Umzugskosten: Das kostet ein Umzug (mit Spartipps)

Zuletzt aktualisiert am 29.10.2018

Ein Umzug ist immer mit zusätzlichem Aufwand verbunden. Kisten müssen gepackt und administrative Änderungen durchgeführt werden. Doch ein Umzug ist immer auch mit Zusatzkosten verbunden.

Inhaltsverzeichnis

    So fallen zum Beispiel Kosten für eine neue Einrichtung, für Nachsendeanträge, die Ummeldung von Telefon- und Stromanbietern, die Renovierung oder für ein Umzugsunternehmen an. In diesem Ratgeber erhalten Sie deshalb eine praktische Übersicht sowie Tipps, wie Sie Umzugskosten sparen können.

    So berechnen Sie die Umzugskosten

    Bei Umzugskosten gibt es keine Pauschale, die für jeden Umzug angesetzt werden kann. Die Kosten setzen sich aus vielen Einzelpositionen zusammen, die wiederum individuell variieren können.

    Grundsätzlich hängt die Höhe der Umzugskosten von diesen Faktoren ab:

    • Umzugsstrecke: Je größer die Distanz zwischen altem und neuem Wohnort, desto höher steigen die Kosten. So müssen Sie mit höheren Transportkosten bei einem Umzugsunternehmen ebenso wie mit höheren Fahrtkosten für sich rechnen. Diese Kosten können zum Beispiel schon vor dem Umzug anfallen, wenn Sie Wohnungen in einer anderen Stadt besichtigen.
    • Lebenshaltungskosten: Die Kosten für Ihren Umzug werden auch durch das Kostenniveau Ihrer neuen Stadt bestimmt. Sind dort die Mieten oder die Preise allgemein höher, steigen auch Ihre Umzugskosten.
    • Größe des Umzugs: Ziehen Sie von einer Studentenwohnung mit wenigen Kisten in eine neue Wohnung, werden die Transportkosten deutlich geringer ausfallen. Vielleicht reicht dann sogar eine Fahrt in einem PKW. Je mehr Kisten und Möbel Sie jedoch haben, desto teurer wird der Umzug. Diese Kosten steigen umso schneller, wenn Sie ein professionelles Umzugsunternehmen engagieren.
    • Art des Umzugs: Je mehr Sie privat oder mit Freunden transportieren können, desto weniger müssen Sie an Umzugskosten bezahlen.
    • Neuanschaffungen: Können Sie einen Großteil Ihrer vorhandenen Einrichtung in der neuen Wohnung weiterverwenden, fallen weniger Kosten für Neuanschaffungen an.
    • Mietpreis der neuen Wohnung: Je teurer die neue Wohnung, desto höher fällt in der Regel die zu zahlende Kaution aus.
    • Doppelmiete: Können Sie Ihre alte Wohnung rechtzeitig kündigen oder finden Sie Nachmieter, vermeiden Sie die Doppelzahlung der Miete. Gibt es keinen Kompromiss, können die Umzugskosten durch zweifache Mietzahlung enorm steigen.
    • Renovierung: Wie viel Sie für Ihren Umzug bezahlen müssen, hängt auch davon ab, wie viel in der alten Wohnung renoviert werden muss.

    Kosten vor dem Umzug

    Was? Ungefähre Kosten
    Umzugskartons, Verpackungsmaterial Ca. 30 Euro pro Zimmer
    Provision Abhängig vom Mietpreis der neuen Wohnung, maximal zwei Nettokaltmieten; beim Wohnungskauf zwischen fünf und sieben Prozent der Kaufsumme.
    Renovierungskosten Wrd nur gestrichen, kommen ca. 40 Cent pro Quadratmeter Fläche zusammen; bei größeren Renovierungsarbeiten muss mehr investiert werden.
    Renovierung der neuen Wohnung Wird eine Wohnung unrenoviert übernommen, muss diese neu gestrichen oder instandgesetzt werden; hier sind die Kosten sehr variabel, können jedoch häufig mit einem Mietnachlass kombiniert werden.
    Reservierung eines Halteverbots Muss beim zuständigen Amt beantragt werden; Schilderaufstellung wird von Profis gemacht; die Kosten liegen inklusive Genehmigung und Aufstellen der Schilder zwischen 90 und 150 Euro.

    Kosten während des Umzugs

    Was? Ungefähre Kosten
    Kosten für eine Umzugsfirma Die Preise beginnen bei einem Umzug im gleichen Ort bei ca. 500 Euro und staffeln sich nach den Quadratmetern; bei Langstreckenumzügen starten die Kosten bei ca. 1.200 Euro.
    Umzugswagen Je nach Mietwagenanbieter kostet ein LKW zwischen 50 und 150 Euro pro Tag; zusätzlich müssen noch Tank- und Versicherungskosten hinzugerechnet werden; häufig muss eine Kaution hinterlegt werden.
    Verpflegung für Umzugshelfer Hier fallen Kosten von ca. sechs Euro pro Person an.

    Kosten nach dem Umzug

    Was? Ungefähre Kosten
    Kfz ummelden Je nach Kfz-Zulassungsstelle werden zwischen 20 und 30 Euro für die Anmeldung fällig; ein neues Kfz-Kennzeichen ist nicht verpflichtend, würde sonst aber ca. 25 Euro kosten.
    Anmeldung beim Einwohnermeldeamt Je nach Gemeinde werden hierfür ca. zehn Euro fällig; muss der Personalausweis erneuert werden, kostet dieser zusätzlich ca. 35 Euro; bei Unterlassen der Ummeldung kann ein Bußgeld fällig werden, das bis zu 500 Euro betragen kann.
    Ummelden von Telefon und Energieversorgern Für einen neuen Gas-/Strom- oder Telefonanschluss können je nach Anbieter zwischen 20 und 70 Euro erhoben werden.
    Nachsendeauftrag Für das Nachsenden verlangt die Post ca. 20 Euro für ein halbes Jahr.
    Anschaffung neuer Einrichtung Die Kosten für neue Möbel sind nicht pauschal zu beziffern. Hier hängt es zusätzlich zum Umfang auch davon ab, ob Sie aus Eigenkapital oder über einen Kredit finanzieren. Den passenden finden Sie am besten über einen Kreditvergleich.

    Spartipps

    Mit diesen Tipps lassen sich einige Euro beim Umzug sparen:

    • Genau planen: Planen Sie den Ablauf sowie alle Aufgaben vor, während und nach dem Umzug genau. Berechnen Sie zum Beispiel auch den genauen Raumbedarf, um die Größe des Umzugswagens zu kalkulieren. So sparen Sie sich Zusatzkosten.
    • Kartons leihen: Leihen Sie sich Materialien wie Kartons aus, anstatt Sie neu zu kaufen.
    • Bananenkisten besorgen: Wenn Sie sich keine Kartons leihen können, sammeln Sie Bananenkisten aus dem Supermarkt. So müssen Sie entweder keine oder deutlich weniger Umzugskartons kaufen.
    • Kleinanzeigen studieren: Schauen Sie in Kleinanzeigen nach. Häufig werden dort gebrauchte Umzugskartons günstig angeboten.
    • Selbst packen: Packen Sie am besten alle Kartons selbst. So sparen Sie sich die Kosten für die Packer. Achten Sie dabei jedoch darauf, dass die Kartons nicht zu schwer werden. Gehen Umzugskartons kaputt oder müssen neue gepackt werden, verlängert sich die Arbeitszeit der Umzugsfirma und die Kosten können wieder steigen.
    • Auf Umzugsunternehmen verzichten: Wenn Freunde oder Familienangehörige beim Umzug helfen können, sparen Sie sich das Umzugsunternehmen. Bei kleineren Umzügen aus einem WG-Zimmer reichen meist wenige Helfer aus.
    • Preise von Umzugsfirmen vergleichen: Lassen Sie sich von mehreren Umzugsfirmen ein Angebot geben und wählen Sie das günstigste und leistungsstärkste aus.
    • Umzugspauschale vereinbaren: Wenn Sie ein Umzugsunternehmen buchen wollen oder müssen, sollten Sie am besten einen Pauschalpreis aushandeln. Damit verhindern Sie, dass die Umzugskosten während des Umzugs nochmals steigen.
    • Preise für Umzugswagen vergleichen: Führen Sie einen Preisvergleich zwischen verschiedenen Mietwagenanbietern durch und sparen Sie bei der Fahrzeugmiete.
    • Arbeitgeber fragen: Fragen Sie Ihren neuen oder bestehenden Arbeitgeber, ob er sich an Ihren Umzugskosten beteiligt. Wenn Ihr Umzug berufsbedingt ist, leisten viele Arbeitgeber gerne einen Beitrag.
    • Fristgerecht kündigen: Kündigen Sie Ihre Wohnung bestmöglich fristgerecht. So vermeiden Sie eine Doppelmiete.
    • Nachmieter besorgen: Kümmern Sie sich am besten um Nachmieter, um nicht doppelt Miete bezahlen zu müssen. Fragen Sie die Nachmieter, ob sie die Renovierung übernehmen wollen.
    • Nicht benötigte Möbel vorher verkaufen: Verkaufen Sie vor dem Umzug alle Möbel, die Sie nicht mehr benötigen, zum Beispiel auf dem Flohmarkt oder über Kleinanzeigenportale. Damit können Sie Ihre Umzugskasse aufbessern oder haben Kapital für die Anschaffung neuer Möbel.
    • Verträge prüfen: Prüfen Sie Ihre Verträge bei Telekommunikationsanbietern sowie Energieversorgern. Vielleicht können Sie durch einen Wechsel Geld oder die Anschlussgebühren sparen - führen Sie deshalb für den neuen Wohnort einen Stromvergleich durch.
    • Umzugskostenhilfe beantragen: Beziehen Sie Hartz IV, können Sie bei einem berufsbedingten Umzug Gelder beim Jobcenter beantragen. Der Antrag sollte dabei unbedingt vor dem Umzug erfolgen, damit Sie sich auf die Zahlung verlassen können.

    Umzugskosten absetzen

    Umzugskosten können von der Steuer abgesetzt werden. Dabei wird zwischen einem privaten und einem beruflich bedingten Umzug unterschieden.

    Beruflich bedingte Umzüge

    Wenn Sie aus beruflichen Gründen umziehen müssen, können Sie die Kosten für den Umzug in der Steuererklärung als Werbungskosten geltend machen. Festgelegt ist diese Möglichkeit im Bundesumzugskostengesetz.

    Hierfür gelten folgende Voraussetzungen: 

    1. Kürzerer Arbeitsweg: Ihr Weg zur Arbeit muss vom neuen Wohnort aus mindestens eine halbe Stunde weniger dauern. Diese Zeitspanne gilt jeweils für den Hin- und Rückweg. Die Zeiteinsparung wird bei Ehepartnern zusammengerechnet, wenn sie unterschiedliche Fahrtwege haben.
    2. Wechsel des Arbeitsplatzes: Haben Sie Ihren Arbeitsplatz gewechselt und Sie leben in einer anderen Stadt, ist die steuerliche Geltendmachung der Kosten möglich.
    3. verbesserte Arbeitsbedingungen: In Ausnahmefällen erkennt das Finanzamt eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen an.
    4. Rückkehr aus dem Ausland: Hatten Sie einen Job im Ausland und kehren nach Deutschland berufsbedingt zurück, lassen sich die Umzugskosten absetzen.

    Um Umzugskosten steuerlich geltend zu machen, sollten Sie Ihre Ausgaben auch nachweisen können. Heben Sie deshalb Rechnungen auf und belegen Sie Ihre Ausgaben zum Beispiel mit Überweisungen auf dem Kontoauszug.

    Private Umzüge

    Wenn Sie Umzugskosten für einen privaten Umzug bei der Steuer angeben wollen, können Sie diese als haushaltsnahe Dienstleistungen absetzen. Pro Jahr können Sie 20 Prozent dieser Ausgaben und bis zu 4.000 Euro absetzen. Wichtig ist, dass Sie eine Rechnung von Ihrem Umzugsunternehmen erhalten, die Sie mit der Steuererklärung einreichen. Weitere Belege für Dienstleister müssen Sie ebenfalls beifügen. Abgerechnet werden können nur Dienstleistungen, nicht aber Material.

    Somit kann es sich für Sie steuerlich lohnen, bei einem privaten Umzug ein Umzugsunternehmen zu beauftragen.

    Welche Kosten kann ich von der Steuer absetzen?

    Beim Absetzen von Kosten für den Umzug lassen sich über eine Pauschale hinaus weitere Kosten absetzen. Hierzu zählen:

    • Bei Wohnungsbesichtigungen 30 Cent pro gefahrenen Kilometer
    • Gebühren für Makler, wenn Sie eine Wohnung mieten
    • Doppelzahlungen von Mieten für maximal sechs Monate
    • Maximal drei Mietzahlungen für eine Wohnung, die Sie noch nicht nutzen können
    • Kosten für ein Umzugsunternehmen
    • Kosten für einen Kochherd bis zu 230 Euro, bei einem Ofen bis zu 164 Euro
    • Kosten für die Reparatur von Transportschäden

    Der Umzugspauschbetrag darf folgende Posten enthalten:

    • Renovierungskosten für die alte Wohnung
    • Änderungen an Vorhängen
    • Einbau von Elektrogeräten in der Küche
    • Schönheitsreparaturen in der alten Wohnung
    • Ummeldegebühren für den PKW
    • Gebühren für den neuen Telefonanschluss
    • Gebühren für einen neuen Personalausweis

    Die Umzugskostenpauschale beträgt 2017 für Verheiratete und Alleinerziehende 1.528 Euro, für Ledige 764 Euro. Pro weitere, im Haushalt lebende Person können 337 Euro pauschal geltend gemacht werden. Liegen die Kosten für den Umzug höher als die Pauschale, können Sie die einzelnen Kosten geltend machen. Sie müssen diese aber auch nachweisen können.

    Was Sie nicht absetzen können:

    • Kosten für zwischenzeitlich eingelagertes Mobiliar

    Spezialfall haushaltsnahe Dienstleistungen

    Lohnkosten für Handwerker lassen sich sowohl von Privatpersonen als auch aus beruflichen Gründen als haushaltsnahe Dienstleistungen bis zu 20 Prozent und bis zu 4.000 Euro pro Jahr absetzen. Zu diesen Arbeiten gehören:

    • Reinigung der Wohnung
    • Hausmeisterleistungen
    • Gartenarbeiten
    • Kinderbetreuung
    • Pflegedienstleistungen

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