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ETF Ratgeber

Autor: FinanceScout24 - Zuletzt aktualisiert am 28.07.2016

ETF steht für „Exchange Traded Fund“, was übersetzt so viel wie „börsengehandelter Fonds“ bedeutet. ETFs werden in fast allen Anlageklassen angeboten und bieten Anlegern und Sparern gute Möglichkeiten, Geld langfristig gewinnbringend anzulegen. Im Vergleich zu normalen Aktienfonds fallen bei ETFs nur geringe Kosten an. Dadurch profitieren Anleger in größerem Umfang von den Renditen. Alles über die erfolgreichen Fonds sowie eine Hilfestellung für die eigene ETF-Suche enthält die folgende Übersicht.

Was ist ein ETF?

Infografik: Was ist ein ETF? Abschnitt der 1:1 Abbildung von Produkten

Ein ETF („Exchange Traded Fund“) ist ein Investmentfonds. Diese börsengehandelten Fonds können an der Börse gekauft und verkauft werden. Eine weitere charakteristische Eigenschaft von ETFs ist die Indexnachbildung. Dank dieser beiden Merkmale werden ETFs auch als börsengehandelte Indexfonds bezeichnet. Die Zusammensetzung der Werte eines solchen Fonds kopiert einen Index, wie zum Beispiel den Deutschen Aktienindex. Orientiert sich ein ETF am Dax, enthält er entsprechende Wertpapiere von Dax-Unternehmen. Auch die Anzahl der einzelnen Werte im ETF orientiert sich dann an der Gewichtung der Unternehmen im Dax. Die Wertentwicklung eines Dax-ETF entspricht dadurch der des Deutschen Aktienindex. Demnach würde besagter ETF mit dem DAX steigen oder fallen. Das Prinzip von ETFs erklärt auch der folgende Ausschnitt aus der FinanceScout24 Infografik: Was ist ein ETF?

Aktiv gemanagte ETFs

Nicht überall, wo ETF draufsteht, ist allerdings auch ein Indexfonds drin. Nach wie vor sind viele ETFs reine Indexfonds, doch es gibt auch eine wachsende Zahl an aktiv gemanagten ETFs. Um von den vorteilhaft niedrigen Kosten der klassischen ETFs zu profitieren, sollten Anleger daher darauf achten, auch wirklich einen passiven Indexfonds auszuwählen. Die nötigen Informationen enthält das Produktinformationsblatt des ETF.

Verschiedene Indexfonds

Bei Indexfonds gibt es Unterschiede in der Art, wie ein Index nachgebildet wird. Bei der physischen Replikation handelt es sich um die eben beschriebene genaue Nachbildung des Zielindex durch den exakten Kauf der Indexzusammenstellung. Bei der synthetischen Nachbildung dagegen werden nicht die Einzeltitel des Zielindex exakt nachgekauft. Stattdessen kann der Fonds aus bis zu zehn Prozent anderen Werten bestehen. Damit die Anleger trotzdem sicher sein können, dass ihr Fonds dem Zielindex in seiner Entwicklung folgt, wird der synthetische Indexfonds mit einem sogenannten Swap-Geschäft verbunden. Ein Swap-Geschäft ist im Grunde eine Versicherung für die Wertentwicklung des Indexfonds. Weichen die Gewinne oder Verluste des Fonds von der Entwicklung des kopierten Index ab, zahlt oder entnimmt der Swap-Partner - in der Regel eine oder mehrere Banken - die Differenzen. So folgt der synthetische Indexfonds letztlich für die Anleger doch genau der Entwicklung des Index.

Welche Art der Indexnachbildung ein ETF betreibt, ist für Anleger relevant aber nicht hochgradig essenziell. Bei einem physisch replizierten Indexfonds kann die Entwicklung auch mal von der des Index leicht abweichen (Tracking-Error). Dies kann sich positiv und negativ auf seine Rendite auswirken. Bei einem synthetisch replizierten ETF werden durch die Swaps Abweichungen in einem gewissen Rahmen korrigiert. Ein synthetischer ETF verläuft daher in der Regel noch näher an der Entwicklung des Zielindex.

Ausschüttende und thesaurierende ETFs

Grundsätzlich müssen Sie sich bei Ihrer ETF-Suche entscheiden, ob für Sie ein ausschüttender oder ein thesaurierender Exchange Traded Fund in Frage kommt. Bei Ersterem erhalten Sie jährlich eine Auszahlung Ihrer Gewinne, bei Letzterem werden diese sofort reinvestiert. Beides hat Vor- und Nachteile:

 AusschüttendThesaurierend
Vorteile Regelmäßige Ausschüttungen, Geld zur freien Verwendung Zinseszinseffekt, keine Kosten und kein Aufwand bei der Wiederanlage
Nachteile Kosten und Arbeitsaufwand bei der Wiederanlage Kein automatischer Zuwachs bei den Barmitteln

Performance von ETF

ETFs müssen sich mit ihrer Rendite nicht vor herkömmlichen Aktienfonds verstecken. Vor allem weil bei Aktienfonds in der Regel noch Gebühren für Gehälter von Fondsmanagern und Verwaltungskosten abgezogen werden, bevor der Anleger seine Netto-Rendite erhält. Bei einem ETF fallen diese Kosten teilweise weg und sind daher insgesamt meist deutlich geringer. Anhand des unten stehenden Charts lässt sich die Entwicklung der größten und bekanntesten ETFs in den letzten Jahren ablesen. Bei den Volumenangaben muss die jeweilige Währung berücksichtigt werden:

ETFWährung1-Jahres Performance in %3-Jahres Performance in %Volumen (in Mio.)
iShares Core DAX (R) (DE) EUR + 17,14 + 33,00 17.209,65
iShares S&P 500 (DE) UCITS ETF USD + 18,91 + 56,71 13.876,41
iShares MSCI World (DE) UCITS ETF Inc USD + 18,27 + 42,37 7.596,92
iShares MSCI Emerging Markets (DE) UCITS ETF Inc USD + 14,09 + 0,02 5.358,44
iShares EURO STOXX 50 (DE) EUR + 21,87 + 33,37 5.174,95
iShares FTSE 100 UCITS ETF (Inc) GBP + 5,08 + 26,72 4.039,30
Lyxor UCITS ETF EURO STOXX 50 D-EUR EUR + 22,85 + 31,70 4.768,76
db x-trackers MSCI WORLD INDEX UCITS ETF 1C USD + 18,59 + 41,19 3.149,19
Deka EURO STOXX 50 UCITS ETF EUR + 21,13 + 32,49 1.025,04
iShares MSCI Japan B UCITS ETF (Acc) JPY + 6,20 + 53,76 138.500,50

Datenquelle: Börse Online

Risikoklassen bei ETFs

Bei der Auswahl eines ETF bieten die verschiedenen Risikoklassen eine praktische Hilfestellung. Dafür sollten Anleger zunächst überlegen, welches Anlageziel sie verfolgen möchten. Soll eine möglichst sichere Investition getätigt werden, die dafür eine geringere Rendite verspricht, oder soll das Geld gewinnorientiert angelegt werden, auch wenn dann das Risiko entsprechend höher liegt? Zwischen diesen beiden Anlagezielen gibt es natürlich noch verschiedene Kompromisse:

RisikoklasseAusrichtungErtragspotentialRisikopotential
1 Sicherheitsorientiert Niedrig Gering
2 Ertragsorientiert Leicht erhöht Moderat
3 Wachstumsorientiert Höher Höher
4 Risikoorientiert Überdurchschnittlich Überdurchschnittlich
5 Spekulativ Sehr hoch Unbegrenzt

Die Risikoklasse eines ETF wird in dem zugehörigen Produktinformationsblatt aufgeführt. Anleger können sich bei ihrer ETF-Auswahl nach diesen Angaben richten.

ETF-Besonderheiten

Im Vergleich zu anderen Geldanlagen bieten ETFs einige Besonderheiten und haben dadurch viele Vor-, aber auch ein paar Nachteile.

ETFs im Vergleich mit Aktien und Fonds

Auf den ersten Blick wird der herausragende Vorteil eines ETF gegenüber einem konventionellen Aktienfonds deutlich. Durch das Wegfallen von Management-Kosten sowie dank der generell geringen Gebühren bei ETFs haben ETF-Anleger mehr von der Rendite ihrer Investition. Die Fondsgebühren werden regelmäßig vom Guthaben der im Fonds tätigen Anleger abgezogen. Wenn ein Fonds also eine Rendite von sechs Prozent erzielen würde und die Gesamtkosten des Fonds bei zwei Prozent liegen, könnte ein Anleger letztlich nur vier Prozent Gewinn verbuchen. Macht der Fonds Verlust, bleiben die Kosten trotzdem bestehen und erhöhen die Verluste noch weiter.

Darüber hinaus können ETFs und Aktien ohne Ausgabeaufschlag an der Börse gehandelt werden. Für Fonds, die von einer Fondsgesellschaft erworben werden, fällt ein Aufschlag in Höhe von bis zu fünf Prozent an. Das bedeutet, wer für 100 Euro Fondsanteile kauft, erhält tatsächlich nur Anteile im Wert von 95 Euro. Zusätzlich überlässt der Anleger sein Geld bei einem Aktienfonds einem Fondsmanager und kann dessen Anlagestrategie nur bedingt nachvollziehen. Zwar erhält er vage Informationen darüber, in welchen Wirtschaftsbereichen oder Regionen Wertpapiere gekauft werden, doch die genaue Zusammensetzung entscheidet der Manager. Bei einem ETF kann der Anleger sich dagegen darauf verlassen, dass dem gespiegelten Index gefolgt wird. Ein Blick auf den Index reicht dann aus, um abschätzen zu können, wie der ETF sich entwickelt.

Die bisherigen Besonderheiten und Vorteile im Vergleich zu Aktienfonds teilen sich ETFs mit einfachen Aktien. Doch besonders für private Anleger und Sparer sind ETFs deutlich einfacher zu handhaben. Ein wichtiger Grundsatz bei Aktienanlagen ist die Diversifikation (mehr zum Thema Diversifikation). Das bedeutet, dass das Geld nicht nur in einen Wert investiert, sondern auf mehrere verteilt wird. Kauft ein Anleger die Aktie eines Autoherstellers, ist sein Gewinn allein vom Erfolg dieses Unternehmens abhängig. Ein ETF enthält hingegen immer viele verschiedene Werte, sodass einzelne Schwächen durch die Stärken der anderen ausgeglichen werden können. Insgesamt bieten ETFs im Vergleich mit Aktien und Aktienfonds daher klare Vorteile:

EigenschaftETFsAktienfondsAktien
Anleger profitiert von Diversifikation Ja Ja Nein
Management Kosten ~ 0,04 % ~ 1,4 % Keine
Zusätzliche Gebühren max. 0,07 % max. 1,0 % Keine
Ausgabeaufschlag Keiner max. 5 % Keiner
Transparenz Ja Nein Ja
Anleger hat Kontrolle über Kapitalerträge Ja Nein Ja

Datenquelle: ETF Database

ETFs im Vergleich mit Zertifikaten

Zertifikate sind Derivate, deren Wert von anderen Wertpapieren abgeleitet wird. Sie können nicht nur die Entwicklung von Aktien abbilden, sondern auch von Aktienindizes wie dem Dax, aber auch von Anleihen, Rohstoffen oder Währungen. Zertifikate sind rein rechtlich betrachtet Inhaberschuldverschreibungen, haben also den Charakter von Anleihen. Ist der Emittent insolvent, ist in der Regel auch das Zertifikat wertlos. Das ist ein großer Unterschied zu Aktienfonds oder ETFs, bei denen es sich um ein Sondervermögen handelt. Dieses ist geschützt, falls die Investmentgesellschaft Konkurs anmelden sollte.

ETFs im Vergleich mit klassischen Sparanlagen

Fest- und Tagesgeld gehören zu den sichersten Investments: In Deutschland sind Einlagen bei Banken durch die Einlagensicherung geschützt. Das bedeutet, dass selbst wenn eine Bank Konkurs anmelden würde, das angelegte Geld sicher ist und ausgezahlt wird. Eine solche Sicherheit gibt es bei Börsenwerten nie. Wer Geld in Aktienfonds, Aktien oder ETFs investiert, kann zumindest theoretisch immer auch Geld verlieren. Allerdings bringt eine Sparanlage auch nie die Rendite, welche bei Börsenwerten möglich sind. Ein Totalverlust ist bei Anlageformen wie ETFs zudem nahezu ausgeschlossen. Eine ETF-Anlage profitiert darüber hinaus auch von der bereits genannten Diversifikation. Wer also zum Beispiel in einen Dax-ETF investiert, in dem Werte von allen Dax-Unternehmen enthalten sind, verliert nur dann sein Geld, wenn die gesamte deutsche Wirtschaft in einer Rezession wäre. Einzelne Branchenkrisen würden nämlich von anderen Branchen ausgeglichen werden.

Auch wenn eine ETF-Anlage nie so sicher sein kann wie eine einlagengesicherte Sparanlage, ist das Risiko eines großen Verlustes dennoch kalkulierbar. Darüber hinaus können Anleger auswählen, in welche ETF-Risikoklasse sie investieren möchten. Der Grundsatz: „Je höher das Risiko, desto höher die mögliche Rendite – und umgekehrt“, sollte dabei nicht vergessen werden.

Gut zu wissen:Banken verdienen an Indexfonds kaum

Warum Berater dieses Anlageprodukt ungern anbieten, erklärt sich, wenn man weiß, wie ein Indexfonds aufgebaut ist. Die Zusammensetzung eines ETFs bildet nämlich einfach einen bestehenden Börsenindex, wie beispielsweise den Dax oder die MSCI-World-Indizes nach. Der Fonds setzt sich also aus exakt den Wertpapieren zusammen wie der zugrundeliegende Index, und entwickelt sich auch synchron dazu.

Anders als bei herkömmlichen Fonds, bei denen Fondsmanager durch den Ankauf und das Abstoßen von einzelnen Titeln versuchen, die bestmögliche Wertentwicklung im Depot herauszuholen, gibt es bei ETFs nur selten Änderungen in der Zusammensetzung. Ein Indexfonds macht das aktive Fondsmanagement durch Profis also weitgehend überflüssig, daher fallen dafür kaum Gebühren an. Für den Verbraucher erfreulich – für die Bank weniger, da sie so kaum am Vertrieb von ETF-Anteilen verdient.

Vorteile & Nachteile von ETFs

Trotz ihrer vielen Vorteile gegenüber anderen Geldanlagen, von denen einige bereits genannt wurden, haben ETFs auch ein paar Nachteile, die stets beachtet werden müssen.

Vorteile von ETFsNachteile von ETFs
Geringe Kosten:
Da Zahlungen für teure Fonds-Manager und Ausgabeaufschläge wegfallen, kommen ETFs mit geringen Kosten aus. Passiv verwaltete Fonds schneiden im Mittel nicht schlechter ab als aktiv verwaltete. Durch die zusätzlich geringeren Kosten ergeben sich bessere Renditeaussichten.
Preisschwankungen:
Da ETFs Fonds sind, unterliegen auch sie den natürlichen Schwankungen des Marktes. Damit ist ein Gewinn nicht garantiert, gegebenenfalls kann es auch zu Verlusten kommen.
Gute Renditemöglichkeiten:
ETF-Anleger profitieren von der Entwicklung der gezeichneten Börsenwerte. Dadurch sind deutlich höhere Renditen als bei Sparanlagen wie Tagesgeld oder Sparbuch möglich.
Bonitätsrisiko:
Bilden Anleihen die Grundlage des ETFs, besteht ein Bonitäts- beziehungsweise Adressenausfallrisiko, das heißt, die Gefahr der Zahlungsunfähigkeit. Diese ist aber nicht zuletzt auch aufgrund der Streuung innerhalb des ETFs recht gering.
Direkter Börsenhandel:
Während der üblichen Handelszeiten können ETFs jederzeit gekauft oder verkauft werden, sodass Anleger sehr flexibel sind.
Tracking Errors:
Darunter ist eine nicht korrekte Abbildung des zugrundeliegenden Index zu verstehen. Ein solcher Fehler kann sich sowohl positiv als auch negativ auf die Rendite auswirken.
Echtzeitbestimmung des Kurses:
Anders als bei anderen Indexfonds wird der Kurs von ETF Fonds in Echtzeit aktualisiert, sodass Anleger schnell auf Veränderungen reagieren können.
 
Liquidität:
ETFs lassen sich schnell in Bargeld umwandeln, sodass Anleger deutlich flexibler sind, als wenn sie beispielsweise mit Festgeld sparen.
 
Große Auswahl:
Ein ETF kann keineswegs nur den Dax oder andere Aktienindizes abbilden, vielmehr können Anleger mit diesen Fonds in unterschiedlichste Anlageklassen investieren.
 

Bei der Auswahl eines ETF sollten daher ein paar Regeln beachtet werden, um die Nachteile und Risiken möglichst überschaubar zu halten. Um Preisschwankungen besser kompensieren zu können, sollte ein Portfolio mit ETFs steht breit gestreut sein. Eine solche Streuung kann bereits von einem ETF an sich geboten werden, wenn er sich an einem Index orientiert, der mehrere Anlageklassen widerspiegelt. Alternativ kann in verschiedene ETFs und so in unterschiedliche Märkte investiert werden. Das Bonitätsrisiko lässt sich ebenfalls durch eine Streuung reduzieren.

Darüber hinaus ist die Qualität des ETF-Anbieters wichtig. Einen ersten Eindruck über die Qualität eines Anbieters kann mit einem Blick auf das Produktinformationsblatt des ETFs gewonnen werden: Werden die wichtigen Informationen in verständlicher Form dargeboten und erklärt der Anbieter seine verfolgte Replikationsmethode, zeugt das vom Interesse des Anbieters gegenüber seinen Kunden. So lässt sich auch erkennen, wie groß der Anteil an Anleihen im ETF ist. Der „Tracking Error“ kann ebenfalls einfach abgelesen werden. Je niedriger der Wert ist, desto genauer folgt der ETF dem gespiegelten Index.

Die Entwicklung von DAX und DAX-ETF

Bei einem ETF gilt ein niedriger „Tracking-Error“ als Qualitätsmerkmal. Da ein ETF den Kurs eines Index spiegelt, jedoch nicht komplett identisch verlaufen kann, wird die Differenz bei der Entwicklung von Index und ETF als „Tracking Error“ aufgeführt. Ein niedriger Wert bedeutet hier, dass der Anbieter gute Arbeit leistet. Eine Untersuchung von „Morningstar“ brachte die Erkenntnis, dass die Anbieter bei ETFs zuletzt eine sehr gute Arbeit geleistet haben, um den Tracking Error zu minimieren. Dies zeigt auch die Entwicklung eines der größten Dax-ETFs im Vergleich mit seinem Index:

Vergleich der Wertentwicklung von Dax und Dax-ETF

Daten: Stand Juli 2014

Ein ETF spiegelt somit sehr zuverlässig die Entwicklung des ihm zu Grunde liegenden Index wider. Anleger profitieren daher sehr direkt von der wirtschaftlichen Entwicklung. Gewöhnliche Aktienfonds dagegen übertreffen dagegen nur selten die Performance ihrer Vergleichsindexes.

Nur wenige Aktienfonds schlagen den Vergleichsindex

Nur jeder zehnte international anlegende Fondsmanager konnte nach Informationen des „Handelsblatts“ zwischen 2007 und 2012 seinen Vergleichsindex übertreffen. Entscheidend dafür seien dabei unter anderem die laufenden Kosten, die regelmäßig vom Fondsvermögen abgezogen werden. So beginnt ein Aktienfonds jedes Jahr zunächst mit einem Rendite-Nachteil von ungefähr zwei Prozentpunkten verglichen mit der Marktentwicklung. Dadurch startet er im Rennen mit dem Markt praktisch aus der zweiten Reihe. Langfristig gesehen schaffen es einige Aktienfonds dennoch, attraktive Renditen zu generieren. Anleger sollten bei Aktienfonds langfristig planen und Fonds auswählen, die in der Vergangenheit stetig gute Entwicklungen geboten haben - oder eben auf Indexfonds setzen.

Handel mit ETFs

Der Handel mit ETFs kann über verschiedene Wege erfolgen. Ein börsengehandelter Indexfonds kann seinem Namen entsprechend über die Börsen gekauft und verkauft werden. Alternativ dazu können ETFs auch außerbörslich angeboten werden. Einige Banken vermitteln ausgewählte ETFs auch direkt von ETF-Anbietern. Dies kann besonders attraktiv sein, weil keine börsentypischen Gebühren anfallen.

Mögliche Kosten beim ETF-Handel

Neben den bereits erwähnten geringen Kosten für die ETFs an sich können beim Handel weitere Gebühren anfallen. Werden ETFs über die Börse gekauft, werden entweder Bankprovisionen, Börsenplatzgebühren oder auch Maklercourtagen anfallen. Bei einer vergleichsweise teuren Bank muss laut „boerse.de“ rund ein Prozent der Kaufsumme an Provision entrichtet werden. Preiswerte Banken stellen oft nur eine Kostenpauschale in Rechnung, welche im günstigsten Fall 10 Euro pro Transaktion nicht übersteigt. Anleger, die ihre ETFs ohne eine Bank direkt an der Börse kaufen möchten, sparen die Bankprovision, doch Börsenplatzgebühren werden dennoch berechnet.

Zusätzlich erhält der Börsenmakler eine Courtage zwischen 0,02 und 0,08 Prozent des Auftragsvolumens. Die geringsten Kosten entstehen bei einem außerbörslichen Handel. Dabei fallen weder Bankprovisionen noch Börsenplatzgebühren an. Allerdings wird in solchen Fällen ein Ausgabeaufschlag berechnet. Es kann sich daher lohnen, zu prüfen, ob ein gewünschter ETF bei einer Bank oder Direktbank außerbörslich angeboten wird und ob dieser Handelsweg finanzielle Vorteile bietet. Einige Banken bieten den Kauf von ETFs, ab einer bestimmten Mindestsumme, auch kostenlos an.

Alle Wertpapiere werden in einem sogenannten Depot verwaltet. Depots werden von den meisten Banken angeboten und von diesen auch betreut. Die Depotgebühren belaufen sich in der Regel auf einige Promille pro Jahr und fallen daher kaum ins Gewicht. Trotzdem können Anleger diese Gebühren häufig sparen, denn viele Banken bieten bereits kostenlose Depots an. Ein Depot-Vergleich kann dabei helfen, einen möglichst günstigen Anbieter auszuwählen.

ETFs verkaufen

So einfach wie ETFs über Banken oder die Börse gekauft werden können, ist es auch möglich, die Anlagen wieder abzustoßen. Sparer können im Bedarfsfall auf diese Weise durch den ETF-Verkauf schnell Liquidität generieren. Im Sinne einer soliden Anlagestrategie sollten die verwendeten Gelder jedoch nicht als liquide Mittel betrachtet, sondern langfristig geplant werden. Beim direkten Verkauf über die Börse sollten Anleger nicht vergessen, dass hier abermals Börsengebühren anfallen. Werden die Wertpapiere über ein Bankinstitut verkauft, werden dabei in der Regel Transaktionsgebühren berechnet.

Steuern bei einer ETF-Anlage

Bei jedem Verkauf von Wertpapieren werden 25 Prozent Abgeltungssteuer oder auch Kapitalertragssteuer auf den Kursgewinn fällig und von der Depotbank automatisch einbehalten. Auch mögliche Ausschüttungen werden in dieser Höhe besteuert. Diese Besteuerung wird allerdings nur fällig, wenn der Sparerpauschbetrag (ehemals Freibetrag) übertroffen wird. Darüber hinaus kann für Angehörige einer Glaubensgemeinschaft eine Kirchensteuer auf Kapitalerträge anfallen. Der Solidaritätszuschlag wird in Deutschland ebenfalls auf Kapitaleinkünfte erhoben.

ETF-Anlagestrategien

Ist die Entscheidung gefallen, dass ETFs als Geldanlage das Produkt der Wahl sind, geht es an die Planung einer Erfolg versprechenden Anlagestrategie. Hierbei sollte stets das Prinzip der Diversifikation beachtet werden. Auch wenn ein ETF, welcher einen breit aufgestellten Index spiegelt, bereits eine gewisse Streuung bietet, kann durch die Aufteilung des Anlagebetrags in unterschiedliche ETFs die Diversifikation noch optimiert werden. Im Themen-Schwerpunkt Vermögensaufbau gibt es viele weitere Informationen zum Thema Geldanlage und Strategien.

Neben einer größeren Einmalanlage kann in ETFs auch über Sparpläne investiert werden. Dabei zahlt der Anleger monatlich einen Sparbetrag ein, sodass über einen längeren Zeitraum ein Sparguthaben aufgebaut werden kann. Solche Sparpläne werden von verschiedenen Instituten angeboten und enthalten neben unterschiedlichen ETFs teilweise auch andere Anlageformen. So wird die Diversifikation direkt vom Anbieter durchgeführt.

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