Ein Girokonto (Kontokorrent: conto = Rechnung, corrente = laufend) ist ein Konto in laufender Rechnung. Es dient der Abwicklung des alltäglichen Zahlungsverkehrs und ist aufgrund des immer häufiger genutzten elektronischen Zahlungsverkehrs aus dem Alltag kaum noch wegzudenken. Schließlich werden nicht mehr nur Gehaltszahlungen und andere Geldeingänge unbar gebucht, auch das Bezahlen von Rechnungen, Mieten und Nebenkosten erfolgt heute unbar per Dauerauftrag oder Lastschrifteinzug.
Wenn Sie ein Konto eröffnen wollen, können Sie dies bei nahezu jeder Bank oder Sparkasse tun. Sie sollten jedoch auf die Kontoführungsgebühren achten, denn diese können je nach Institut bis zu zehn Euro pro Monat betragen. Zusätzlich werden mitunter Gebühren für den Kontoauszug oder die Kreditkarte fällig.
Um Kontoführungsgebühren zu sparen, können Sie allerdings auch ein kostenloses Girokonto nutzen. Dieses wird nicht mehr nur von Direktbanken, sondern auch von vielen Filialbanken angeboten. Allerdings müssen Sie zumeist bestimmte Voraussetzungen erfüllen, um das kostenlose Girokonto nutzen zu können. So müssen Sie bei einigen Instituten einen Mindestgeldeingang nachweisen, wieder andere Banken setzen ein Mindestguthaben auf dem Kontokorrentkonto oder einem Sparkonto voraus.
Studenten und Auszubildende können in der Regel ohne Voraussetzungen kostenlose Girokonten nutzen, die je nach Institut als Start-Konto, Studenten-Konto oder Ausbildungs-Konto bezeichnet werden. Mitunter erhalten Studenten sogar eine kostenlose Kreditkarte gratis dazu.
Ihr Girokonto, welches in laufender Rechnung geführt wird, dient zur Abwicklung Ihres alltäglichen Zahlungsverkehrs, etwa der Überweisung der monatlichen Mietzahlungen. Für die Geldanlage hingegen ist das Girokonto weniger geeignet, denn in der Regel erhalten Sie hier keine Zinsen.
Sofern Sie Gelder auf Ihrem Girokonto verzinslich anlegen wollen, lohnt daher der Abschluss eines Tagesgeldkontos, wie es beispielsweise auch von der netbank angeboten wird. Hierbei handelt es sich um ein kostenloses Konto mit Guthabenverzinsung. Ein Girokonto-Vergleich zeigt Ihnen, welche Bank das Girokonto zusammen mit dem Tagesgeldkonto bietet und wo Sie die höchsten Zinssätze für Ihr Kapital erzielen.
Einzahlungen auf das Tagesgeldkonto sind per Überweisung problemlos möglich, selbst Daueraufträge vom Girokonto können angelegt werden. Auszahlungen werden auf das bei Vertragsabschluss genannte Referenzkonto (das eigene Girokonto) gebucht. Im Vergleich zum klassischen Sparbuch müssen Sie beim Tagesgeldkonto keine Kündigungsfristen einhalten, auch ist Ihr Geld nicht wie bei einem Festgeldkonto für einen gewissen Zeitraum fest angelegt. Sie bleiben somit immer flexibel, sowohl bei Ihren Einzahlungen wie auch bei Auszahlungen. Andererseits haben Sie keine Planungssicherheit, denn die Zinssätze können sich täglich ändern.
Immer mehr Bankkunden nutzen heute das Online-Banking, um Kontoumsätze zu Hause anzusehen oder Überweisungen am eigenen PC einzugeben. In der Regel wird das Online-Banking dabei per Internet-Banking im PIN/TAN(iTAN)-Verfahren durchgeführt. Sie als Kontoinhaber loggen sich auf der Internetseite Ihrer Bank ins Homebanking ein und können Überweisungen oder Wertpapieraufträge dann durch Eingabe einer TAN-Nummer freigeben.
Neben dem PIN/TAN-Verfahren können Sie das Onlinebanking aber auch im HBCI-Verfahren durchführen. Sie nutzen bei diesem Verfahren eine von Ihrer Bank zur Verfügung gestellte Software. Ihre persönlichen Daten werden dabei elektronisch mit einer verschlüsselten Signatur übermittelt. Aktuell gilt dieses Verfahren bei Experten als sicherste Methode des Homebanking, da das Ausspähen der Daten nahezu unmöglich ist.
Das Online-Banking bietet sowohl Vorteile wie auch Nachteile. Zu den Vorteilen gehört, dass Sie Ihre Bankgeschäfte zu Hause durchführen können und nicht mehr an die Öffnungszeiten der Banken gebunden sind. Allerdings kann das Onlinebanking nach wie vor nicht als 100% sicher eingestuft werden, da Betrüger immer neue Methoden wie das Phishing und das Pharming entwickeln, Ihre Daten auszuspähen und diese dann missbräuchlich zu verwenden. Beim Phishing beispielsweise werden gefälschte Mailadressen verwendet, die den Originalen täuschend ähnlich sehen, beim Pharming hingegen werden Daten im PC gefälscht, wodurch Sie wiederum auf eine gefälschte Internetseite gelangen. Geben Sie daraufhin in einem der beiden Fälle Ihre Onlinebanking-Zugangsdaten ein, können die Betrüger diese Daten auslesen und für eigene Überweisungen verwenden. Es ist daher wichtig, die Zugangsdaten sicher zu verwahren und bei Verdacht auf Viren sofort einen Experten zu Rate zu ziehen.
Wenn Sie ein Girokonto eröffnen, richten Ihnen die Banken in der Regel wenige Tage nach Kontoeröffnung einen Dispositionskredit auf Ihrem Konto ein, sofern Sie über die entsprechende Bonität verfügen. Diese ist dann gegeben, wenn Ihre Schufa-Auskunft positiv ist und Sie über ein regelmäßiges monatliches Einkommen verfügen. Der Dispositionskredit wird bei den meisten Banken über das doppelte oder dreifache Nettoeinkommen vergeben.
Der Dispositionskredit, der oft nur kurz als Dispo bezeichnet wird, ist ein Kreditrahmen, der nur auf privaten Girokonten eingerichtet wird. Bis zur Höhe des Dispositionskredites ist es Ihnen möglich, Ihr Girokonto ohne weitere Rückfrage bei der Bank zu überziehen und so dringende Rechnungen zu bezahlen oder kleinere Anschaffungen zu tätigen.
Sie sollten allerdings beachten, dass die Nutzung eines Dispositionskredites im Vergleich zu anderen Krediten sehr teuer ist. So werden bei der Inanspruchnahme des Kredites Überziehungszinsen von teilweise mehr als 15% p.a. fällig. Diese werden taggenau berechnet und in der Regel quartalsweise über den Kontoabschluss des Girokontos gebucht.
Der Dispositionskredit ist vor allem dann sinnvoll, wenn Sie nur kurzfristig Kredit benötigen und die Überziehung mit dem nächsten Gehaltseingang ausgleichen können. Benötigen Sie jedoch längerfristig Kredit oder haben Sie höheren Kreditbedarf, sollten Sie einen klassischen Ratenkredit nutzen, denn hier können Sie von niedrigen Zinsen und einer festen Monatsrate profitieren.