Studienkredit: Infos und Tipps zum Kredit für Studenten

Mit einem Kredit könnt Ihr Euch für Euer gesamtes Studium oder eine bestimmte Phase der Ausbildung Geld zur Studienfinanzierung leihen. Dabei könnt Ihr von speziellen Angeboten mit Sonderregelungen für Studierende profitieren. In diesem Artikel erfahrt Ihr, welche Voraussetzungen Studierende für einen Kredit erfüllen sollten, was beim Kreditabschluss zu beachten ist und welche Kreditangebote Ihr im Studium nutzen könnt.

Inhaltsverzeichnis
     

    Weitere Infos zum Themengebiet

    Dieser Ratgeber ist Teil einer Serie zum Thema Studienfinanzierung:

    Wann bietet sich ein Kredit für Studenten an?

    Wenn Ihr einen Kredit für Eurer Studium aufnehmt, solltet Ihr Euch der Verantwortung bewusst sein, die mit einem Kreditabschluss einhergeht. Da Ihr das Geld zurückzahlen müsst, solltet Ihr Euch gründlich überlegen, ob Ihr wirklich einen Studienkredit zur Finanzierung Eures Studiums nutzen möchtet.

    Grundsätzlich ist zu empfehlen, den Kredit nur als ergänzende Finanzierungsmöglichkeit zu Eurem BAföG, einem Stipendium, der Unterstützung Eurer Eltern oder einem Nebenjob zu nutzen. Besonders in stressigen Phasen Eures Studiums (z. B. Prüfungsphase oder letztes Semester), in denen keine Zeit zum Jobben bleibt, kann Euch ein Studienkredit finanziell unter die Arme greifen.

    Welche Voraussetzungen gelten für einen Studienkredit?

    Im Gegensatz zu anderen Krediten werden Studienkredite üblicherweise in monatlichen Raten ausgezahlt. So könnt Ihr das Geld Eurem monatlichen Bedarf entsprechend nutzen. Ein weiterer Unterschied sind die finanziellen Sicherheiten, denn um einen Studienkredit aufzunehmen, benötigt Ihr häufig keine finanziellen Rücklagen. Die einzige Voraussetzung für den Kredit sind regelmäßige Studiennachweise.

    Was muss ich beachten, wenn ich einen Studienkredit aufnehme?

    Ein passender Kredit kann Euch die Finanzierung Eures Studiums erleichtern. Um den idealen Studienkredit für Euch zu finden, könnt Ihr diese drei Tipps beachten:

    1. Tatsächlichen Bedarf ermitteln: Um eine Übersicht über Eure finanzielle Lage zu erhalten, könnt Ihr einen Kostenplan mit Euren Einnahmen und Ausgaben im Studium erstellen. So erkennt Ihr, wie viel Geld Ihr pro Monat benötigt und wie hoch Euer Kredit ausfallen sollte. Die Kreditsumme sollte sich nur auf das Nötigste beschränken, um Eure Schulden so gering wie möglich zu halten.
    2. Angebote vergleichen: Bevor Ihr einen Kredit abschließt, solltet Ihr mehrere Angebote von verschiedenen Kreditgebern einholen, um den Kredit zu finden, der am besten zu Euren Bedürfnissen passt. Ein fester Zinssatz in einer Niedrigzinsphase und Sondertilgungsmöglichkeiten sind besonders vorteilhaft. Solltet Ihr mit einem Angebot nicht zufrieden sein, habt Ihr auch die Möglichkeit, die Konditionen neu zu verhandeln. Wenn Euch ein Anbieter nicht über alle Konditionen des Kredits informiert, solltet Ihr auf diesen Kredit verzichten.
    3. Beratung suchen: Bei der Auswahl eines Studienkredits kann Euch eine unabhängige Beratungsstelle wie die Studienberatung oder das Studierendenwerk unterstützen. Dort könnt Ihr Euch auch über spezielle Kreditangebote der Hochschule informieren.

    Passenden Studienkredit finden

    Bei der Suche nach einem Kredit für Euer Studium könnt Ihr Euch am Test des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) orientieren. Außerdem könnt Ihr Euch bei Eurer Hausbank nach lokalen Angeboten erkundigen.

    KfW-Studienkredit

    Der Studienkredit der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) unterstützt Euch dabei, Eure Lebenshaltungskosten im gesamten Studium zu finanzieren. Gefördert wird:

    • grundständiges Erst- und Zweitstudium
    • postgraduales Studium (Zusatz-, Ergänzungs- oder Aufbaustudium)
    • Promotion
    • Fernstudium
    • Auslandssemester

    Damit deckt der KfW-Studienkredit ein breites Spektrum ab und steht Euch außerdem sowohl bei einem Vollzeitstudium als auch bei einem Teilzeit- oder berufsbegleitendem Studium zur Verfügung.

    Mit dem Kredit erhaltet Ihr monatlich 100 bis 650 Euro unabhängig von Eurem Einkommen. Bei einem Erst- oder Zweitstudium könnt Ihr das Geld bis zu 14 Semester lang ausgezahlt bekommen und insgesamt bis zu 54.600 Euro erhalten. Bei einem postgradualen Studium oder einer Promotion könnt Ihr den Studienkredit bis zu sechs Semester lang in Anspruch nehmen und insgesamt bis zu 23.400 Euro als finanzielle Unterstützung bekommen. Der Zinssatz des Kredits kann variieren und ist an den Interbankenzins EURIBOR angelehnt.

    Die Voraussetzungen für einen KfW-Studienkredit sind:

    • Alter zwischen 18 und 44 Jahre
    • deutsche Staatsangehörigkeit
    • Immatrikulation an einer staatlichen oder staatlich anerkannten deutschen Hochschule

    Wenn Ihr diese Voraussetzungen erfüllt, könnt Ihr online auf der Website der KfW-Bank einen Antrag für den Kredit stellen. Nachdem Ihr das Angebot geprüft und den Kreditvertrag abgeschlossen habt, müsst Ihr zu Beginn des nächsten Semesters einen Studiennachweis vorlegen. Daraufhin erhaltet Ihr die erste Rate.

    Die Kredit-Rückzahlung beginnt 18 Monate nach der Auszahlung der letzten Rate. In der Zwischenzeit müsst Ihr allerdings bereits Zinsen zahlen. Die Rückzahlung erfolgt in monatlichen Raten, deren Höhe zuvor in einem Tilgungsplan festgelegt wird.

    Der KfW-Studienkredit lässt sich mit dem Bildungskredit der Bundesregierung kombinieren.

    Bildungskredit der Bundesregierung

    Mit dem Bildungskredit könnt Ihr insgesamt eine Summe von 1.000 bis 7.200 Euro zur Studienfinanzierung erhalten. Euer Einkommen bzw. das Einkommen Eurer Eltern nimmt dabei keinen Einfluss auf die Kredithöhe. Das Geld wird in monatlichen Raten von 100 Euro, 200 Euro oder 300 Euro ausgezahlt. Die Höhe könnt Ihr Euren persönlichen Bedürfnissen entsprechend auswählen. Sollten im Laufe Eures Studiums höhere Kosten auf Euch zukommen, ist es auch möglich, Euch einmalig bis zu 3.600 Euro auszahlen zu lassen. Der Kredit kann über einen Zeitraum von bis zu zwei Jahren und maximal bis zum Ende Eures 12. Semester ausgezahlt werden. Außerdem werden Euch Zinsen berechnet, die sich wie beim KfW-Studienkredit am Interbankenzins EURIBOR orientieren. Zusätzlich wird dabei ein Prozent pro Jahr aufgeschlagen.

    Bildungskredit für die Abschlussphase Eures Studiums

    Da der Bildungskredit auf maximal zwei Jahre begrenzt ist, könnt Ihr ihn ideal für die letzte Phase Eures Studiums nutzen. So könnt Ihr Euch sorgenfrei auf letzte anstehende Prüfungen oder Eure Abschlussarbeit konzentrieren.

    Der Bildungskredit der Bundesregierung fördert die folgenden Studiengänge:

    • Bachelorstudiengang
    • postgraduale Studiengänge (z. B. Master)
    • Staatsexamen, Diplom- und Magisterstudiengänge

    Außerdem könnt Ihr damit ausbildungsbedingte Praktika im In- und Ausland finanzieren. Eine Promotion sowie ein Teilzeit- oder berufsbegleitender Studiengang kann nicht gefördert werden.

    Um den Bildungskredit zu erhalten, müsst Ihr in Vollzeit an einer deutschen Hochschule studieren und zwischen 18 bis 36 Jahre alt sein. Zudem gelten abhängig von Eurem Studium spezielle Voraussetzungen:

    • Bachelor: Ihr müsst eine Vorprüfung bzw. das erste Studienjahr absolviert haben und Euch unterhalb des 12. Semesters befinden.
    • Postgraduales Studium: Ihr solltet bereits ein abgeschlossenes Studium vorweisen können.
    • Staatsexamen, Diplom- und Magisterstudiengänge: Ihr müsst die Zwischenprüfung, das Vordiplom oder das Physikum bestanden bzw. die ersten beiden Studienjahre absolviert haben.

    Den Antrag für den Bildungskredit könnt Ihr online beim Bundesverwaltungsamt stellen. Anschließend wickelt die KfW-Förderbank den Vertragsabschluss sowie die Aus- und Rückzahlungen ab. Im Gegensatz zu anderen Studienkrediten müsst Ihr beim Bildungskredit keine Leistungsnachweise im Zeitraum der Auszahlung einreichen.

    Die Rückzahlung des Bildungskredits wird vier Jahre nach der Auszahlung der ersten Rate fällig. Dabei zahlt Ihr monatlich 120 Euro zurück. Außerdem könnt Ihr den Kredit auch vorfristig vollständig tilgen.

    Bildungsfonds

    In einen Bildungsfond werden finanzielle Mittel von Anlegern gesammelt, mit denen leistungsstarke Studierende finanziell unterstützt werden. Um Geld aus einem Bildungsfond zu erhalten, müsst Ihr daher häufig ein mehrstufiges Auswahlverfahren durchlaufen. Neben der finanziellen Förderung könnt Ihr in der Regel auch ideelle Angebote wie Workshops und Trainings in Anspruch nehmen und Kontakte zu Unternehmen knüpfen. Die Investoren eines Bildungsfonds sind häufig Privatpersonen wie zum Beispiel Alumni einer Hochschule.

    Nach dem Studium seid Ihr dazu verpflichtet, einen gewissen Anteil der finanziellen Mittel zurückzuzahlen. Die Höhe der Rückzahlung orientiert sich an der zu erwartenden Höhe Eures Bruttogehalts. In der Regel fließen ein bis zwei Prozent des Gehalts in den Fond. Die Anleger erhalten somit ihr Geld zurück und können den Gewinn zum Beispiel für neue Einzahlungen nutzen.

    Anbieter eines Bildungsfonds sind zum Beispiel die Unternehmen Deutsche Bildung, Career Concept und Brain Capital.

    Bei guten Leistungen immer Stipendien vorziehen

    Wenn Ihr Euch durch ein Auswahlverfahren für die Finanzierung durch einen Bildungsfond qualifiziert, erfüllt Ihr häufig auch die Voraussetzungen für ein Stipendium. In diesem Fall solltet Ihr Euch zuerst für ein Stipendium bewerben, da Ihr diese Förderung nicht zurückzahlen müsst.

    Fazit

    Ein Studienkredit unterstützt Euch während des Studiums bei der Finanzierung Eurer Lebenshaltung- und Studienkosten und kann besonders zum Ende Eures Studiums eine nützliche Ergänzung zu anderen Finanzierungsmöglichkeiten darstellen. Vor dem Kreditabschluss kann Euch ein Vergleich von unterschiedlichen Angeboten dabei helfen, den optimalen Kredit zu finden. Besonders beliebt bei Studierenden sind der KfW-Studienkredit und der Bildungskredit der Bundesregierung.

    Spartipps und News:

    Newsletter abonnieren & gratis PDF erhalten