Unabhängige Finanz- und Versicherungsvergleiche

Deutsche Sparer setzen verstärkt auf Notgroschen

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 09.07.2016

Sparzinsen auf Rekordtief, sinkende Garantiezinsen, steigende Krankenversicherungsbeiträge – die deutschen Sparer sind verunsichert. Viele haben offenbar die Lust verloren, Geld für langfristige Sparziele zurückzulegen. Stattdessen bereiten sich viele auf schlechte Zeiten vor: Der sogenannte „Notgroschen“ steht so hoch im Kurs wie nie zuvor.

Die Niedrigzinsen lassen die Verunsicherung der deutschen Sparer steigen. Während die klassischen Sparziele Konsum/langfristige Anschaffungen, Altersvorsorge und Kapitalanlage zunehmend an Bedeutung verlieren, wird der klassische Notgroschen für die Bundesbürger immer wichtiger. Dies zeigt eine aktuelle Umfrage des Marktforschungsinstituts TNS Infratest im Auftrag des Verbands der Privaten Bausparkassen.

Sparer im Krisenmodus: Optimistische Sparziele out

Demnach befinden sich die deutschen Sparer offenbar im Krisenmodus. Einen parallelen Rückgang der drei Sparziele, die mit optimistischen Zukunftserwartungen einhergehen, gab es zum letzten Mal zu Hochzeiten der weltweiten Finanzkrise im Herbst 2008. „Die Unsicherheit der Sparer wächst deutlich“, kommentierte Andreas J. Zehnder, Vorstandsvorsitzender des Verbandes der Privaten Bausparkassen die Studienergebnisse. Konsum/langfristige Anschaffungen als Grund für das Sparen verlor im Vergleich zur Frühjahrsumfrage fünf Prozentpunkte und liegt nun bei 56 Prozent. Damit ist es gemeinsam mit der Altersvorsorge, für die ebenfalls 56 Prozent  (minus 3 Prozent) der deutschen Sparer Geld zurücklegen, allerdings immer noch das häufigste Sparziel hierzulande. Angesichts der anhaltend niedrigen Zinsen wird offenbar auch die Geldanlage für die Bundesbürger zunehmend unattraktiv: Das Sparziel Kapitalanlage fällt um zwei Prozentpunkte auf einen Wert von 26 Prozent. Nur das sogenannte Betongold erscheint vielen noch als sinnvolle Investition: Das Sparziel Wohneigentum gewann einen Prozentpunkt und ist somit für 44 Prozent ein Grund zum Sparen. Neben dem Notgroschen ist Wohneigentum damit das einzige Sparziel mit Zuwächsen.

Notgroschen wichtig wie nie zuvor

Das Sparziel Notgroschen/Reserve erreichte mit sieben Prozent in der aktuellen 57. Ausgabe der Umfrage den höchsten Wert, der jemals gemessen wurde. In Kombination mit dem zeitgleichen Rückgang der drei etablierten Sparziele wertet Verbandsvorstand Zehnder dies als alarmierendes Zeichen, auch wenn der Wert für den Notgroschen als Sparziel noch im einstelligen Bereich liege. Er sieht hier vor allem die Politik in der Verantwortung: „Verunsicherte Sparer sind das Letzte, was sich die Politik leisten sollte“, so Zehnder. „Null Prozent Sparzinsen, geringere private Renten aus einer Lebensversicherung, geringere Betriebsrenten, höhere Krankenversicherungsbeiträge und Stiftungen, denen das Geld für wohltätige Zwecke ausgeht – darauf werden die Menschen reagieren. Aber so, wie wir uns das nicht wünschen“, warnt er.

Quelle: Verband der Privaten Bausparkassen

Aktuelle Finanznews

Mehr Baudarlehen von Lebensversicherern
Mehr Baudarlehen von Lebensversicherern
Die Lebensversicherer in Deutschland haben im vergangenen Jahr deutlich mehr Baudarlehen vergeben. . Die Zuwächse lagen bei ihnen deutlich über denen des Gesamtmarkts. Ein möglicher Grund ist, dass sich...
Geringes Finanzwissen bei Jugendlichen
Geringes Finanzwissen bei Jugendlichen
Um das Finanzwissen der Jugendlichen in Deutschland ist es laut einer Studie schlecht bestellt: Viele haben den Eindruck, in der Schule nicht ausreichend informiert zu werden, und haben Probleme beim Erklären...
Bausparkassen: Vertragskündigungen nicht rechtens
Bausparkassen: Vertragskündigungen nicht rechtens
Vertragskündigungen durch Bausparkassen beschäftigen seit geraumer Zeit die deutschen Gerichte. Zwei Juristen kommen nun zu dem Schluss, dass sie nicht legitim sind. Bislang waren die Urteile sehr unterschiedlich...

FinanceScout24 Newsletter

Jetzt anmelden und 100 € Amazon Gutschein gewinnen