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Digitalisierung: Immer mehr Bankfilialen schließen

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 08.09.2015

Durch die Digitalisierung scheinen Bankfilialen zunehmend überflüssig zu werden. Immer mehr Zweigstellen werden geschlossen. Denn Kunden erledigen ihre Bankgeschäfte verstärkt per Online-Banking oder mobil über das Smartphone. Allerdings gehen mit dem Filialabbau auch viele Beratungsangebote verloren.

Die Digitalisierung im Bankwesen macht sich mittlerweile immer stärker in der Filialdichte bemerkbar: Von den derzeit circa 35.000 Bankfilialen in Deutschland wird es viele nicht mehr lange geben. Wie die „Wirtschaftswoche“ berichtet, hat zum Beispiel die HypoVereinsbank bereits die Hälfte ihrer Filialen geschlossen, die Deutsche Bank trennt sich von bis zu 200 Filialen und die Commerzbank hat in den vergangenen Jahren 500 Zweigstellen abgebaut. Auch die filialstärksten Geldinstitute – die Volks- und Raiffeisenbanken sowie die Sparkassen – werden sich in den nächsten Jahren von mehreren Tausend Zweigstellen trennen.

Bankfilialen durch Digitalisierung nicht mehr ausgelastet

Überweisungen werden mittlerweile bequem am PC zu Hause erledigt, der Kontostand wird über eine App gecheckt und durch bargeldloses Bezahlen verlieren sogar Geldautomaten an Wichtigkeit. Auch ein Girokonto lässt sich von zu Hause aus eröffnen. Es verwundert also nicht, dass Bankfilialen von immer weniger Kunden angesteuert werden. Die Angestellten sind nicht ausgelastet und die Unterhaltung der Filialen verursacht Kosten, die den Banken gerade in Zeiten niedriger Zinsen besonders wehtun.

Es liegt also nahe, sich mehr auf die digitalen Angebote zu verlegen und Filialen abzubauen. Trotzdem bleibt eine gewisse Skepsis bei den deutschen Bankkunden: Trotz fortschreitender Digitalisierungnutzennach Informationen der „Wirtschaftswoche“ nur 19 Prozent mobiles Banking. Gerade ältere Menschen machen sich Sorgen über den Abbau, weil sie mit digitalen Technologien nicht zurechtkommen und zur Erledigung ihrer finanziellen Geschäfte auf Bankfilialen angewiesen sind.

Beratungsangebote schwierig zu ersetzen

Auch jüngere Menschen schätzten zumindest für Beratungen das direkte Gespräch mit einem Bankangestellten, sagte Commerzbank-Privatkundenvorstand Martin Zielke der „Wirtschaftswoche“. Was im Alltag nicht so wichtig scheint, wird bei der Beantragung eines Kredits oder bei Fragen der Vorsorge schnell unverzichtbar. Wenn in solchen Fällen keine Bankfiliale der Haubank erreichbar ist, besteht die Gefahr, dass der Kunde vermutlich sich nach einer anderen Bank umsieht. Natürlich gibt es Bestrebungen, digitale Beratungsangebote zu schaffen. Aber ob der Videochat mit dem Bankberater von Kunden wirklich als gleichwertiger Ersatz für die persönliche Beratung in der Filiale akzeptiert wird, bleibt abzuwarten. Daher stehen Banken auch in Zeiten der Digitalisierung vor der Herausforderung, einen Mittelweg zwischen digitalen und persönlichen Angeboten zu finden. 

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