob sich die Auflösung zugunsten einer anderen Anlagemöglichkeit wirklich lohnt.

    Für diese Anleger eignen sich Garantiefonds

    Garantiefonds sind für stark sicherheitsorientierte Anleger gedacht. Diese Investmentfonds haben vor allem nach der Finanzkrise 2008 eine hohe Nachfrage erlebt.

    Aufgrund der andauernden Niedrigzinsphase werfen diese Fonds heute jedoch nur eine geringe Rendite ab. Zudem „bezahlt“ der Anleger die hohe Sicherheit mit einer niedrigeren Verzinsung und meist mit einem höheren Ausgabeaufschlag. Somit können die Verwaltungskosten sowie die niedrige Verzinsung dazu führen, dass der Anleger am Ende keinen Gewinn mit seiner Fondsanlage macht.

    Garantiefonds sind heute zwar immer noch eine sichere Geldanlage. Allerdings liegt die Rendite am Ende meist nicht höher als bei einem herkömmlichen Sparbuch. Bei Laufzeiten von zehn Jahren kann auch ein Festgeldkonto eine lohnenswertere Alternative sein.

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    Offen vs. geschlossen

    Wie andere Investmentfonds können auch Garantiefonds als geschlossene oder offene Fonds aufgelegt werden. Bei einem offenen Garantiefonds können Anleger ihre Anteile jederzeit kaufen oder verkaufen. Bei einem geschlossenen Garantiefonds wird das Kapital über eine festgelegte Laufzeit investiert.

    Geschlossene Garantiefonds zeichnen sich in der Regel auch dadurch aus, dass die Fondsmanager das Fondsvermögen mit möglichst risikoarmen Wertpapieren oder Anleihen aufbauen. Um die Sicherheit zu erhöhen, werden bei manchen geschlossenen Fonds nur die Zinserträge der Wertpapiere in spekulative Geschäfte an der Börse investiert.

    Offene Garantiefonds sind eigentlich nur in der Theorie Garantiefonds. Da die Laufzeit offen ist, erfolgt die Zusicherung einer Garantie nur zu bestimmten Stichtagen. Somit kann sich die Auszahlung bei einer längeren Laufzeit jederzeit ändern. Im Gegensatz zu geschlossenen Fonds sind die offenen Garantiefonds zwar risikoreicher, aber meist auch renditestärker.

    Echt vs Unecht

    Garantiefonds lassen sich auch in echte und unechte Garantiefonds einteilen. Bei echten Garantiefonds wird dem Anleger ein festes Versprechen auf einen bestimmten Ertrag gegeben. Diese Garantie kann im Extremfall eingeklagt werden.

    Unechte Garantiefonds verfolgen lediglich die Absicht, einen bestimmten Gewinn oder eine Wertsicherung zu erzielen. Eine feste Laufzeit gibt es in der Regel nicht. Der Anleger hat jedoch keine vertragliche Garantie auf Gewinn oder Werterhalt. Diese Fonds werden meist auch Wertsicherungsfonds genannt. Der Fonds gibt dabei häufig nicht einen angestrebten Gewinn an, sondern begrenzt den maximalen Wertverlust des Fonds pro Kalenderjahr.

    Die richtige Absicherungsstrategie

    Garantiefonds sollen Anlegern eine hohe Sicherheit für das eingebrachte Kapital geben. Aus diesem Grund verfolgen Fondsmanager bei Garantiefonds eine Anlagestrategie, die diese Anforderung in besonderem Maße berücksichtigt. Durch diese Faktoren wird die Sicherheit der Fonds erhöht:

    • Mischverhältnis der Anlageformen
      Für viele Garantiefonds gilt ein Verhältnis von 80 zu 20. 80 Prozent des Fondsvermögens werden dabei in festverzinste Wertpapiere investiert, während mit 20 Prozent Derivate, Aktien, Aktienfonds oder Rohstoffe gekauft werden.
    • Anleihen und andere festverzinsliche Wertpapiere
      Eine sehr hohe Absicherung erzielen Garantiefonds durch eine überproportionale Investition in festverzinsliche Wertpapiere wie  Anleihen oder Rentenpapiere. Zugleich achten die Fondsmanager bei diesen Wertpapieren auf eine hohe Bonität der Emittenten, wodurch das Ausfallrisiko verringert wird.
    • Anlage in Indizes
      Aktienindizes oder andere Indizes haben den Vorteil, dass sie den Verlauf von mehreren Wertpapieren insgesamt nachzeichnen. Garantiefonds setzen deshalb meist einen höheren Anteil des Fondsvermögens in diese Index-Zertifikate, da diese im Vergleich zu Direktinvestments eine höhere Sicherheit bieten.
    • Anpassung der Strategie
      Die Fondsmanager von Garantiefonds sorgen durch die Steuerung des Mischverhältnisses der Anlagen für die nötige Sicherheit. Unterschreitet zum Beispiel die Geldanlage in Aktien oder Rohstoffe eine vorher festgesetzte Verlustgrenze, beginnt der Fondsmanager verstärkt, dieses Kapital in festverzinsliche Wertpapiere zu investieren.

    Offene Garantiefonds nutzen in der Regel einen größeren Anteil an spekulativen Investments, um die Garantieversprechen zu erfüllen. Sie beziehen sich dabei auch nicht auf das Ende der Laufzeit, sondern auf einen festen Stichtag im Jahr.

    Garantien bei Garantiefonds

    Die Garantie eines Garantiefonds kann von der Fondsgesellschaft unterschiedlich ausgestaltet werden. Eine Garantie ist jedoch nur bei geschlossenen und echten Garantiefonds tatsächlich gültig und kann vom Anleger eingefordert werden.

    Höchststandsicherung

    Bei der Höchststandsicherung legt der Fonds ausgewählte Zeitpunkte fest, zu welchen ein Mindestgrenzwert definiert wird. Unter diesen Grenzwert kann der Anlagewert des Investors nicht fallen. Hierfür wird geprüft, ob der Anteilswert wieder einen neuen Höchststand erreicht hat und die Garantie dementsprechend angepasst.

    Diese Sicherung unterscheidet sich von Fonds zu Fonds. Durch die Anpassung der Garantie verändert sich in der Regel auch die Anlagestrategie der Fondsmanager, da sie bei einer Garantieerhöhung wiederum stärker in sichere Anlagen investieren müssen.

    Garantierter Prozentsatz des Anlagekapitals

    Manche Garantiefonds sichern dem Anleger eine Auszahlung von mindestens 80 oder 90 Prozent des eingesetzten Kapitals zu. Voraussetzung für diese Garantie ist dann, dass die Fondsanteile bis zum Ende der Laufzeit gehalten werden.

    Garantien sind nicht vergleibach mit Einlagensicherungen

    Die Garantien von Fonds werden immer vom jeweiligen Emittenten, also Banken oder Fondsgesellschaften, gegeben. Diese Garantien sind nicht vergleichbar mit der Einlagensicherung bei Banken oder der Absicherung bei Staatsanleihen. Somit bleibt selbst bei Garantiefonds immer auch ein Ausfall- oder Emittenten-Risiko bestehen.

    Chancen

    Mit einem Garantiefonds haben Anleger in der Regel ein Anrecht auf einen festen Betrag, der zum Laufzeitende garantiert wird. Dabei handelt es sich jedoch meist nicht um einen festen Ertrag, sondern lediglich um die Garantie, dass das angelegte Kapital zu einem Großteil erhalten bleibt.

    Die Rendite bei Garantiefonds ist allgemein deutlich niedriger als bei anderen Investmentfonds. Dafür gibt es verschiedene Gründe. Zum einen investieren Garantiefonds zur Sicherheit verstärkt in festverzinsliche Wertpapiere wie Anleihen oder Rentenpapiere. Deren Verzinsung wird jedoch vom allgemeinen Zinsniveau beeinflusst.

    Da dieses Zinsniveau derzeit sehr niedrig ist, erhalten die Fondsmanager nur geringe Zinserträge. Die Fondsgewinne sind demnach ebenfalls niedriger und die Anleger erhalten eine geringere Rendite.

    Die Rendite wird außerdem durch höhere Ausgabeaufschläge geschmälert, die Fondsgesellschaften für den Kauf von Fondsanteilen erheben.

    Risiken

    Durch die zahlreichen Absicherungsmechanismen ist das Verlustrisiko mit einem Garantiefonds sehr gering. Ein Totalverlust ist nahezu ausgeschlossen, da die Fondsgesellschaften in der Regel einen bestimmten Anteil des Anlagekapitals zum Laufzeitende garantieren.

    Insolvenzrisiko

    Im Falle einer Insolvenz der Fondsgesellschaft sind Anleger abgesichert. Denn die Fondsanteile werden abzüglich Gebühren und Aufschlägen als Sondervermögen verbrieft.

    Dieses Sondervermögen darf nicht angetastet werden, wenn der Emittent des Garantiefonds insolvent wird. In diesem Fall greift jedoch das Garantieversprechen nicht mehr und der Anleger erhält seine Fondsanteile zurück. Ist der Fondswert zum Zeitpunkt der Insolvenz niedrig, sind auch die Anteile weniger wert.

    Kontrahentenrisiko

    Manche Garantiefonds sichern ihre Anlagen durch Termingeschäfte, sogenannte „Futures“ ab. Diese Geschäfte werden zwischen zwei Partner abgewickelt. Das sind üblicherweise die Fondsgesellschaften und Banken. Fällt jedoch nun einer dieser Partner aus, ist das Termingeschäft hinfällig.

    Hat ein Garantiefonds nun mit einem Wertpapierhändler oder einer Bank umfangreiche Futures abgeschlossen, besteht die Gefahr eines hohen Verlusts für den Fonds, wenn der Handelspartner selbst in eine finanzielle Schieflage gerät.

    Anleger können diese Gefahr selbst minimieren, indem sie nur Garantiefonds auswählen, die nicht in Futures investieren. Eine weitere Alternative wären Garantiefonds, die in Termingeschäfte über den Terminmarkt Eurex investieren. Dieser Markt wird über die Deutsche Börse abgesichert. Sie springt beim Ausfall eines Handelspartners ein.

    Markt- und Kursrisiken

    Da Garantiefonds in Anleihen, Optionen oder in Aktien investieren, bestehen verschiedene Anlagerisiken. So kann der Marktzins fallen und die Fondsmanager müssen dann nach Alternativen suchen, um den Anteil an festverzinsten Wertpapieren hoch zu halten.

    Verluste bei diesen Anteilen sind besonders schwerwiegend, weil sie die Sicherheit des Fonds garantieren. Zugleich bleibt dann weniger Kapital für das Investment in Aktien, Aktienfonds oder andere, lukrativere Anlageklassen übrig.

    Alternativen zu Garantiefonds

    Zu den aktuell eher renditeschwachen Garantiefonds gibt es verschiedene Anlagemöglichkeiten, die sicherheitsbewusste Anleger wahrnehmen können:

    1. Absolute-Return-Fonds: Diese Bezeichnung fällt häufig, wenn es um eine besondere Form von Mischfonds geht. Das vorrangige Ziel dieser Fonds ist die Gewinnerzielung. Zu diesem Zweck dürfen die Fondsmanager die Anlagestrategie regelmäßig an die Marktentwicklung anpassen. Auf diese Weise kann eine konstante Rendite erzielt werden. Eine Garantie auf den Ertrag gibt es jedoch nicht.
    2. Festgeld: Auch wenn die Verzinsung beim Festgeld meist nur bei einem Prozent liegt, kann eine längerfristige Geldanlage dieser Art mehr Rendite bringen als ein Garantiefonds. Der Anleger hat zumindest die Garantie der Bank auf eine feste Verzinsung. Zugleich sind die Festgeldkonten durch die europäische Bankensicherung abgedeckt. Um ein passendes Festgeldkonto zu finden, nutzen Sie unseren Festgeld-Vergleich.
    3. Riesterfonds: Diese staatlich geförderte Form der Geldanlage ist relativ sicher und kann für die Altersvorsorge genutzt werden.
    4. Indexfonds: Diese Aktienfonds investieren in Aktien von Aktienindizes. Durch diese hohe Streuung gelten diese Investmentfonds als sicherer im Vergleich zu anderen Fonds. Allerdings ist hier keine Garantie für einen Ertrag gegeben und das Verlustrisiko höher. Eine Form der Indexfonds sind etwa Exchange Traded Funds.

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