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Sparkassen: Kostenlose Girokonten bald Geschichte?

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 19.03.2016

Mit großer Wahrscheinlichkeit werden kostenlose Girokonten für Kunden von Sparkassen bald nicht mehr zu haben sein. Die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank zwingt die Geldinstitute dazu, Kosten einzusparen und neue Einnahmequellen zu erschließen. Neben der Einführung von Gebühren für Girokonten wollen die Sparkassen deshalb auch Stellen abbauen.

Viele Personengruppen können derzeit kostenlose Girokonten bei den Sparkassen nutzen. Wie „Spiegel Online“ berichtet, wird dieses Angebot wahrscheinlich nicht mehr lange bestehen. Der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV), Georg Fahrenschon, erklärte in einer Rede in Frankfurt: „Die Zeit von kostenlosen Girokonten ist vorbei.“ Durch die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) können die Sparkassen ihre Kosten sonst nicht mehr decken. In der vergangenen Woche hatte die EZB den Leitzins auf Null gesenkt und die Strafzinsen für Banken erhöht.

Aus für kostenlose Girokonten wahrscheinlich

Einige Kontomodelle bei den Sparkassen sind bereits jetzt mit monatlichen Gebühren verbunden, allerdings können bestimmte Personengruppen, beispielsweise Kinder, Studenten oder Auszubildende, kostenlose Girokonten nutzen. Laut DSGV-Präsident Fahrenschon bleibt den Instituten angesichts der Niedrigzinspolitik keine andere Möglichkeit, als die Gebühren für Girokonten auszuweiten. „Alle Marktteilnehmer müssen angesichts der falschen Zinspolitik neue Ertragsquellen erschließen“, erklärte er. Durch den niedrigen Leitzins können die Geldinstitute mit Krediten nicht mehr ausreichend Geld verdienen, um kostenlose Girokonten anzubieten.

Die Strafzinsen für geparkte Geldeinlagen sollen allerdings eher an gewerbliche Kunden weitergegeben werden, die große Summen bei den Sparkassen lagern. „Entscheidend ist, dass wir alles in unserer Macht Stehende tun werden, um diesen verheerenden Effekt der Niedrigzinspolitik nicht beim privaten Sparer ankommen zu lassen," sagte Fahrenschon in diesem Zusammenhang.

Sparkassen wollen Kosten senken

Neben der Einführung von Gebühren für bisher kostenlose Girokonten wollen die Sparkassen aber auch über den Abbau von Stellen ihre Kosten senken. Im Jahr 2015 wurden über 6.000 freigewordene Stellen nicht wieder besetzt. Außerdem schließen zahlreiche Filialen, da Kunden verstärkt die Möglichkeiten des Online-Bankings nutzen und deshalb seltener eine Filiale aufsuchen. DSGV-Präsident Fahrenschon betonte aber, dass der Stellenabbau sozialverträglich gestaltet werden solle, indem die natürliche Fluktuation genutzt werde.

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