Online Broker: Der schnelle Wertpapierhandel

Autor: FinanceScout24 - Zuletzt aktualisiert am 05.12.2016

Parketthandel war gestern, heute agieren Anleger online an der Börse beziehungsweise gleich auf verschiedenen Handelsplätzen. Die Vorteile liegen auf der Hand: Jeder kann unkompliziert vom eigenen Sofa aus handeln, einfach, schnell und oft auch günstiger als „damals“. Möglich machen diese Entwicklung des Tradings auch Online Broker.

Ein Online Broker ist für die Durchführung von Wertpapierorders für Kunden beziehungsweise Anlegern verantwortlich. Im Unterschied zum Börsenmakler, der in eigener Sache handelt, werden Broker von Anlegern beauftragt. Dabei handeln Broker an Börsen und anderen Handelsplätzen mit Wertpapieren wie Aktien, Devisen, Rohstoffen und Waren.

Im Auftrag des Anlegers investieren Online Broker, um Aktien und binäre Optionen dann vor einem zu erwartenden Verlust gewinnbringend weiter zu verkaufen. Als Gegenleistung zahlen Anleger für die Vermittlungstätigkeit eine Gebühr, die sogenannte Brokerage. Ein guter Broker beobachtet Kursbewegungen an den Märkten und reagiert auf entsprechende Art und Weise.

Das Aufgabenfeld eines Brokers lässt sich grob in drei Bereiche einteilen, wobei noch weitere Tätigkeitsbereiche wie etwa die Beratung hinzukommen können:

  1. Beobachtung des weltweiten Börsenmarktes
    Beim Handel mit Wertpapieren müssen die Märkte vom Broker stets im Auge behalten werden. Idealerweise kann der Broker die jeweiligen Börsennachrichten und Meldungen, die ständig verfolgt werden müssen, richtig analysieren und seine Handlungen entsprechend ausrichten.
  2. Investition in Wertpapiere
    Der Broker erwirbt in Auftrag des Anlegers Wertpapiere und beobachtet die jeweiligen Kurse und Entwicklungen.
  3. Verkauf der Wertpapiere
    Erworbene Wertpapiere werden – im besten Fall gewinnbringend – weiter verkauft, wenn deren Kurs einzubrechen droht.

Sichere Deals dank Online Broker?

Wie sicher Finanzgeschäfte mit einem Online Broker sind, lässt sich nicht pauschal beantworten. Das Traden mit Wertpapieren ist grundsätzlich nie mit einer so hohen Sicherheit wie beispielsweise eine Geldanlage über Sparkonten verbunden.

Der Wertpapierhandel unterliegt stets Kursschwankungen – die Kurse können quasi jederzeit steigen oder fallen. Die Fähigkeiten des Brokers sind hier in Sachen Analyse und Reaktionsvermögen gefragt. Auch wenn es unwahrscheinlich ist, kann das Risiko eines Totalverlustes nie völlig ausgeschlossen werden.

Allerdings gibt es bei Wertpapieren unterschiedliche Risikoabstufungen. So sind breit gefächerte Fonds zum Beispiel mit einem geringeren Verlustrisiko behaftet als Hebelprodukte oder dergleichen. 

Tipp:Ziehen Sie Experten zu Rate

Informieren Sie sich bei Experten über die unterschiedlichen Wertpapierarten und lassen Sie sich über Sicherheit und Risiken ausführlich beraten. Denn Investitionen sollten Sie nur gut informiert tätigen.

In der Regel kann man bei der Beantragung eines Depots ein optionales Risikoprofil ausfüllen. So können Sie festlegen, welche Wertpapiere für Sie in Frage kommen. Auch hier ist guter Rat empfehlenswert.

Einige Online Broker bieten Risikoprofile an, die einen besonders hohen Wert auf Sicherheit legen und beispielsweise bestimmte, risikoreichere Wertpapierarten ausschließen. In der Regel sind derartige Anpassungen eines individuellen Profils jederzeit möglich und können so aktualisiert und modifiziert werden.

Insbesondere Neulinge sollten das Risiko kennen und keinesfalls das gesamte Vermögen in Aktien oder binäre Optionen investieren, auch wenn hohe Renditen winken. Das vorausschauende und gewissermaßen vorsichtige Traden ist vor allem zu Beginn wohl die beste Einstiegsvariante.

Gut zu wissen:Das Risiko immer im Hinterkopf behalten

Sicherheit sollte immer der Hauptaspekt sein, wenn es um den Handel mit Wertpapieren geht. Die „Sicherheitsvorkehrungen“ sollten vor dem Beauftragen eines Brokers immer ausjustiert werden – eine gute Beratung ist das A und O. Jeder sollte sich über das Risiko bewusst sein, nicht nur über die lukrativen Renditen.

Handlungsgebiete

Es gibt eine Fülle an Online Brokern. Von Direktbanken, die auch diesen Bereich abdecken, bis hin zu Online Brokern, die ausschließlich auf den Wertpapierhandel spezialisiert sind, haben Verbraucher eine große Auswahl. Einen Überblick verschaffen Sie sich am besten durch eine umfangreiche Internet-Recherche.

Dieses Prinzip beruht nicht auf Trades, daher ist ein Online-Broker hier auch nicht von Bedeutung. Abhängig vom persönlichen Risikoprofil enthält ein solches Depot verschiedene Indexfonds (kurz: ETFs). Die Wertentwicklung orientiert sich an der Entwicklung der zugrundeliegenden Indizes, beispielsweise dem DAX.

Aktienkäufe und -verkäufe können statt über Online Broker in manchen Fällen auch über die Hausbank abgewickelt werden. Allerdings wird dieser Service nicht von allen Filialbanken angeboten. Der Vorteil bei Trades über die Hausbank ist, dass Sie hier häufig auch eine persönliche Beratung erhalten, während Online Broker häufig lediglich Ihre Aufträge ausführen. Dafür sind die Kosten für Wertpapiergeschäfte bei Filialbanken in der Regel deutlich höher als bei Online Brokern. Zudem sind Sie bei Trades über die Hausbank an die Geschäftszeiten gebunden, während Online-Broker jederzeit beauftragt werden können.

Welche Handelsplätze gibt es?

Bei einem Broker-Vergleich kommt es nicht nur auf die Kosten an. Bei der Broker-Wahl sollten Sie auch darauf achten, welche Handelsplätze vom Online Broker bedient werden. Dieser Punkt sollte mit den eigenen Bedürfnissen übereinstimmen – wer weltweite Aktiengeschäfte tätigen möchte, kann dies nur mit einem Broker tun, der alle gewünschten Börsenplätze anbietet. Ein günstiges Aktiendepot, das nur auf deutsche Handelsplätze beschränkt ist, bietet weniger Möglichkeiten für Trader.

Folgende Börsenindizes gelten als besonders wichtig:

  • Deutsche Aktienindex (DAX), mit Deutschlands Top-30-Unternehmen.
  • Dow-Jones, ermittelt an der Wallstreet.
  • EURO STOXX 50, mit 50 großen Unternehmen der Eurozone.
  • Nikkei Index, ermittelt an der Tokioter Börse.
  • Xetra, ein elektronisches Handelssystem an der Frankfurter Börse.
  • Nasdaq, die größte elektronische Börse der USA.

Welchen Online Broker wählen?

Wenn Sie erfolgreich am Aktienmarkt aktiv werden möchten, benötigen Sie einen zuverlässigen Anbieter für Online Trades, der zu Ihren persönlichen Anforderungen passt. Ein Broker-Vergleich ist hier unerlässlich. Am besten nutzen Sie einen Online-Broker-Vergleich, bei dem Sie mehrere Variablen angeben können, um einen Broker zu finden, der Ihren individuellen Ansprüchen gerecht wird. Wodurch zeichnet sich ein guter Broker aus?

So finden Sie den passenden Broker

Neben Seriosität sollten Sie grundsätzlich sollte auf diese Aspekte achten:

  • Kostenlose Depotführung
  • Niedrige Gebühren pro Order, wenn Sie häufige Trades planen. Wenn ein pauschales Ordervolumen angeboten wird, sollte dies grob der erwarteten Menge an Trades entsprechen.
  • Es sollten keine Zusatzkosten bei bevorzugten Serviceleistungen erhoben werden.
  • Es sollte eine breite Auswahl an handelbaren Wertpapieren, Fonds und Handelsplätzen gegeben sein.
  • Kontoführung und Kosten sollten komplett transparent dargestellt werden.

Das Ziel jeder Wertpapieranlage ist im Endeffekt Gewinn. Dieser soll mithilfe von Online Brokern erwirtschaftet werden. Der Gewinn kann allerdings erheblich geschmälert oder sogar amortisiert werden, wenn Geld für Verwaltungsaspekte, hohe Transaktionskosten, Depotführungsgebühren und andere Ausgaben auf der Strecke bleibt.

Um einen Online Broker zu finden, der zu Ihren Vorlieben und ihren Handlungsweisen bei Wertpapierhandel passt, sollten Sie folgende Fragen beim Auswahl- und Entscheidungsprozess berücksichtigen:

  • Mit welchen Wertpapieren möchte ich handeln?
  • Auf welchen Handelsplätzen möchte ich traden?
  • Investiere ich sehr aktiv oder eher langfristig und ohne viel Aufwand?
  • Wie hoch soll mein durchschnittliches Ordervolumen ausfallen?
  • Wie viele Orders führe ich jährlich im Schnitt aus?
  • Wie wichtig sind mir Serviceleistungen (Telefonberatung etc.) oder Realtime-Kurswerte?

Wenn Sie diese Fragen für sich beantwortet haben, werden höchstwahrscheinlich bereits einige Online Broker aus der Auswahl fallen, weil sie beispielsweise gewünschte Handelsplätze nicht bedienen oder weil sie ein Mindestvolumen voraussetzen, dass Sie mit Ihren geplanten Orders höchstwahrscheinlich nicht erreichen werden.

Die größten Online Broker

Pauschale Aussagen darüber, welcher Online Broker am günstigsten ist, sind kaum möglich. Abhängig vom jeweiligen Trading-Verhalten kann ein Online Broker für den einen Anleger günstig sein, für den anderen hingegen mit hohen Kosten verbunden sein.

Im Folgenden finden Sie einen Überblick über die 16 größten Online Broker (Stand: September 2015). Diese sollte jedoch nur als grobe Orientierungshilfe verstanden werden. So können die Depotgebühren beispielsweise im ersten Jahr oder ab einem bestimmten Ordervolumen entfallen. Gleiches gilt für die Kosten pro Order, so kann beispielsweise eine bestimmte Anzahl von Orders im Grundpreis enthalten sein.

Anbieter Depotgebühr
(jährlich)*
Kosten 2.500-Euro-Order (DAX)
(ohne / mit Fremdkosten)**
1822direkt 30,00 Euro 11,20 Euro/ 12,06 Euro
Aktionärsbank 0,00 Euro 5,00 Euro / 6,93 Euro
Benk 40,00 Euro 6,49 Euro / 8,77 Euro
Comdirect 23,40 Euro 11,15 Euro / 12,65 Euro
Consorsbank 0,00 Euro 11,20 Euro / 12,15 Euro
DAB Bank 0,00 Euro 11,20 Euro / 12,70 Euro
Degiro 0,00 Euro 2,20 Euro / 2,20 Euro
Flatex 0,00 Euro 5,00 Euro / 6,89 Euro
ING-Diba 0,00 Euro 11,65 Euro / 11,65 Euro
Maxblue 0,00 Euro 9,90 Euro / 10,50 Euro
Merkurbank 27,95 Euro 25,00 Euro / 25,54 Euro
NIBC Direct 0,00 Euro 9,90 Euro / 10,95 Euro
OnVista Bank 0,00 Euro 5,00 Euro / 6,50 Euro
Postbank 18,84 Euro 9,95 Euro / 11,21 Euro
Sparkassen-Broker 35,40 Euro 12,23 Euro / 13,43 Euro
Targobank 30,00 Euro 10,90 Euro / 11,61 Euro

* Depotgebühren können im Rahmen von Sonderaktion für Neukunden, bestimmter Ordervolumia etc. abweichen.
** Kosten pro Order können abweichen, u.a. bestimmte Anzahl von Orders inkludiert.

Gebührenmodelle

Sie sollten vor der Broker-Suche bereits auch ausloten, welches Gebührenmodell für Sie und Ihre Handelsaktivitäten in Frage kommt. Es gibt existieren Gebührenmodelle bei Online Brokern – und nicht jedes Modell wird zu Ihren persönlichen Präferenzen passen. Einfluss auf die Kosten können dabei mehrere Faktoren haben, darunter Häufigkeit und Volumen der getätigten Transaktionen, aber auch die Handelsplätze, die genutzt werden. 

Tipp:Handelshistorie begutachten

Waren Sie in der Vergangenheit schon im Wertpapierhandel aktiv, sollten Sie Ihre Handelshistorie begutachten und danach berechnen, welches Gebührenmodell für Sie am sinnvollsten ist.

Grundsätzlich können Proberechnungen für fiktive Trades anhand der verschiedenen Gebührenmodelle Aufschluss darüber geben, welches Modell zu Ihren angestrebten Handelsgewohnheiten passt. Im Folgenden werden drei gängige Modelle vorgestellt.

Festpreismodell

Es ist das wohl simpelste Gebührenmodell, auf das Online Broker zurückgreifen. Beim Festpreismodell wird für jede Transaktion ein einheitlicher Preis erhoben, unabhängig vom gehandelten Volumen. So können bei einem Anbieter beispielsweise 5,00 oder 10,00 Euro Handelsgebühren je Inlandsorder anfallen.

Beim Handeln auf außerbörslichen Plätzen sowie beim Handel an ausländischen Börsen werden ebenso feste, doch in der Regel höhere Transaktionskosten fällig, die auch unabhängig vom Volumen sind. So kann eine pauschale Ordergebühr bei einem Online Broker beispielsweise 10,00 Euro für den Inlandshandel und 30,00 Euro für den Handel am japanischen Börsenplatz kosten.

Gebührenstaffel

Die Transaktionskosten können auch in Festpreisen gestaffelt sein. Einige Anbieter erheben für Ordervolumen-Bereiche Festpreise, die abhängig von der Höhe der Ordervolumina sind. So kann ein Online Broker zum Beispiel 10,00 Euro Handelsgebühren für ein Ordervolumen unter 2.000 Euro und erheben, für Volumina im Rahmen von 2.000 bis 5.000 Euro betragen die Gebühren dann 18,90 Euro und so weiter. In der Regel gibt es bei einem hohen Ordervolumen, häufig ab 20.000 Euro aufwärts, dann einen einheitlichen Festpreis.

Prozentualer Anteil vom Ordervolumen

Viele Anbieter leiten die Handelsgebühren als bestimmten prozentualen Anteil vom jeweiligen Ordervolumen ab. Dies wird dann in der Regel mit einer festen Mindestgebühr unabhängig vom Volumen kombiniert. Anbieter können dann auch einen Höchstpreis einrichten, die Handelsgebühren also bei einem festgelegten Ordervolumen deckeln. Beispiel: Der Online Broker erhebt die prozentuale Handelsgebühr von 0,5 Prozent pro Inlandsorder, mindestens jedoch 8,90 Euro. Je Order gibt es einen Höchstbetrag von 50,00 Euro.

Depot eröffnen: So starten Sie

Für den Wertpapierhandel benötigen Sie natürlich ein Konto, über das Wertpapiergeschäfte, also Kauf, Verkauf und Übertragung abgewickelt werden und über welches die Bestände geführt werden. Die Depot-Eröffnung ist an sich keine große Sache und unterscheidet sich kaum von einer anderen Kontoeröffnung, auch wenn das Produkt an sich etwas komplexer ist als etwa ein Tagesgeldkonto.

Für die Depot-Eröffnung füllen Sie in der Regel innerhalb von Minuten ein Online-Formular auf der Website des Online Brokers. Als Neukunden müssen Sie zudem in der Regel Ihre Identität per PostIdent-Verfahren bestätigen, also Ihren Personalausweis einmal in einer Postfiliale vorlegen.

  1. Online Broker-Vergleich
    Wie oben erwähnt, sollte zunächst ein intensiver Vergleich angestellt werden. Aus der Fülle an Banken und Brokern sollten Sie das passendste Angebot auswählen und Aspekte wie Orderkosten, Trading-Möglichkeiten, Wertpapierarten, Sicherheiten und Service beachten.
  2. Depotantrag
    Haben Sie einen passenden Online Broker gefunden, können Sie einen Depotantrag stellen. Hierzu geben Sie auf der Website nach Anleitung Ihre Kontaktdaten ein. Im Rahmen des Wertpapierhandelsgesetzes (WpHG) müssen Sie mit einer Abfrage Ihrer Börsenerfahrung rechnen. Sie werden dabei auf Börsenwissen und Erfahrung geprüft – Ihre Angaben dazu sind freiwilliger Natur. Ist der Wertpapierdepotantrag ausgefüllt, muss dieser überprüft und bestätigt werden.
  3. Postident
    Zur Überprüfung Ihrer Personalien, müssen Sie via Postident-Verfahren Ihre Identität bestätigen lassen. Hierzu suchen Sie eine Postfiliale auf und legen den Depotantrag und Ihren Personalausweis vor. Der Mitarbeiter in der Filiale leitet dann alle erforderlichen Schritte in die Wege und sorgt für den Versand von Identitätsbestätigung und Eröffnungsantrag an den Online Broker.
  4. Depotaktivierung
    Es dauert in der Regel nur wenige Tage, bis Sie eine Depotbestätigung erhalten. Diese wird immer auch per Post zugeschickt und enthält alle nötigen Informationen zum Depot sowie die Zugangsdaten für das Konto. Bewahren Sie die Daten unbedingt gut auf. Mit den Daten können Sie sich ins neue Konto einloggen. Der ersten Order steht nach erfolgreichem Login nichts mehr im Weg.

So kaufen Sie die ersten Wertpapiere

Nachdem Sie Ihr Depot aktiviert haben, können Sie jederzeit Ihre erste Order platzieren. Begeben Sie sich hierfür auf den gewünschten Handelsplatz und suchen Sie nach dem gewünschten Wertpapier. Jedes Wertpapier verfügt über die sogenannte International Securities Identification Number (ISIN), die mit einer Artikelnummer vergleichbar ist. Diesen Code geben Sie einfach in die Suchfunktion auf Ihrem Online-Depot ein und wählen alles Weitere gemäß des Online-Formulars aus. 

Tipp:Vor erstem Order beim Online-Broker informieren

Als Anfänger sollten Sie sich vor Ihrer ersten Order bei Ihrem Online-Broker über passende Handelsplätze und andere Aspekte informieren.

Lässt sich ein Depot einfach wechseln?

Sollten Sie einmal unzufrieden mit Ihrem Anbieter oder Ihrem Depotkonto sein, können Sie einfach wechseln. Dabei muss unterschieden werden, ob Sie nur das Depot wechseln und beim gleichen Anbieter bleiben oder ob Sie den Online Broker wechseln. 

Depotwechsel beim gleichen Anbieter Der Depotwechsel beim gleichen Broker ist meist mit äußerst geringem Aufwand verbunden. In der Regel haben die Broker Formulare für den Depotwechsel vorrätig, sodass alles schnell und unkompliziert über die Bühne geht. Eine Anfrage beim Kundenservice leitet alle Schritte ein.
Gläubigerwechsel Auch ein Gläubigerwechsel ist eine Option mit minimalem Aufwand. Dabei bleibt das Depot besteht, der Besitzer wechselt jedoch – häufig kommt es im Rahmen von Vererbung oder Schenkung zu einem Gläubigerwechsel.
Online-Broker-Wechsel Wechseln Sie nicht nur das Depot, sondern den Online Broker, wird es etwas aufwendiger. Der Depotübertag wird oft von einem Zentralverwahrer gesteuert. Ein solcher dient als Schnittstelle zwischen den Online Brokern. Die Wertpapiersammelbank Clearstream Banking AG verwahrt Wertpapiere für den deutschen Kapitalmarkt. Veranlasst ein Kunde einen Depotübertrag, wird der Depotinhalt vom Zentralverwahrer vom alten zum neuen Online Broker gebucht.
Wenden Sie sich vor einer Depotübertragung an den neuen Broker – dieser stellt Ihnen in der Regel ein vorgefertigtes Formular für den Übertrag zur Verfügung und gibt Ihnen alle weiteren Informationen.

Kosten bei Depotübertrag fallen nicht an

Es dürfen keine Kosten für den Depotübertrag veranschlagt werden, wie ein Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) (AZ XI ZR 200/03) bestätigt. Dies bezieht sich sowohl auf den Wechsel eines ganzen Wertpapierdepots als auch auf den Übertrag einzelner Wertpapiere. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Übertragung der Wertpapiere bei Depotschließung oder im Rahmen einer fortgesetzten Geschäftsverbindung stattfindet. Lediglich Fremdgebühren von Verwahrstellen können auftreten. Viele Online Broker übernehmen jedoch im Rahmen eines guten Services derartige Fremdgebühren.

Fragen Sie hier bei Ihrem Online Broker an und fordern Sie schriftliche Aufstellung aller Kosten.

Achtung:Mehrfachbesteuerung vermeiden

Achten Sie beim Depotübertag darauf, dass die Anschaffungsdaten (Kaufdatum und Kaufkurs) vom alten zum neuen Broker mitübermittelt werden. Andernfalls könnte es zur einer ungewollten Mehrfachbesteuerung kommen, da die übertragenen Wertpapiere als Neufälle betrachtet und pauschal versteuert werden könnten. 

Für wen eignet sich ein Online Broker?

Ein Online Broker stellt den günstigsten und einfachsten Zugang zum Wertpapierhandel dar. Prinzipiell kann jede Privatperson einen Online Broker beauftragen. Für gänzlich unerfahrene Anleger ist die Inanspruchnahme eines Online Brokers jedoch nicht geeignet, wenn die Trades in Eigenregie durchgeführt werden. Ohne Wissen über die Aktienmärkte und Erfahrungen im Wertpapierhandel sollten Sie als blutiger Anfänger nicht einfach „darauflos traden“. Nutzen Sie als Anfänger einen seriösen Online Broker, der Ihnen nicht nur das Depot zur Verfügung stellt, sondern Ihnen auch aktiv als Berater und Verwalter zur Seite steht. Für absolute Einsteiger, ist der Kundenbetreuer der Hausbank, in der Funktion als Ratgeber, womöglich die bessere Wahl. Konnten Erfahrungen im Handel gesammelt werden, kann der Schritt zu einem Online Broker der richtige sein.

Depot bei einem ausländischen Online Broker: Sinnvoll?

Ein Depot bei einem ausländischen Online Broker kann unter Umständen günstiger sein, als ein Inlandsdepot. Grund hierfür ist die Abgeltungssteuer für Kapitalvermögen, welche in Deutschland bei 25 Prozent liegt. Dieser Betrag wird automatisch nach Verkauf einer Aktie an das Finanzamt weitergeleitet.

Sind Sie nun bei einem ausländischen Online Broker, entfällt diese automatische Abführung in der Regel. Sie müssen die Abgeltungssteuer dann meist selbst über die Jahressteuererklärung abführen. Dies ist zwar mit einem höheren Aufwand verbunden, hat aber auch den Vorteil, dass Sie mit den Steuern noch bis Jahresende spekulieren können. Grundsätzlich sind viele ausländische Online Broker auf ihrem jeweiligen Heimatmarkt günstiger als deutsche Wettbewerber. Auch hier sollte Sie jedoch zunächst vergleichen.

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