Rentenfonds: Möglichkeit der Geldanlage

Zuletzt aktualisiert am 16.03.2017

Rentenfonds sind Investmentfonds. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass sie zu großen Teilen aus festverzinslichen Wertpapieren bestehen. Hierzu zählen Anleihen von Staaten oder Unternehmen, Pfandbriefe oder Kommunalobligationen. Gewinne können Anleger zum einen durch die feste Verzinsung zum Laufzeitende sowie durch positive Kursänderungen der Wertpapiere erzielen. Die festverzinslichen Wertpapiere im Fonds können von den Fondsanbietern an der Börse gehandelt werden.

Inhaltsverzeichnis

    Rentenfonds haben nichts mit der Rente zu tun

    Der Begriff Rentenfonds wird von Verbrauchern häufig mit der Rente als Altersvorsorge in Verbindung gebracht. Allerdings werden Rentenfonds so genannt, weil der Begriff „Rente“ die Fachbezeichnung für Anleihe ist. Ein Rentenfonds ist somit ein Investmentfonds, der überwiegend in Anleihen investiert.

    Ein Rentenfonds funktioniert wie andere Investmentfonds auch. Von einer Bank oder einem Finanzdienstleister wird ein Fonds aus verschiedenen festverzinslichen Wertpapieren zusammengestellt. Anhand des Portfolios wird den Anlegern eine mögliche Renditeaussicht präsentiert.

    Die Fonds werden entweder durch einen Fondsmanager bestückt, der die jeweiligen Wertpapiere anhand eigener Kriterien auswählt oder die Fondszusammensetzung orientiert sich an der Wertentwicklung von Indizes.

    Anleger investieren ihr Kapital in einen Rentenfonds und erhalten jährlich eine Gewinnausschüttung anhand der Kursentwicklung sowie der festen Verzinsung der Fondsanlage. Durch Kursschwankungen kann es jedoch auch vorkommen, dass keine Gewinnauszahlung erfolgt.

    Voraussetzung für den Kauf von Rentenfonds ist ein Wertpapierdepot, das Anleger bei einer Bank eröffnen müssen. Für die Depotverwaltung werden in der Regel Gebühren fällig.

    Online Depot i.d.R. preisgünstiger

    Nutzen Sie die Möglichkeit, ein Depot online zu eröffnen. Diese Depots sind in der Regel preisgünstiger.

    So unterscheiden sich Rentenfonds

    Rentenfonds unterscheiden sich anhand verschiedener Eigenschaften, die hier kurz skizziert werden. Die Eigenschaften haben Einfluss sowohl auf die Chancen als auch auf das Anlagerisiko.

    • Herausgeber: Der Herausgeber der Anleihen, auch Emittent genannt, kann einen Hinweis auf die Sicherheit des Angebots geben. So sind Unternehmensanleihen in der Regel unsicherer als Staatsanleihen.
    • Bonität: Die Bonität der Emittenten von Anleihen ist ein wichtiges Kriterium für das Risiko, das Anleger mit ihrem Rentenfonds eingehen. Zugleich kann eine niedrige Bonität jedoch für eine hohe Verzinsung sorgen.
    • Region: Die Sicherheit eines Rentenfonds hängt auch davon ab, aus welchem Land beziehungsweise Gebiet die darin enthaltenen Anleihen stammen. Allgemein gelten Anleihen aus dem EU-Raum als besonders sicher, in besonderem Maße sind das deutsche Staatsanleihen.
    • Laufzeit: Je länger ein Rentenfonds läuft, desto wichtiger ist das Risiko, das Anleger damit eingehen.

    Gratis eBook sichern

    Dieser Ratgeber zeigt Ihnen, wie kinderleicht Geldanlage sein kann. Mit vielen Insider-Tipps!

    Ist ein Rentenfonds etwas für mich?

    Rentenfonds galten lange Zeit als sehr sichere, langfristige Kapitalanlage mit einer konstanten und attraktiven Rendite. Da die Rentabilität von Rentenfonds allgemein vom Marktzins und der Kursentwicklung der Fonds abhängig ist, lohnen sie sich bei aktueller Niedrigzinsphase häufig kaum.

    Die Gewinnaussichten sind vergleichbar oder oft sogar schlechter als bei Festgeld. Deshalb sollten Anleger anstelle von Rentenfonds aktuell lieber attraktive Festgeld-Angebote wahrnehmen.

    Eher trübe Aussichten für Anleger

    Mittelfristig können Anleger damit rechnen, dass Rentenfonds keine einträgliche Rendite abwerfen. So besteht die Möglichkeit, dass die Verzinsung der Fonds sogar in den negativen Bereich rutscht.

    Sollten die Marktzinsen dagegen aufgrund einer stärkeren Konjunktur bald wieder steigen, müssen Anleger bei Rentenfonds sogar mit Verlusten rechnen. Denn steigende Zinsen bedeuten für Rentenfondsanleger zugleich sinkende Kurse.

    Beratungsmöglichkeiten

    Wenn Sie genau wissen wollen, ob sich die Investition in Rentenfonds für Sie lohnt, können Sie die Beratung der Verbraucherzentralen in Anspruch nehmen. Wenn Sie bereits ein Depot bei Ihrer Bank besitzen, können Sie sich auch dort zu verschiedenen Anlageportfolios beraten lassen.

    Renditechancen

    Da die Renditeaussichten bei Rentenfonds stark vom allgemeinen Marktzins abhängen, sind sie im Jahr 2016 nicht sehr gut. Das allgemeine Zinsniveau ist so niedrig wie noch nie. Diese Tendenz hat zwar dafür gesorgt, dass die Kurse der Rentenfonds gestiegen sind, die Verzinsung der Fonds jedoch so niedrig ist, dass eine sehr schmale Rendite dadurch entsteht.

    Während Wertschwankungen bei Aktien durch Angebot und Nachfrage entstehen, kann ein Wertverlust von Rentenfonds durch die feste Verzinsung ausgeglichen werden. Da diese Verzinsung jedoch immer niedriger wird und die Nachfrage zunehmend nachlässt, können auch steigende Kurse die Rendite nicht deutlich erhöhen. Somit lohnt sich ein Einstieg in Rentenfonds, zumindest in Europa, eher nicht.

    Festgeld bietet meist bessere Gewinnaussichten

    Im Gegenzug zu Rentenfonds unterliegt Festgeld keinen Marktschwankungen. In diesem Fall wird mit einer Bank ein fester Zinssatz für einen festgelegten Zeitraum vereinbart. Am Ende der Laufzeit oder jährlich werden die Zinserträge auf das Verwaltungskonto des Anlegers gezahlt.

    Bei dieser Geldanlage profitieren Sparer vom Wegfall jeglicher Kursschwankungen und somit von einem quasi nicht vorhandenen Anlagerisiko. Durch die Europäische Einlagensicherung wird Festgeld darüber hinaus bis zu 100.000 Euro im Falle einer Insolvenz des Bankhauses abgesichert.

    Bei einer Verzinsung von mehr als 1,5 Prozent bei längeren Laufzeiten ist mit Festgeld letztlich eine bessere Rendite als bei den meisten Rentenfonds möglich. Zugleich müssen Anleger für das Festgeld keine weitere Verwaltungsgebühren oder Gebühren für das Fondsmanagement bezahlen.

    Risikoprofil

    Da Rentenfonds allgemein in festverzinsliche Wertpapiere investieren, gelten sie als eine vergleichbar sichere Kapitalanlage. Welche Risiken Anleger mit einem Rentenfonds eingehen, hängt sowohl von der Bonität der einzelnen Emittenten als auch von der jeweils gewählten Laufzeit ab.

    Zugleich wird die Rendite dieser Fondsanlage vom allgemeinen Zinsniveau beeinflusst und unterliegt somit dem Zinsänderungsrisiko. Sinken die Zinsen, ist ein höherer Kurs auf dem Markt möglich und die Rendite kann steigen. Steigen hingegen die Zinsen, ist es schwerer eine gute Rendite zu erzielen.

    Als sicher gelten Rentenfonds, wenn sie zum Beispiel auf Staatsanleihen wirtschaftlich gesunder Staaten mit hoher Bonität beruhen. Das Ausfallrisiko ist in diesem Fall gering. Allerdings können auch diese Fonds aufgrund des sehr niedrigen Marktzinses für Verluste sorgen.

    Weniger sicher sind allgemeine Fonds, deren Portfolio aus Pfandbriefen oder Unternehmensanleihen besteht.

    Portfolio mit risikoreicheren Fonds ergänzen

    Je schlechter die Bonität eines Emittenten bewertet wird, desto besser ist in der Regel die Verzinsung für Rentenfonds. Diese Fonds, die eine höhere Verzinsung zu einem höheren Risiko bieten, werden auch Junk Bonds oder High Yield Bonds genannt.

    Es wird häufig empfohlen, ein Anlageportfolio bei Rentenfonds mit Junk Bonds zu ergänzen. Während die sehr sicheren Bonds für eine stabile Rendite oder für einen Ausgleich bei Verlusten sorgen, können diese risikoreicheren Anlageprodukte für einen höheren Gewinn sorgen.

    Gängige Arten von Rentenfonds

    • Geldmarktfonds: Diese Form der Rentenfonds zeichnet sich durch die Investition in Zinspapiere mit kurzer Laufzeit aus. Aus diesem Grund bieten Geldmarktfonds in der Regel nur eine sehr geringe Rendite. Anleger verwenden diese Rentenfonds meist, um aktuell nicht benötigtes Kapital verzinst anzulegen, um es später in eine andere Geldanlage zu investieren. Deshalb sind Geldmarktfonds bezüglich der Renditeaussichten vergleichbar mit Tagesgeldkonten.
    • Globale Rentenfonds: Globale Rentenfonds werden mit Staats- und Unternehmensanleihen aus der ganzen Welt bestückt. In der Regel bieten diese Rentenfonds deshalb höhere Renditemöglichkeiten als reine Euro-Rentenfonds. Dafür müssen Anleger ein höheres Risiko eingehen, zum Beispiel auch bei Währungsschwankungen.
    • Euro-Rentenfonds: Mit Euro-Rentenfonds werden ausschließlich Wertpapiere genutzt, die in Euro gehandelt werden. Dadurch verzichten Anleger auf eine höhere Rendite, gehen aber auch kein Währungsrisiko ein. Zudem gelten europäische Anleihen als sicherer.
    • Emerging-Markets-Rentenfonds: Diese Rentenfonds setzen sich aus Anleihen von Schwellenländern zusammen. Die Gewinnmöglichkeiten sind hoch, parallel steigt jedoch auch das Risiko. Anleger können diese Rentenfonds zu ihrem Depot hinzufügen, wenn sie mit einem Teil ihres Kapitals spekulieren möchten.
    • Hochzinsanleihen-Fonds: Diese Rentenfonds investieren meist in Unternehmensanleihen von Unternehmen, deren Bonität nicht sehr hoch ist. Dafür bieten diese Anleihen eine sehr hohe Verzinsung. Durch das hohe Verlustrisiko ist es für Anleger empfehlenswert, diese Fonds nur als Beimischung zu verwenden.

    Rentenfonds mit und ohne Manager

    Ähnlich wie Aktienfonds werden Rentenfonds mit oder ohne Manager angeboten.

    Art des Fonds Eigenschaften Vorteile Nachteile
    Börsengehandelte Indexfonds Rentenfonds orientieren sich an der Wertentwicklung von Indizes Sichere Renditechancen, die sich vom Marktindex ableiten lassen, niedrige Verwaltungsgebühren Niedrigere Gewinnmöglichkeiten
    Gemanagte Fonds Fondsmanager verwalten die Fonds aktiv und kaufen beziehungsweise verkaufen Anleihen Höhere Renditechancen Höheres Risiko, höhere Verwaltungsgebühren

    Drei Kennzahlen zur Prüfung

    Wer sich als Anleger für Rentenfonds interessiert, kann die einzelnen Fonds anhand von drei wichtigen Kennzahlen prüfen. Sie geben Auskunft über ein mögliches Risiko sowie mögliche Gewinnaussichten.

    1. Laufende Rendite: Bei der laufenden Rendite handelt es sich um eine Berechnung der Verhältnisses von jährlicher Verzinsung der Anleihe (auch Zinskupon genannt) sowie deren Kurs. Die laufende Rendite wird immer für ein Jahr angegeben. Für die Berechnung wird der Durschnitt aller Zinskupons sowie der Kurse verwendet. Anleger können anhand der laufenden Rendite ermitteln, wie viel Geld sie aus ihrer Kapitalanlage jährlich ausgezahlt bekommen.
    2. Effektivverzinsung: Diese Verzinsung wird auch Endfälligkeitsrendite genannt, da es sich bei dieser Kennzahl um die Rendite handelt, die Sie mit allen im Fonds gehaltenen Anleihen erzielen können, wenn Sie die Anleihen bis zum Ende der Laufzeit halten. Wenn Sie jedoch in einen Rentenfonds investieren, kann die Effektivverzinsung immer nur einen Anhaltspunkt für eine mögliche Rendite geben, da die Fondsmanager Anleihen selten bis zum Laufzeitende halten. Die Höhe der Effektivverzinsung richtet sich meist am aktuellen Niveau des Marktzinses.
    3. Modifizierte Duration: Anhand dieser Kennzahl ist für Anleger ersichtlich, welches Risiko und welche Chancen ein Fonds bietet. Die modifizierte Duration zeigt nämlich an, um welchen Prozentsatz der Wert eines Fonds steigt oder fällt, wenn sich der Marktzins um ein Prozent verändert. Wird zum Beispiel eine „Modifizierte Duration von 8“ angegeben, fällt der Wert eines Fonds um acht Prozent, wenn der Marktzins um ein Prozent steigt. Fällt der Marktzins jedoch um ein Prozent, entsteht der umgekehrte Effekt und der Kurs des Fonds steigt um acht Prozent.

    Alle 2 Wochen Spartipps und News:

    Newsletter abonnieren und Amazon-Gutschein gewinnen!