Verrechnungsscheck & Co: Die Scheckarten im Überblick

Zuletzt aktualisiert am 14.07.2017

Der Scheck gilt als eines der ältesten Zahlungsmittel der Welt. Weltweit werden Schecks unterschiedlicher Art zu verschiedenen Zwecken eingesetzt. In diesem Ratgeber erfahren Sie alles Wichtige über Scheckarten, ihre Verwendung und ihre Besonderheiten.

Inhaltsverzeichnis

    Schecks sind primär ein Wertpapier, das eine Zahlungsanweisung an eine Dritte Person enthält. Die Zahlung erfolgt von der Bank des Scheckausstellers an den Inhaber des Schecks. Somit werden Schecks überwiegend für den Zahlungsverkehr eingesetzt.

    Voraussetzung für eine erfolgreiche Scheckeinlösung ist, dass das Konto des Ausstellers ausreichend gedeckt ist. Liegt keine Deckung vor, kann eine Bank die Auszahlung eines Schecks auch verweigern.

    So wird ein Scheck eingelöst

    In der Regel handelt es sich bei einem Scheck um eine Urkunde, die den Bezugsberechtigungen zu zwei Dingen ermächtigt: Zum einen darf er einer Zahlung des Scheckausstellers von dessen Konto veranlassen und zum anderen hat er das Recht, diese Zahlung bei einer Bank einzufordern.

    Der gängige Ablauf bei einem Scheck sieht so aus:

    1. Der Scheckaussteller füllt den Scheck aus. Er trägt dort die Summe ein, die der Empfänger erhalten soll, er hinterlegt je nach Scheck dessen Namen und unterschreibt das Dokument.
    2. Der Empfänger erhält den Scheck und geht zu einer oder seiner Bank. Je nach Art des Schecks kann dieser dann nach Abgabe in bar ausgezahlt oder mit dem Girokonto des Empfängers verrechnet werden.

    Übliche Einsatzgebiete

    • Auszahlung von Gehältern oder Löhnen
      Mit einem Scheck lassen sich Löhne bargeldlos auszahlen. Der Arbeitnehmer löst seinen Gehaltsscheck selbst bei seiner Bank ein.
    • Bezahlung von Waren
      Warenverkäufe und -käufe können mit Schecks gedeckt werden. Sie werden bei Erhalt der Ware eingelöst.
    • Hinterlegen von Kautionen
      In manchen Fällen ist es möglich, höhere Kautionsbeträge für Kurzzeitmieten von Fahrzeugen oder Immobilien als Scheck zu hinterlegen. Ähnlich wie eine Barkaution wird der Scheck im Bedarfsfall vom Besitzer eingelöst.
    • Alternative zur Barzahlung oder Überweisung
      Lange Zeit war der Scheck die einzige Möglichkeit, um beim Einkaufen bargeldlos zu bezahlen. Ebenso konnten Schecks Überweisungen ersetzen. Heute werden stattdessen Online-Überweisungen oder EC-Karten verwendet.
    • Zahlung von Überschüssen oder Schäden durch Versicherungen
      Viele gesetzliche Krankenkassen nutzen Verrechnungsschecks, um Überschüsse an ihre Mitglieder auszuzahlen. Manche Versicherer senden das Geld für den Schadensersatz ebenfalls in Form eines Schecks an ihre Kunden.

    Verrechnungsscheck

    • Wird nicht bar ausgezahlt, sondern auf das Girokonto des Empfängers überwiesen.
    • Vorteil: Hohe Sicherheit und nachvollziehbare Transaktion.

    Der Verrechnungsscheck, oder kurz V-Scheck, ist ein Scheck, dessen Einlösung nicht in Bargeld erfolgen darf. Er ist nur auf einen bestimmten Empfänger ausgestellt, der sich den Scheckbetrag auf sein Girokonto zahlen lassen kann. In der Regel dauert die Einlösung eines Verrechnungsschecks zwischen drei und neun Werktagen. So lange lassen sich die Banken Zeit, um sicherzugehen, dass das Konto des Ausstellers ausreichend für den Übertrag gedeckt ist.

    Verrechnungsschecks werden in Deutschland gemäß Artikel 39 des Scheckgesetzes in Deutschland mit dem Vermerk „nur zur Verrechnung“ versehen. Der Scheckaussteller kann diesen Vermerk handschriftlich auf den Scheck fügen. Dabei verliert dieser Hinweis auch bei Durchstreichen seine Gültigkeit nicht. So wird verhindert, dass der Empfänger sich den Betrag bar auszahlen lassen kann.

    Verwendung

    Einen Verrechnungsscheck kann jeder ausstellen, der ein gültiges Girokonto mit ausreichender Deckung besitzt. Eingelöst wird der Scheck bei der eigenen Bank. Eine Einlösung bei einer fremden Bank ist auch möglich. Allerdings können dafür Gebühren erhoben werden.

    Verrechnungsschecks verhindern die missbräuchliche Nutzung, da keine anonyme Einlösung des Schecks möglich ist. Zugleich kann die Transaktion durch den Übertrag auf das Girokonto des Empfängers exakt nachvollzogen werden. Kann ein Verrechnungsscheck mangels Deckung des Scheckausstellers nicht eingelöst werden, hat der Empfänger das Recht, seinen Anspruch auch gerichtlich durchzusetzen. Lediglich Orderschecks verfügen über eine noch höhere Sicherheit.

    Barscheck

    • Wird Bar an den Empfänger ausgezahlt, meist nur bei der genannten Bank einlösbar.
    • Vorteil: Einfache Methode des bargeldlosen Überweisens oder Bezahlens - durch Vermerk „nur zur Verrechnung“ wird der Barscheck zum Verrechnungsscheck.

    Wie es der Name bereits vermuten lässt, wird bei der Einlösung dieser Schecks Bargeld ausgezahlt. Die Auszahlung erfolgt in der Regel nur an den auf dem Scheck notierten Empfänger. Barschecks können als Alternative zum Aushändigen von Bargeld verwendet werden. Diese Schecks werden zum Beispiel in manchen Ländern zur Zahlung von Gehältern genutzt.

    Verwendung

    Üblicherweise wird auf einem Barscheck eine Bank genannt, bei der sich der Empfänger das Bargeld auszahlen lassen kann. Meist handelt es sich um die Bank des Ausstellers. Wird der Scheck eingelöst, gilt er zugleich als Quittung für den Erhalt des Geldes.

    Auf Wunsch kann der Barscheck mit dem Vermerk „nur zur Verrechnung“ oder im internationalen Zahlungsverkehr durch zwei diagonale Striche im linken oberen Bereich zu einem Verrechnungsscheck umgewandelt werden.

    Orderscheck

    • Wird häufig für den sicheren Postversand von Schecks verwendet, kann nur an den im Scheck genannten Empfänger ausgezahlt werden.
    • Vorteil: Sichere Form der Geldübertragung.

    Ein Orderscheck ist ein echtes „Orderpapier“, bei dem die darauf geschriebene Summe nur an die auf dem Scheck notierte Person oder den Überbringer des Schecks (Indossament) ausgezahlt werden darf. Erkennbar sind Orderschecks an der zusätzlichen Zeile für den Namen des Empfängers.

    Verwendung

    Allgemein wird der Orderscheck für den Postversand von Schecks verwendet, da er die höchste Sicherheit bietet und Missbrauch vorbeugt. Allerdings ist der Einsatz dieser Scheckart eher selten, da er auf Seiten der Banken mit zusätzlichem Aufwand verbunden ist. Denn sie muss die Berechtigung des Scheckinhabers oder -überbringers zunächst prüfen. In der Regel wird auf dem Formular für den Scheck vermerkt, dass der Inhalt nicht geändert oder gestrichen werden darf.

    Der Orderscheck kann unterschiedliche Indossamente beinhalten. Dabei handelt es sich um die Übertragung der Empfangsrechte des Geldbetrags. Folgende Formen sind bei einem Orderscheck möglich:

    1. Vollindossament: In diesem Fall wird der Begünstigte explizit auf dem Scheckformular genannt.
    2. Blankoindossament: Hier wird auf dem Scheck „an Order“ hinzugefügt. Damit kann den Orderscheck jeder einlösen, der ihn bei der Bank abgibt.
    3. Inkassoindossament: Bei dieser Form darf der Bezugsberechtigte den Wert des Schecks nur für den Aussteller des Indossaments einziehen.

    Orderschecks werden wie andere Schecks auch bei einer Bank eingelöst. Sie können nicht als Zahlungsmittel verwendet werden.

    Inhaberscheck

    • Darf von der Bank an den jeweiligen Inhaber des Schecks ausgezahlt werden.
    • Vorteil: Einfache Verwaltung für Banken, da Identitätsprüfung entfällt.

    Ein Inhaberscheck zeichnet sich dadurch aus, dass derjenige ihn einlösen kann, der ihn besitzt, also dessen Inhaber ist. Inhaberschecks werden demnach nicht auf eine bestimmte Person oder ein Indossament beschränkt.

    Verwendung

    Inhaberschecks können von jeder erwachsenen Person bei einer Bank eingelöst werden. Sie benötigen keine Legitimation zur Einlösung. Somit sind Inhaberschecks übertragbare Urkunden und funktionieren wie Bargeld.

    Die Einlösung von Barschecks kann durch das Hinzufügen von Hinweisen wie „oder Überbringer“ oder „nur zur Verrechnung“ eingeschränkt werden.

    Namensscheck

    • Auf eine bestimmte Person ausgestellt, kann nur von dieser eingelöst werden.
    • Vorteil: Sehr sichere Geldübertragung.

    Ein Namensscheck ist immer speziell für einen Empfänger ausgestellt. Nur diese Person darf den Scheck einlösen. Übertragungen durch Indossament sind nicht möglich. In diesem Fall wird meist der Zusatz „nicht an Order“ auf dem Scheckformular hinzugefügt.

    Verwendung

    In Frankreich können Namensschecks nur bei einer Bank vom rechtmäßigen Bezugsberechtigten eingelöst werden. Möglich ist alternativ die Einlösung durch Bankbevollmächtigte. Je nachdem, ob der Namensscheck bar ausgezahlt oder verrechnet wird, ist er ein Bar- oder Verrechnungsscheck.

    Weitere Scheckarten

    Neben den geläufigeren Scheckarten gibt es noch weitere Schecks, die hier kurz vorgestellt werden.

    Bankscheck Bankschecks kommen überwiegend bei interkontinentalen Zahlungen zum Einsatz. Bei dieser Scheckart ist der Zahlungspflichtige die Bank. Sie wird damit zum Scheckaussteller. Auf diese Weise können Schecks vom Empfänger im Ausland schneller und sicherer eingelöst werden. Denn es ist für Banken einfacher, die Bonität einer anderen Bank zu prüfen als die Bonität einer Privatperson oder eines Unternehmens. Bei einem Bankscheck wird das Konto des ursprünglichen Ausstellers sofort belastet.
    Bestätigter Scheck / Bundesbank-Scheck Theoretisch ist ein bestätigter Scheck nach dem Scheckgesetz nicht zulässig. Dennoch gibt es mit dem Bundesbank-Scheck eine Ausnahme. In diesem Fall wird das Konto des Ausstellers sofort durch seine Bank mit dem entsprechenden Betrag belastet. Danach übersendet die Bank diesen Scheck an die Deutsche Bundesbank. Sie stempelt den Scheck ab und bestätigt dadurch seine Deckung. Zugleich kann der Bundesbank-Scheck wie Bargeld eingesetzt werden. Für den Begünstigten gibt es bei einem solchen Scheck so gut wie kein Ausfallrisiko. Eingesetzt werden Bundesbank-Schecks zum Beispiel beim Haus- oder Autokauf.
    Euroscheck Der Euroscheck kann als Vorläufer der EC-Karte gesehen werden. Bis zum Jahr 2002 garantierten Banken die Einlösung dieser Schecks bis zu einer Höhe von 400 D-Mark innerhalb ganz Europas. Seine Einlösung war mit der EC-Karte verknüpft. Im Handel konnten Euroschecks wie Bargeld eingesetzt werden.
    Heute gibt es diese Zahlungsgarantie nicht mehr. Stattdessen kann meist die EC-Karte bzw. die Girokarte als Zahlungsmittel verwendet werden. Darüber hinaus ist ein Bargeldbezug über Geldautomaten innerhalb der EU möglich. Aus diesem Grund werden Euroschecks heute kaum noch genutzt.
    Reisescheck (Travelers Cheque) Theoretisch ist ein Reisescheck kein eigentlicher Scheck, sondern vielmehr ein Verpflichtungsschein. Denn Reisende können diese Schecks bei Anbietern wie American Express oder Thomas Cook oder Banken im Vorfeld gegen eine Gebühr kaufen. Die Schecks lassen sich dann im Reiseland direkt wie Bargeld einlösen oder bei Banken gegen Bargeld tauschen. Reiseschecks sind in den großen Währungen wie Euro, Dollar, britische Pfund oder Yen erhältlich.
    Beim Einlösen der Schecks müssen diese unterschrieben werden. Häufig wird von Banken zusätzlich ein Ausweisdokument verlangt. Empfehlenswert ist außerdem, die Quittung für den Kauf der Travelers Cheques aufzubewahren.
    Ein Vorteil der Reiseschecks besteht darin, dass sie bei einem Diebstahl im Gegensatz zu Bargeld vom ausgebenden Anbieter erstattet werden können.

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