EZB-Anleihenkauf: Folgen für Verbraucher

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 31.01.2015

Der großangelegte Anleihenkauf der EZB sorgt für Aufruhr in der Finanzwelt. Und auch für Verbraucher hat die Entscheidung der Notenbank Auswirkungen. Eine Preissteigerung ist beispielsweise bei Unterhaltungselektronik und Computerzubehör aus China zu erwarten. Und auch bei bestimmten Lebensmitteln sollten sich deutsche Verbraucher auf höhere Preise einstellen.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat beschlossen, bis September 2016 Staatsanleihen von kriselnden Euro-Staaten im großen Stil anzukaufen. Monatlich 60 Milliarden Euro will die EZB dafür ausgeben. Ziel der Maßnahme ist es, die Inflation im Euro-Raum voranzutreiben. Für Verbraucher könnte dies spürbare Preissteigerungen bedeuten. Zunächst könnte der derzeit niedrige Rohölpreis die gestiegenen Lebenshaltungskosten allerdings noch ausgleichen: Aufgrund des aktuell sehr niedrigen Benzinpreises machen sich die gestiegenen Kosten für Lebensmittel in der Haushaltskasse unter Umständen nicht sofort bemerkbar.

Deutsche Verbraucher erwartet Preissteigerung bei Waren aus dem asiatischen Raum

Wie der „Spiegel“ berichtet, wird es vor allem bei Produkten Preissteigerungen geben, die nicht aus Euro-Staaten stammen. So sind beispielsweise Preissteigerungen bei Bananen, Litschis und anderen Früchten, die nicht in der Euro-Zone angebaut werden, zu erwarten. Auch Urlauber würden die Abschwächung des Euros bei Reisen außerhalb der Euro-Zone zu spüren bekommen. Grundsätzlich dürften in China produzierte Waren teurer werden. Dies betrifft unter anderen Computerzubehör und Handys.

Verbraucher kommen leichter an günstige Kredite

Der EZB-Anleihenkauf dürfte allerdings auch positive Aspekte für Verbraucher haben. Mit der Maßnahme will die Notenbank auch die Kreditvergabe der Banken anregen. Die Zinsen für Kredite könnten also in Zukunft noch günstiger werden. Für Sparer ist diese Nachricht hingegen weniger erfreulich, da analog dazu die ohnehin schon niedrigen Guthabenzinsen für Geldanlagen wie Tagesgeld- oder Festgeldkonten noch weiter Richtung Nullpunkt sinken dürften. Gut dran sind hingegen Anleger, die in Börsenwerte, beispielsweise ETFs, investiert haben. Der DAX stieg nach der EZB-Entscheidung auf ein Rekordhoch. „Wer bereits Aktien hat, der wird sich in der Tendenz über weitere Wertsteigerung freuen dürfen“, sagt Christian Ahlers, Finanzmarktexperte des Verbraucherzentrale Bundesverbands.

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