Eine Lastschrift kostet 30 Cent, jede Überweisung mit schriftlichem Beleg 1,50 Euro und für jeden neuen Dauerauftrag verlangt die Bank einen Euro. Alles keine großen Summen, doch am Ende des Monats sind schnell zehn, am Jahresende sogar 100 Euro zusammen. Doch es geht beim Thema Girokonto auch preiswerter. Viele Institute bieten gänzlich kostenlose Konten und offerieren einen deutlich besseren Service. Denn in der Tat ärgert sich jeder vierte Bankkunde über zu hohe Gebühren, hat im letzten Jahr eine Studie des Marktforschungsinstituts TNS Emnid im Auftrag der Citibank ergeben. Dennoch scheuen viele Kunden den Wechsel. Faustformel: Wer mehr als 80 Euro im Jahr inklusive Kreditkarte für sein Filialkonto und mehr als 40 Euro für sein Onlinekonto zahlt, für den lohnt ein Wechsel.
Banken helfen beim Wechsel
Doch aus Vertrautheit und Bequemlichkeit scheuen viele den Wechsel. Dabei ist das gar keine so große Sache. Viele Banken helfen sogar dabei. Es müssen zwar alle Daueraufträge umgestellt werden, Arbeitgeber, Vermieter und Versicherer über die neue Kontoverbindung informiert werden, doch viele der neuen Banken bieten Unterstützung. Häufig stellen sie Einzugsermächtigungen und Daueraufträge um.
Einen umfassenden Wechselservice bieten etwa viele Sparda- und PSD-Banken. Sie leiten den Auftrag zur Schließung des bisherigen Kontos weiter, lösen das alte Konto auf und ziehen das Guthaben ein. Tipp: „Kunden führen die beiden Konten am besten eine Weile parallel, um zu sehen, ob die Umstellung geklappt hat“, sagt Olaf Willems vom Verband der PSD-Banken. Wer sich umschaut, findet viele Institute, die kostenlose Konten anbieten – EC- und Kreditkarte inklusive.
Von den überregionalen Banken haben etwa die Wüstenrot Bank mit dem Konto Topgiro und die Deutsche Kreditbank (DKB) mit dem Onlinekonto Cash Angebote mit Null-Gebühren. Die Kontoführung ist zudem nicht an Voraussetzungen wie ein Mindesteinkommen geknüpft. Ähnlich die Netbank. Allerdings werden hier 20 Euro im Jahr für die Kreditkarte fällig. Die meisten Null-Gebühren-Banken arbeiten als Direktbanken. Das heißt, sie sind ausschließlich über Telefon oder Internet erreichbar.
Auf Geldautomatennetze achten
Kostenlose Konten gibt es noch mehr, doch viele verlangen ein bestimmtes Mindesteinkommen wie etwa die Citibank, die ein Guthaben von 2.500 Euro sehen will. Das Geld kann aber auch auf einem Sparbuch liegen. Andere Institute wie die Postbank, die SEB oder die Comdirect verlangen monatlich bestimmte Mindestzahlungseingänge von 1.250 Euro. Praxistipp: Wer sein neues Konto eingerichtet hat, sollte erst dann sein Gehalt auf das neue Konto überweisen lassen, wenn er auch die EC-Karte hat.
Doch Vorsicht Falle: Die Nutzung der EC-Karte ist nur an den Automaten des eigenen Verbundes oder angeschlossener Banken kostenlos. Ansonsten kostet es bis zu 7,50 Euro je Auszahlung. Folgende Geldautomatennetze existieren: Das Netz der Sparkassen umfasst rund 21.000 Automaten, das des Bankcard Servicenetzes 18.000 Automaten. Rund 7000 Automaten umfasst die Cash-Group, zu der sich unter anderem die Commerzbank, Deutsche Bank, Dresdner Bank, HypoVereinsbank und Postbank zusammengeschlossen haben. Positiv sind hier DKB oder Netbank: Mit ihren Visa-Karten können Kunden ebenfalls europaweit kostenlos Geld abheben.
Eine weiteres wichtiges Kriterium für die Auswahl eines neuen Girokontos sind die Dispo-Zinsen. Je nach Bank fallen für Überziehungen zwischen acht und 16 Prozent an. Günstig mit 7,90 Prozent ist die DKB, teuer mit 16 Prozent die Citibank. Einige Banken zahlen sogar Zinsen fürs Guthaben. Im Schnitt sind es 0,5 bis 1,5 Prozent. In Aktionszeiträumen oder für Neukunden gibt es aber auch schon mal deutlich mehr. Hier lohnt ein Vergleich aktueller Offerten.