Saldo: Wichtige Kenngröße für die Buchführung

Zuletzt aktualisiert am 16.03.2017

Bei der Buchführung müssen Buchhalter genau prüfen, welche finanziellen Mittel einem Unternehmen zur Verfügung stehen. Auch Verbraucher müssen beim Blick auf den Kontostand wissen, wie viel Geld ihnen zur Verfügung steht. In beiden Fällen spielt der Saldo des Kontos eine wichtige Rolle. Er zeigt nach dem Abzug der Soll- von der Haben-Seite an, ob das Konto im Plus oder Minus ist. In der Bankpraxis wird noch von weiteren Saldi gesprochen.

Inhaltsverzeichnis

    Begriffsbestimmung Saldo

    Das Wort „Saldo“ leitet sich vom italienischen Adjektiv „saldo, salda“ ab, was im übertragenen Sinne auf Deutsch so viel wie „festmachen“ bedeutet. Der Plural von Saldo kann entweder Saldi, Salden oder Saldos lauten. Alle Formen sind korrekt.

    Beim Saldo handelt es sich um die Differenz zwischen Soll- und Haben-Seite eines Kontos. Konkret werden dabei zu einem bestimmten Zeitpunkt die Eingänge auf einem Konto mit den Abgängen verrechnet.

    Die Haben-Seite beinhaltet bei der Kontoführung alle Eingänge auf einem Konto. In der Buchführung befindet sich die Haben-Seite immer auf der linken Seite. Ihr gegenüber steht auf der rechten Kontenseite die Soll-Seite. Auf ihr werden alle Ausgaben aufgeführt.

    1. Sollsaldo: Ist auf der Soll-Seite ein höherer Umsatz als auf der Haben-Seite, ergibt sich ein Sollsaldo. Das Konto ist als umgangssprachlich „im Minus“.
    2. Habensaldo: Ist der Umsatz auf der Haben-Seite höher als auf der Soll-Seite, ergibt sich ein Habensaldo. Im Alltag wird dann davon gesprochen, dass das Konto „im Plus“ ist.

    Liegt die Höhe Ihrer Ausgaben über Ihren Einnahmen, haben Sie einen negativen Saldo, also einen Sollsaldo. Nutzen Sie keinen Dispositionskredit, „überziehen“ Sie in diesem Fall das Konto. Besteht über längere Zeit ein Sollsaldo, wird die Bank Sie zum Ausgleich auffordern.

    Bedeutung für die Kontoführung

    Die Ermittlung des Saldos ist wichtig für Sie, damit Sie täglich wissen, wie viel Geld Sie noch auf Ihrem Konto zur Verfügung haben. Je geringer der Habensaldo ausfällt, desto weniger Geld können Sie ausgeben, bis das Konto überzogen wird.

    Bedeutung für die Buchhaltung und Unternehmensbilanz

    Der Saldo ist für die Buchhaltung essentiell, um die Kapitalverfügbarkeit und Gewinne anhand verschiedener Konten zu ermitteln. Mit Hilfe des Saldos kann jederzeit der Kontostand einzelner Konten berechnet werden.

    In die Unternehmensbilanz kann der Saldo eines Kontos übernommen werden.

    Aktiv- und Passivsaldo in der Finanzbuchhaltung

    Wird eine Bilanz erstellt, wird nicht mehr von Soll- oder Habensaldo gesprochen, sondern von Aktiva und Passiva. Innerhalb der Bilanz wird ein Sollsaldo auf der linken Seite unter den Aktiva aufgeführt, ein Habensaldo auf der rechten unter den Passiva.

    Deshalb werden bei Bilanzen die Begrifflichkeiten Aktivsaldo und Passivsaldo anstelle von Soll- und Habensaldo verwendet.

    Zum Ausgleich eines Aktivsaldos muss bei der Bilanz der gleiche Betrag auf der Passivseite gebucht werden. Gleiches gilt für den Ausgleich eines Passivsaldos. Eine solche Umbuchung wird beim Jahresabschluss des Unternehmens durchgeführt oder bei einer Kontoschließung.

    Diese Buchungsweise ist wichtig, da es für die Buchung festgelegte Grundsätze gibt, die sogenannten „Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung“.

    Saldo bei Kontoführung und Buchhaltung

    In der Bankpraxis wird der Saldo als Unterschiedsbetrag für ein Konto genutzt. Wenn dabei Soll und Haben gleich groß sind, sind null Euro auf dem Konto.

    Zugleich kann der Saldo selbst nicht negativ sein, da es sich bei der Kontoführung um ein Verhältnis zwischen Schuldner und Gläubiger handelt. Im einen Fall ist die Bank der Schuldner für den Kontoinhaber, im anderen Fall ist der Kontoinhaber Schuldner und die Bank der Gläubiger.

    Somit ist der Saldo immer für den einen oder anderen Part eine positive Summe und ein Überschuss, der immer einem Vertragspartner zugerechnet werden kann.

    Der Begriff „debitorisch“ bei der Kontoführung

    Wird ein Konto debitorisch geführt, bedeutet dies, dass eine dauerhafte Überziehung eingerichtet wurde. Der Kontoinhaber wird somit zum Debitor. Der Soll-Saldo ergibt somit einen debitorischen Kontostand. Dieser Saldo ist gemäß Paragraph 488 des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) eine Darlehensverbindlichkeit des Kontoinhabers gegenüber der Bank.

    Der Gegenbegriff lautet „kreditorisch“ und bezeichnet einen Haben-Saldo des Kontos. Der Kontoinhaber wird auf diese Weise zum Kreditor der Bank und leiht ihr in diesem Sinne sein Guthaben.

    In einem übergeordneten Sinne handelt es sich bei Einzahlungen auf das Konto um Rückzahlungen von Krediten, wenn eine debitorische Kontoführung vorliegt. Werden bei einem Soll-Saldo Auszahlungen vorgenommen, handelt es sich im finanztechnischen Sinne um eine Auszahlung eines Kredits.

    Im Gegenzug ist die Auszahlung bei einem Haben-Saldo lediglich eine Rückgabe des verwahrten Geldes und keine Kredittilgung.  

    Debitorischer Kreditor und kreditorscher Debitor in der Buchhaltung

    Die Begriffe debitorisch und kreditorisch spielen in der Buchhaltung eine wichtige Rolle. Dort werden die „Debitoren“ in der Bilanz eingetragen, wenn sie einem Unternehmen noch Geld schulden.

    Ein Debitor kann zum Beispiel ein Unternehmen sein, das im Dezember des Bilanzjahres eine Rechnung erhält, diese aber erst im Folgejahr begleicht.

    Kreditorische Debitoren sind Debitoren, deren Konten am Ende des Geschäftsjahres im Habensaldo sind. Diese Position wird in der Bilanz unter „sonstige Verbindlichkeiten“ aufgeführt.

    In diesem Fall wird die Rechnung erst später bezahlt und bis zur Zahlungsfrist gilt der Rechnungsbetrag als Kredit des Unternehmens, das den Rechnungsbetrag erhält.

    Kreditoren sind diejenigen Gläubiger, deren Rechnungen vom bilanzierenden Unternehmen noch nicht vollständig bezahlt wurden. Zu einem debitorischen Kreditor wird der Kreditor, wenn seine Konten am Ende des Geschäftsjahres im Sollsaldo sind. Debitorische Kreditoren werden in der Bilanz unter „Sonstige Vermögensgegenstände“ geführt.

    Tagessaldo

    Als Tagessaldo wird der Saldo bezeichnet, der täglich von einer Bank zu einem bestimmten Konto ermittelt wird. Dabei handelt es sich um den rechnerischen Kontostand, der nach Verrechnung von Einnahmen und Ausgaben an einem Tag angezeigt wird.

    Tagessaldo nicht immer aktuell

    Der Tagessaldo ist jedoch nicht immer ganz aktuell. Sollten Sie zum Beispiel mit Ihrer EC-Karte oder der Kreditkarte bezahlt haben, erfolgt die Buchung der Beträge meist erst am nächsten Tag.

    Diese Ausgaben werden dann nicht in den Tagessaldo mit einbezogen. Dies gilt insbesondere dann, wenn zwischen Einsatz der Bezahlkarte und tatsächlicher Abbuchung ein Wochenende oder ein Feiertag liegt.

    Wenn Sie kein Bargeld am Bankautomat Ihrer Bank abheben, wird in der Regel am Samstag und Sonntag der jeweils gleiche Tagessaldo angezeigt, obwohl Sie an beiden Tagen vielleicht mit Ihren Kreditkarten bezahlt haben.

    Abschlusssaldo

    Bei einem Abschlusssaldo handelt es sich um den Saldo, der am Ende einer Rechnungsperiode erstellt wird. Laut Paragraph 355, Absatz 1 des Handelsgesetzbuchs (HGB) muss beim Kontokorrent einmal jährlich ein Rechnungsabschluss, also ein Abschlusssaldo, durchgeführt werden. Zinsen sind dabei miteinberechnet. Manche Banken haben eigene Geschäftsbedingungen wie zum Beispiel die Sparkassen, die einen Abschlusssaldo pro Quartal vorsehen.

    Bei Geschäftskonten muss einmal monatlich eine Abrechnung erfolgen. Auf diese Weise wird die Umsatzsteuer ermittelt, die von umsatzsteuerpflichtigen Unternehmen an den Fiskus abgeführt werden muss. Diese Umsatzsteuer wird auf Rechnungen für Ausgaben und Einnahmen vermerkt.

    Auch für Kreditkarteninhaber ist der Abschlusssaldo relevant, denn er wird zu jedem Abrechnungsmonat durchgeführt, da der Karteinhaber eine Rechnung über die Summe seiner Kreditkartenzahlungen erhält.

    Fristen beachten!

    Bankkunden müssen den Abschlusssaldo beziehungsweise Rechnungsabschluss genau prüfen, denn sie haben nur eine Frist von sechs Wochen, um Fehler bei Abbuchungen bei der Bank zu melden.

    Legt der Kontoinhaber innerhalb dieser Frist keinen Widerspruch ein, gilt der Verzicht auf den Widerspruch als Zustimmung zum Rechnungsabschluss. Bei fehlerhaften SEPA-Abbuchungen haben Kunden acht Wochen Zeit zum Widerspruch.

    Disposaldo

    Wenn Sie für Ihr Konto einen Dispokredit nutzen, wird in der Regel der Disposaldo angegeben. Dabei handelt es sich um den aktuellen Saldo, zu dem der Disporahmen Ihres Kontos hinzugerechnet wird.

    Somit hängt die Höhe des Disposaldos davon ab, wie hoch der Überziehungsrahmen ist, der Ihnen von Ihrer Bank im Rahmen des Dispokredits eingeräumt wird. In der Praxis wird der Disposaldo zu einem Konto, zum Beispiel beim Online-Banking angezeigt.

    Dabei handelt es sich dann um den Geldbetrag, der Ihnen inklusive des eingeräumten Überziehungsrahmens zur Verfügung steht. Allerdings sollten Sie berücksichtigen, dass Sie im Soll sind und dafür Zinsen bezahlen müssen, auch wenn Ihnen nach der Berechnung des Disposaldos noch Geld zur Verfügung steht.

    Valutasaldo

    Der Valutasaldo könnte ebenso als „Saldo unter Vorbehalt“ bezeichnet werden. Denn im Vergleich zum herkömmlichen Saldo bezieht der Valutasaldo auch Gutschriften mit ein, die zwar gutgeschrieben wurden, über deren Wert Sie jedoch noch nicht verfügen können. Das können zum Beispiel Zahlungseingänge über Schecks sein. Zugleich werden beim Valutasaldo auch Lastschriften oder Überweisungen berücksichtigt, die der Gläubiger bereits eingetragen hat, die aber noch nicht vom Konto abgebucht wurden.

    Der Sinn dieses Saldos besteht darin, dass die Bank Sie über die Eingänge informiert, die Bank sich jedoch eine Frist einräumt, innerhalb derer sie Schecks über Abbuchungen prüfen kann. Ist die Frist abgelaufen, steht Ihnen das Geld zur Verfügung oder es wird endgültig von Ihrem Konto abgebucht.

    Das ist beim Valutasaldo wichtig

    Da es sich beim Valutasaldo um Geld handelt, das Ihrem Konto entweder erst noch gutgeschrieben wird oder davon abgebucht wird, müssen Sie in beiden Fällen aufpassen.

    Achten Sie deshalb auf das Valutadatum. Es zeigt an, wann die jeweilige Buchung nach der Prüfung durch die Bank ausgeführt wird.

    • Bei Abbuchungen: Sorgen Sie dafür, dass Ihr Konto bei einer Valutabuchung ausreichend gedeckt ist.
    • Bei Einzahlungen: Denken Sie daran, dass der Valutasaldo noch nicht komplett gebucht wurden. Sie können deshalb noch nicht über das Geld verfügen. Sollten Sie dennoch Geld benötigen, müssen Sie eventuell zunächst Ihren Dispokredit nutzen, um Geld abheben zu können. In diesem Fall werden Dispozinsen fällig, auch wenn der Geldbetrag über den Valutasaldo theoretisch schon vorhanden ist. Berücksichtigen Sie ebenso, dass Guthabenzinsen auf Ihrem Konto erst entstehen, wenn der Valutasaldo nach Fristablauf gebucht wurde.

    So berechnen Sie den Saldo

    Der Saldo besteht bei Ihrem Konto aus der Differenz von Einnahmen und Ausgaben. Demnach müssen Sie lediglich Einnahmen und Ausgaben gegenrechnen, um den Saldo zu ermitteln. Die ermittelte Zahl zeigt Ihnen an, ob Ihr Konto im Plus oder im Minus ist. Ebenso kann sie Ihnen das noch verfügbare Geld anzeigen. Nutzen Sie einen Dispokredit, können Sie den Disposaldo verwenden.

    Ein Beispiel für einen Tagessaldo:

    Posten Buchungssumme
    Lohn 2.500 Euro +
    Lebensmittel 150 Euro -
    Krankenversicherung 250 Euro -
    Monatsrate Auto 200 Euro -
    Tagessaldo 1900 Euro +

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