Wohnwagen kaufen: So finden Sie das passendes Modell

Zuletzt aktualisiert am 11.04.2018

Wer einen Wohnwagen kaufen möchte, kann vollkommen unabhängig, selbstbestimmt und befreit in den Urlaub fahren. Doch so flexibel Sie mit dem Anhänger an sich sind, so strukturiert sollten Kauf und Finanzierung ablaufen.

Inhaltsverzeichnis

    Obwohl es den Wohnwagen schon seit Ende des 19. Jahrhunderts gibt, wirkt der Anhänger moderner denn je. Schließlich können Sie mit dem Anhänger vollkommen unabhängig verreisen, um so dem Alltagsstress zu entfliehen. Bevor dieser Traum wahr wird, müssen Sie aber zunächst entscheiden, welcher Typ von Wohnwagen für Sie überhaupt in Frage kommt. Zudem sollten Sie sich vor einem Kauf klar machen, was Sie von dem Wohnwagen überhaupt erwarten und wie viel Budget zur Verfügung steht. Anschließend geht es an die Suche nach einem passenden Modell, bevor Sie sich final um die Wohnmobil-Finanzierung kümmern.

    Wohnwagen Typen

    Beim Wohnwagen kaufen gilt: Je mehr Komfort Sie möchten, desto teurer ist der Wohnwagen. Machen Sie sich daher im Vorfeld genau klar, was Sie brauchen:

    • Anzahl der Schlafplätze
    • Kochnische
    • Bad / Dusche
    • Stauraum
    • Platz im Inneren für Gepäck oder zum „Wohnen“

    Verreisen Sie mit dem Fahrzeug ohnehin nur über das Wochenende, dürfte schon ein kleiner Teardrop-Anhänger ausreichen. Planen Sie eine Tour durch Skandinavien, orientieren Sie sich besser im Bereich der „Luxus-Wohnwagen“. Denn diese sind deutlich besser isoliert, beheizt und verfügen oft über Wassertanks. So können Sie auch an abgelegenen Orten campen.

    Zeltklapp-Wohnwagen

    Dieses Modell klappen Sie aus einem Anhänger heraus auf. Es handelt sich nicht um einen „richtigen“ Wohnwagen, sondern ein geräumiges Zelt. Der Vorteil: Preislich sind diese Modelle kaum zu schlagen, dafür ist der Komfort sehr gering.

    Teardrop-Anhänger

    Auch diese Variante, welche die Form einer Träne hat, ist vergleichsweise simpel aufgebaut. Zwar müssen Sie nicht im Zelt schlafen, neben den Betten findet sich aber nur ein kleiner Stauraum. Dafür gibt es die Variante auch für Motorräder.

    Klapp-Wohnwagen

    Dieses Modell hat immerhin schon feste Seitenwände, was es etwas teurer macht als die beiden vorherigen Varianten. Dennoch ist der „Wohnkomfort“ immer noch stark eingeschränkt. Zwar ist es im Inneren durch die festen Seitenwände es wärmer und geschützter, doch eine richtige Küche oder gar ein separates Bad gibt es hier nicht.

    Wohnwagen mit Hubdach

    Schon deutlich stärker verbreitet und nachgefragt sind Wohnwagen, die über ein Hubdach verfügen. Während der Fahrt klappt das Dach etwas herunter, damit die Aerodynamik besser und der Spritverbrauch damit geringer ist. Da diese Hubwagen relativ viel Platz bieten, sind sie teilweise mit einer kleinen Toilette ausgestattet, auch eine Kochnische können Sie hier nutzen.

    Klassischer Wohnwagen

    Den klassischen Wohnwagen finden Sie in verschiedensten Kategorien vor. Sie alle zeichnet aus, dass der Wohnwagen guten Schutz vor der Witterung bietet. Zudem gibt es meist mehr als nur zwei Schlafplätze und eine etwas größere Kochzeile. Luxus-Wohnwagen bieten zudem eigene Duschen und können teilweise mehrere Tage autark verwendet werden.

    Gebraucht oder neu?

    Haben Sie sich für ein Modell entschieden, kann die nächste Überlegung angestoßen werden – nämlich ob der Wohnwagen neu oder gebraucht gekauft werden soll. Die größten Einsparpotenziale bieten sich zweifelsfrei, wenn Sie den Wohnwagen gebraucht kaufen. Genau wie herkömmliche Autos auch verlieren die Anhänger mit jedem Jahr drastisch an Wert. Doch natürlich bieten sich einige Vorteile, wenn Sie den Wohnwagen neu kaufen:

    • Das Fahrzeug ist definitiv frei von Mängeln.
    • Sie haben ein gesetzliches Recht auf Gewährleistung.
    • Oftmals sind neue Modelle deutlich komfortabler und besser ausgestattet als die Vorgänger-Versionen.

    Letztlich müssen Sie selbst entscheiden, inwiefern diese Vorteile Ihnen den teilweise hohen Aufpreis wert sind.

    Typische Fehler beim Wohnwagen-Kauf

    Egal, ob Sie einen Wohnwagen gebraucht oder neu kaufen, es gibt gewisse Fehler bei der Planung des Kaufs, die Sie unbedingt vermeiden sollten. Informieren Sie sich vor dem Kauf unbedingt darüber, ob Ihr Auto den Wagen überhaupt ziehen kann beziehungsweise darf. Vor allem große Luxusvarianten sind schwer und wenig aerodynamisch, sodass ein kleiner Fiat Punto zweifelsfrei an seine Grenzen käme.

    Zudem müssen Sie überprüfen, inwiefern Ihr Führerschein das Fahren mit einem Wohnwagen überhaupt erlaubt. Ab einer bestimmten Größe gelten die Wagen immer als Anhänger, nur kleine Zeltklapp-Modelle können Sie unter Umständen auch ohne den notwendigen Zusatz führen.

    Wohnwagen gebraucht kaufen

    Möchten Sie gebrauchte Wohnwagen kaufen, stellt sich zunächst die Frage, ob Sie zu einem privaten oder einem gewerblichen Händler gehen sollten. Private Anbieter sind zwar oft günstiger, dafür erhalten Sie beim Profi eine Gewährleistung. Das nimmt gerade bei älteren Modellen viel Risiko, weil der Händler für Schäden teilweise geradestehen muss. Ist die Wahl gefallen, gehen Sie beim Kauf wie folgt vor:

    1. Recherchieren Sie online nach gebrauchten Wohnwagen. Vergleichen Sie verschiedene Modelle und Anbieter, um Sparpotenziale zu entdecken.
    2. Über die Portale können Sie einen Besichtigungstermin vereinbaren.
    3. Vor Ort sollten Sie den Wagen komplett auf Mängel überprüfen. Schauen Sie vor allem auf mögliche Schäden am Lack, die Reifen und die Kupplung. Auch die Innenausstattung sollte in einem guten Zustand sein.
    4. Beurteilen Sie jetzt, inwiefern der Wohnwagen wirklich geräumig und komfortabel genug für die gewünschte Nutzung ist.
    5. Im letzten Schritt nutzen Sie die gefundenen Mängel, um den Preis zu verhandeln. Sowohl gewerbliche als auch private Anbieter haben hier immer noch einen gewissen Spielraum.

    Bei gebrauchten Modellen Experten mitnehmen

    Zwar hat der Wohnwagen im Gegensatz zum Wohnmobil keinen eigenen Motor, Quellen für Schäden oder Mängel gibt es trotzdem genug. Haben Sie noch nie einen solchen Anhänger gekauft, holen Sie sich am besten Hilfe bei einem Bekannten oder Verwandten. Nehmen Sie den „Experten“ mit zum Wohnwagenkauf, damit Sie mögliche Mängel schneller und zuverlässiger aufdecken können.

    Wohnwagen neu kaufen

    Neue Wohnwagen kaufen Sie immer direkt beim gewerblichen Händler. In der Regel gibt es hier nur wenig Spielraum für Verhandlungen, nur bei einer Barzahlung erhalten Sie teilweise einen Rabatt. Beim Kauf an sich können Sie sich daher voll auf die wichtigsten Eigenschaften des Wohnmobils an sich fokussieren:

    • Wie viel Zuladung ist möglich?
    • Reicht meine Führerscheinklasse aus, um das Modell überhaupt als Anhänger nutzen zu dürfen?
    • Ist ein Wassertank vorhanden? Wie groß ist dieser?
    • Gibt es genügend Raum für die angestrebte Nutzung?

    Folgekosten beachten

    Achten Sie beim Kauf niemals nur auf den eigentlichen Anschaffungspreis. Die Folgekosten können gerade auf lange Sicht richtig ins Geld gehen. Neben dem Spritverbrauch sind hiermit vor allem die Wartungs- und Reparaturkosten gemeint, die insbesondere bei gebrauchten Wohnwagen recht hoch ausfallen.

    Allgemeines zum Kauf

    Ist der Wohnwagenkauf eine Art Experiment für Sie, setzen Sie am besten auf gebrauchte Wohnwagen. Ohne viel Kapitaleinsatz können Sie so testen, ob diese Art des Reisens überhaupt das Richtige für Sie ist. Gefällt Ihnen der Wohnwagen nicht, verkaufen Sie ihn ohne große Verluste. Wer hingegen schon seit Jahren mit dem Anhänger verreist und das auch in Zukunft mehrfach im Jahr vorhat, macht mit einem neuen Modell nicht viel falsch.

    Günstig den Wohnwagen-Kauf finanzieren

    So sparen Sie beim Wohnwagen-Kauf

    Wenn Sie einen Wohnwagen kaufen, sparen Sie schon gegenüber einem richtigen Wohnmobil viel Geld. Doch zwischen den Anhängern an sich liegen immer noch große Preisunterschiede. Die „Luxus-Liner“ kosten mehrere zehntausend Euro, einfache Mini-Camper sind teilweise für unter 10.000 Euro erhältlich.

    Möchten Sie einen echten Luxus-Wohnwagen kaufen, kostet der Anhänger schnell mehrere zehntausend Euro. Wer das Geld nicht auf dem Konto hat, kann das Fahrzeug auf zwei verschiedenen Wegen finanzieren:

    • Bank: Banken vergeben spezielle Kredite für Autos beziehungsweise Fahrzeuge im Allgemeinen. Auch ein herkömmlicher Ratenkredit kann genutzt werden, um die Anschaffung zu finanzieren.
    • Händlerfinanzierung: Sofern Sie den Wohnwagen bei einem gewerblichen Händler kaufen, können Sie unter Umständen die Händlerfinanzierung nutzen.

    Bei beiden Möglichkeiten handelt es sich um eine Kreditaufnahme, nur die Konditionen können sich voneinander unterscheiden. Einen Vorteil kann allerdings die Bankfinanzierung bieten: Nehmen Sie den Kredit auf, können Sie sich das Geld in bar auszahlen lassen und auf diesem Wege beim Händler bezahlen. Viele Anbieter gewähren Ihnen hierfür einen Preisnachlass.

    Der größte Nachteil der Finanzierung besteht darin, dass der Wert von Wohnwagen nach dem Kauf recht schnell sinkt. Entschließen Sie sich beispielsweise nach zwei Jahren dazu, das Fahrzeug wieder zu verkaufen, dürfte der Verkaufserlös nur selten ausreichen, um die Restschuld komplett abzudecken. Dann würden Sie weiter Kreditraten abbezahlen, ohne hierfür einen Wohnwagen nutzen zu können.

    Angebote vergleichen

    Damit die Finanzierung des Wohnwagens möglichst günstig abläuft, sollten Sie unbedingt Kreditangebote miteinander vergleichen. Denn verschiedene Banken werden Ihnen unterschiedlich gute Konditionen für die Finanzierung anbieten. Mit einem Vergleich sparen Sie so auf lange Sicht mehrere hundert Euro.

    Leasing statt Kauf

    Eine Alternative zum direkten Kauf kann das sogenannte Leasing sein. Es ist allerdings bei Wohnwagen relativ wenig stark verbreitet. Sofern Sie doch ein passendes Angebot finden, müssen Sie Folgendes beachten:

    • Die Leasing-Raten sind als eine Art Mietzahlung anzusehen, die jeden Monat fällig werden.
    • Nach Ablauf der Leasing-Zeit entscheiden Sie, ob Sie das Fahrzeug kaufen. Dabei dienen die Leasing-Raten als eine Teilanzahlung, werden aber nicht vollständig auf den Kaufpreis angerechnet.
    • Erwerben Sie den Wohnwagen nicht, werden die Leasing-Raten nicht erstattet.

    Lohnenswert ist Leasing nur dann, wenn Sie keinen späteren Kauf planen und die aktuelle Belastung für Ihre Haushaltskasse sehr klein halten möchten. Denn in der Regel fallen die Leasing-Raten geringer aus als mögliche Kreditraten, die bei einem Kauf fällig würden.

    Einsatz des Wohnwagens

    Schon eingangs ist erwähnt worden, dass Komfort Geld kostet. Das fängt bei einfachen Aspekten wie dem Stauraum an, geht über die Schlafplätze und endet beim Flachbildfernseher. Wer Geld beim Wohnwagen kaufen sparen möchte, verzichtet am besten auf so viel Luxus, wie nur irgendwie möglich ist. Als Anhaltspunkt kann dabei die Nutzung des Wohnwagens dienen:

    • Kurztrip: Verreisen Sie nur zwei- bis dreimal im Jahr, reichen kleine Mini-Camper. Diese dienen dann praktisch als reine Schlafkabine, maximal findet sich noch eine Kochnische im hintern Teil des Wagens. So müssen Sie nicht für viel Geld Essen gehen und auch die Anschaffung des Wohnwagens ist preiswert.
    • Einwöchige Reise: Sind Sie oft mehrere Tage unterwegs – etwa von Hamburg Richtung Skandinavien oder von München nach Italien – sollte es schon ein bisschen mehr Komfort sein. So sollten Sie im Wohnwagen aufrecht stehen können, auch die Kochnische darf etwas größer ausfallen.
    • Mehrwöchige Reisen: Echte Camper nutzen den Wohnwagen auch schon mal mehrere Wochen, um ganze Länder zu bereisen. Zwar können Sie dann immer noch auf teuren Luxus verzichten, auf Komfort wie etwa ein eigenes Bad aber nicht unbedingt. Zudem sollten die Betten bequem sein und nicht an einfache Isomatten erinnern. Sonst starten Sie mit Rückenschmerzen in den nächsten Urlaubstag.

    Sparen können Sie auch insofern, als dass Sie sich den zusätzlichen Spritverbrauch der Wohnwagen näher anschauen. Je höher und breiter der Wagen ist, desto schlechter ist das für die Aerodynamik. Entsprechend stark steigt der Spritverbrauch an. Auch das Gewicht hat Einfluss auf die Benzinkosten.

    Nicht sparen beim Schlafplatz

    Grundsätzlich sollten Sie nicht beim Schlafplatz sparen. Sind Sie sich nicht sicher, ob Sie nicht doch vielleicht mal zu dritt oder viert verreisen, investieren Sie das zusätzliche Geld besser. Denn Nachrüsten können Sie die Schlafplätze – im Gegensatz zu vielen anderen Ausstattungsmerkmalen – nicht.

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