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Wider die Korruption: 500-Euro-Schein abschaffen?

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 29.01.2016

Der 500-Euro-Schein ist nicht nur unnötig, sondern kontraproduktiv, denn er erleichtert Korruption und Geldwäsche – so der Generaldirektor des Europäischen Amtes für Betrugsbekämpfung (Olaf), Giovanni Kessler. Ohnehin war die Banknote vor der Einführung der Gemeinschaftswährung nicht in allen Ländern der Euro-Zone erwünscht.

Der 500-Euro-Schein sollte abgeschafft werden. Das empfiehlt zumindest Giovanni Kessler, Generaldirektor des Europäischen Amtes für Betrugsbekämpfung (kurz: Olaf), in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters, wie die Zeitschrift „Wirtschaftswoche“ berichtet.

500-Euro-Schein wird häufig mit Korruption in Verbindung gebracht

Es sei sehr fraglich, ob es überhaupt noch Bedarf für derartig große Scheine gebe, erklärte Kessler. Anschließend zählt er im Interview die Gründe auf, die seines Erachtens gegen den 500-Euro-Schein sprächen: Um Betrug und Korruption zu bekämpfen, seien kleinere Scheine hilfreich. Nicht ganz ohne Grund wird der 500-Euro-Schein im Volksmund auch als „Schurkenschein“ bezeichnet. Die Europäische Zentralbank (EZB), die über eine eventuelle Abschaffung von Banknoten entscheiden müsste, hat sich bisher nicht zu dem Thema geäußert.

Auch der verstärkte Einsatz bargeldlosen Zahlungsmethoden wie Mobile Payment oder der EC-Karte des Girokontos könnten laut Kessler die Ermittlungen in Betrugs- und Korruptionsfällen erleichtern. Entsprechend fordert in Deutschland die SPD laut „Handelsblatt“ nicht nur die Abschaffung des 500-Euro-Scheins, sondern auch eine Obergrenze für Barzahlungen von 5.000 Euro. In verschiedenen EU-Ländern, beispielsweise Italien, gibt es bereits eine Barzahlungsgrenze. Diese soll Geldwäsche schwieriger machen, weil hohe Beträge so nur noch über Banktransaktionen beglichen werden können, was diese Zahlungen nachvollziehbarer macht.

Einführung der größten Banknote war international umstritten

Bereits bevor im Jahr 2002 der Euro eingeführt wurde, war der 500-Euro-Schein durchaus nicht in allen Ländern erwünscht. Deutschland befürwortete damals die Einführung. Frankreich dagegen hatte sich dafür ausgesprochen die Banknote nicht einzuführen.

Schon zu D-Mark-Zeiten gehörte Deutschland zu den Ländern, dessen Währung Geldscheine mit vergleichsweise hohem Wert aufwies: Der 1000-D-Mark-Schein entsprach in etwa dem Wert von 500 Euro. In Frankreich dagegen war die höchste Franc-Note nur rund 76 Euro wert. In den USA gab es ursprünglich einen 500-Dollar-Schein, dieser wurde jedoch bereits im Jahr 1969 abgeschafft.

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