Starker Arbeitsmarkt führt zu weniger Gründungen

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 06.06.2016

Die gute Lage auf dem Arbeitsmarkt sorgt dafür, dass die Zahl der Neugründungen von Firmen zurückgeht. Der KfW-Gründungsmonitor zeigt außerdem, dass sich immer mehr Gründer auf den digitalen Bereich konzentrieren und sich mit einer eigenen Geschäftsidee selbstständig machen.

Die gute Situation am deutschen Arbeitsmarkt hält offenbar viele Deutsche davon ab, sich als Gründer mit  einer eigenen Firma selbstständig zu machen. 2015 waren es laut dem Gründungsmonitor der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) 763.000 Personen – der niedrigste Wert seit dem Beginn der Erhebung im Jahr 2002. 2003 erreichte die Zahl der Firmengründungen einen Spitzenwert von fast 1,5 Millionen.

KfW: Arbeitsmarkt beeinflusst Gründer

Der Rückgang um 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr lässt sich laut KfW-Chefvolkswirt Dr. Jörg Zeuner mit der sehr guten Situation am Arbeitsmarkt erklären. Bei einer sicheren Anstellung sinkt die Bereitschaft, diese aufzugeben und sich stattdessen selbstständig zu machen. Die Gründer haben für sich selbst und Angestellte im Jahr 2015 insgesamt 610.000 vollzeitäquivalente Stellen geschaffen. Die meisten Gründungen finden im Dienstleistungssektor statt, es folgen produzierendes Gewerbe und Handel. Mit einem Anteil von 43 Prozent befindet sich die Beteiligung von Frauen an der Anzahl der Gründungen bereits das dritte Jahr in Folge auf einem Rekordniveau.

Weniger Notgründungen, mehr Innovation

Durch die gute Lage auf dem Arbeitsmarkt haben sich weniger Gründer aus der Not heraus für ein eigenes Unternehmen entschieden: Nur zehn Prozent der Gründer waren 2015 arbeitslos, bevor sie sich selbstständig machten. Inzwischen liegt der Anteil von Neugründungen, die sich auf digitale Technologien konzentrieren, bei 21 Prozent. Das können zum Beispiel App-Anbieter, Softwareentwickler oder Webdesigner sein.

Die „digitalen“ Gründer konzentrieren sich überdurchschnittlich häufig nicht auf den regionalen, sondern auf den nationalen oder internationalen Markt. Der Anteil der sogenannten „innovativen Gründer“, die sich mit einer eigenen Geschäftsidee selbstständig machen, hat im vergangenen Jahr ebenfalls leicht zugenommen. Bei der Finanzierung ihres Vorhabens, also beispielsweise der Bewilligung eines Kredits, stießen 15 Prozent auf Probleme – ein etwas geringerer Anteil als 2014.

Quellen: KfW, Spiegel Online

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