Rendite: Gewinnmessung bei der Geldanlage

Zuletzt aktualisiert am 26.09.2017

Wenn Kapital angelegt wird, sprechen sowohl Anbieter als auch Anleger von der Rendite. In den Nachrichten wird von Rendite für Anleger berichtet, Versicherungen leiden unter einer schwachen Rendite bei Anleihen und Investoren sind vor allem an einer hohen Rendite interessiert.

Inhaltsverzeichnis

    Laien ist der Begriff zwar bekannt, doch letztlich wissen oftmals wenige genau, was sich dahinter verbirgt. In diesem Ratgeber erhalten Sie alle wichtigen Informationen rund um die Rendite sowie ihre Arten und Ausprägungen.

    Definition

    Die Rendite ist der Ertrag einer Geldanlage, der innerhalb eines Jahres erzielt wird, in Bezug auf den Kapitaleinsatz des Anlegers. Somit ist die Rendite ein wichtiger Aspekt zur Erfolgsmessung von Kapitalanlagen. Sie kann sich sowohl auf dien Zinsertrag einer Sparanlage als auch auf die laufende Verzinsung von festverzinslichen Wertpapieren oder auf die Dividendenzahlungen aus Aktien beziehen.

    Werden alle Kosten einer Kapitalanlage in die Gewinnrechnung einbezogen, wird von Bruttorendite gesprochen. Ein anderer Begriff dafür ist auch die Effektivverzinsung. Handelt es sich lediglich um den reinen Kurs- oder Zinsgewinn, wird von Nettorendite gesprochen.

    Die Rendite wird immer in Prozent angegeben und bezieht sich auf das eingesetzte Kapital.

    Erweiterter Renditebegriff

    Von der Rendite wird überwiegend bei Kapitalanlagen gesprochen. Es gibt jedoch auch die Möglichkeit, die Rendite allgemein als Mittel zur Erfolgsmessung einer direkten Beteiligung zu sehen. Die Beteiligung muss dabei nicht in Form von Kapital, sondern kann auch in Form von Immobilien, eigener Arbeit oder Rohstoffen erfolgen.

    Am Ende der Wertschöpfungskette wird der Ertrag ermittelt. Daraus berechnet sich schließlich die Rendite. Während die Renditeberechnung bei Kapitalanlagen relativ einfach durchzuführen ist, müssen andere Renditeformen aufwändiger berechnet werden.

    Steuert ein Unternehmen zum Beispiel Rohstoffe zu einem Investment bei, muss zunächst deren Wert ermittelt werden, um später den Ertrag über die Rendite zu bestimmen.

    Die Grundregel der Rendite

    Für die Rendite gelten sehr einfache Grundregeln, die nahezu für alle Formen der Geldanlage gültig sind. Je höher das Risiko einer Kapitalanlage für Investoren und Anleger ist, desto höher sind in der Regel die Renditeaussichten.

    Auf dieser Basis können Anleger meist immer entscheiden, ob sie ein höheres Risiko zugunsten von höheren Renditen eingehen wollen oder ob sie Sicherheit und dafür eine konstante Rendite bevorzugen.

    Das Ideal einer maximalen Rendite bei minimalem Anlagerisiko ist zwar der Traum vieler Anleger, es existiert jedoch nur in der Theorie.

    Wo Rendite erzielt werden

    • Aktienmarkt: Beim Verkauf von Aktien können Händler Rendite erzielen, aber auch bei der jährlichen Dividendenzahlung.
    • Sparanlagen: Die Rendite von Sparanlagen ergibt sich aus den Auszahlungen nach einer bestimmten Laufzeit.
    • Fonds: Ähnlich wie bei Aktien erhalten Anleger die Rendite nach dem Verkauf der Fondsanteile. Bei Dividendenfonds ist auch eine Dividendenzahlung zur Rendite zu rechnen.
    • Rohstoffe: Die Rendite bezieht sich hier aus der Differenz zwischen Ankaufs- und Verkaufspreis.
    • Wertpapiere: Schuldscheine oder Optionen können eine Rendite bei deren Verkauf oder beim Einlösen erzielen.
    • Anleihen: Durch Anleihen in Staaten oder Unternehmen können Anleger eine Rendite erzielen, wenn jährlich Zinsen ausgezahlt werden oder wenn sie die Anleihe an der Börse verkaufen.
    • Immobilien: Immobilien gelten bei Anlegern als Renditeobjekte. Anleger können dabei von steigenden Immobilienpreisen profitieren und so ihre Rendite erhöhen.
    • Edelmetalle: Ähnlich wie bei Rohstoffen bestimmen Nachfrage und Kurs die Höhe der Rendite. Edelmetalle wie Gold gelten als sehr sicherere Renditeobjekte.

    So setzt sich die Rendite zusammen

    Die Rendite setzt sich je nach Art der Geldanlage aus unterschiedlichen Komponenten zusammen. Die am häufigsten genutzte Komponente der Rendite ist die Verzinsung.

    • Sparanlagen: In diesem Fall besteht die Nettorendite aus dem Zinsertrag, den der Sparer jährlich für seine Anlage erhält. Abgezogen werden müssen eventuell Verwaltungsgebühren für das Sparkonto sowie die Kapitalertragssteuer.
    • Aktien: Bei Aktien setzt sich die Rendite aus den Gewinnen oder Verlusten durch die Kursentwicklung bei deren Verkauf sowie der jährlichen Dividendenzahlung zusammen. Für die Bruttorendite müssen außerdem Depotgebühren sowie weitere Verwaltungsgebühren und Steuern abgezogen werden.
    • Rohstoffe und Edelmetalle: Bei diesen Anlageobjekten setzt sich die Rendite aus der Kursentwicklung zusammen. Für die Bruttorendite müssen eventuelle Gebühren für die Lagerung in einem Schließfach oder andere Verwaltungsgebühren abgezogen werden.
    • Immobilien: Bei Immobilien ist die Renditebestimmung etwas schwieriger. Hier hängt die Rendite von der allgemeinen Marktentwicklung sowie von der Entwicklung der jeweiligen Immobilienlage und dem Zustand der Immobilie ab. Für die Bruttorendite müssen Investitionen in die Bausubstanz oder Steuereinsparungen abgezogen werden.
    • ETFs: Bei Währungsfonds berechnet sich die Rendite anhand von Verzinsung und Kursgewinnen.
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    So hängen Zinsen und Rendite zusammen

    Bei der Rendite handelt es sich in der Regel um den effektiven Ertrag, den Sie mit einer Kapitalanlage erzielen. Die Zinsen hingegen können nur angeben, welche Verzinsung eine Geldanlage bringt.

    So lange jedoch nicht der Effektivzins angegeben ist, wissen Sie nicht, wie hoch die Rendite ist. Außerdem bezieht die Rendite noch weitere Faktoren wie Kursentwicklung oder Dividendenzahlungen mit ein. Diese Faktoren spielen bei der Verzinsung keine Rolle.

    Höchste Rendite erzielen dank Spekulation?

    Als Anlageprodukte mit den höchsten Renditemöglichkeiten gelten spekulative Aktiengeschäfte. Dies gilt in besonderem Maße, wenn Hebelwirkungen genutzt werden. Allerdings sind diese Finanzgeschäfte zum einen nicht für Einsteiger und Laien gedacht und zum anderen ist das Verlustrisiko bei diesen Geldanlagen sehr hoch.

    Auch Immobilieninvestments gelten in manchen Fällen als Möglichkeiten, um sehr hohe Renditen zu erzielen. Doch hier steigt ebenfalls mit der Rendite bekanntermaßen das Risiko.

    Wer langfristig Anlageerfolge haben möchte, sollte auf ein ausgewogenes Verhältnis von Risiko und Rendite achten und sein Anlageportfolio danach ausrichten - Stichwort: Magisches Dreieck.

    So wird die Rendite angegeben

    Die Angabe der Rendite erfolgt in der Regel in Prozent p.a.. Dabei bezieht sich der Prozentsatz auf das Verhältnis zwischen eingesetztem Kapital und dem Betrag, der nach einem Jahr mit der Kapitalanlage erzielt worden ist.

    Ein Beispiel: Ein Anleger investiert 1.000 Euro in einen Aktienfonds. Nach einem Jahr sind seine Anteile 1.100 Euro wert. In diesem Fall liegt die Nettorendite bei zehn Prozent.

    Werden davon noch 50 Euro an Gebühren und Steuern abgezogen, liegt die Bruttorendite bei fünf Prozent.  

    Arten von Rendite

    Da sich die Rendite je nach Geldanlage aus unterschiedlichen Komponenten zusammensetzt, wird auch von unterschiedlichen Renditearten gesprochen. Zum einen gibt es die Begriffe Brutto- oder Nettorendite, aber auch Dividenden-, Aktienrendite oder Umlaufrendite. Bei Immobilieninvestments spielt auch die Mietrendite sowie bei Unternehmen die Kapitalrendite eine wichtige Rolle.

    Rendite aus Geldanlagen

    Bei Geldanlagen hilft die Angabe der Rendite dabei, verschiedene Angebote besser miteinander vergleichen zu können. So können Anleger zum Beispiel ermitteln, welcher Zinssatz bei einer bestimmten Geldanlage nötig wäre, um mit vergleichbaren Produkten die gleiche Rendite zu erzielen.

    Brutto- und Nettorendite

    Wird Geld angelegt, spielen Brutto- und Nettorendite eine Rolle. Die Nettorendite bezeichnet den Kapitalertrag nach Verzinsung, ohne Abzug von Steuern oder Gebühren.

    Die Bruttorendite berechnet diese Aspekte alle mit ein und gibt den tatsächlichen Ertrag im Verhältnis zum Kapitaleinsatz an. In manchen Fällen wird anstelle von Bruttorendite auch von „Rendite nach Steuer“ gesprochen.

    Die Umlaufrendite kann ebenfalls verwendet werden, um die durchschnittliche Höhe der Rendite von allen im Umlauf befindlichen festverzinslichen Wertpapiere zu beschreiben.

    Rendite aus Wertpapieren

    Die Rendite aus Wertpapieren wird über den Kurs des Wertpapiers bestimmt. Der Kurs besteht aus dem aktuellen Preis für ein Wertpapier. Die Rendite setzt sich somit zusammen aus dem Preis für das Wertpapier heute, dem Nominalzins und dem Preis für das Wertpapier in einem Jahr.

    Die Rendite hängt somit von dem künftig zu erzielenden Preis ab.

    Die Formel für die Berechnung ist: (Nominalwert × (1 + Zinssatz) - aktueller Kurs) ÷ aktueller Kurs - 1

    Rendite aus Anleihen

    Im Gegensatz zur Rendite aus Wertpapieren muss bei der Anleihe nicht allein der Nominalzinssatz herangezogen werden, sondern auch ihre Restlaufzeit sowie der aktuelle Kurs. Deshalb ist die Rendite bei Anleihen in der Regel nicht mit dem Nominalzins identisch.

    Die Rendite bei Anleihen bezeichnet letztlich die Effektivverzinsung des Wertpapiers. In der Regel haben Anleihen mit längerer Laufzeit einen höheren Nominalzinssatz.

    "Yield to maturity"

    Bei Anleihen wird auch von der Rendite bis Fälligkeit oder „Yield to maturity“ gesprochen. Dabei handelt es sich um die Rendite, die erzielt wird, wenn der Anleger die Anleihe bis zu ihrer Fälligkeit behält.

    Für die Angabe der Renditechancen wird bei Anleihen häufig die sogenannte „Renditestrukturkurve“ verwendet. Dabei handelt es sich um eine grafische Darstellung des Verhältnisses von der Rendite bis Fälligkeit und der Restlaufzeit.

    Anleger erhalten bei Anleihen häufig auch Hinweise zur sogenannten „Periodenrendite“. Andere Begriffe sind auch „Performance“ oder „Wertentwicklung“. Damit wird im Vergleich zu einem Richtwert (englisch Benchmark) angegeben, wie sich die Anleihe über einen bestimmten Zeitraum entwickelt hat.

    Weitere Arten

    Dividendenrendite Die Dividendenrendite wird bei Aktiengeschäften angegeben und bezeichnet das Verhältnis aus Aktienkurs und ausgezahlter Dividende. Auf diese Weise können Anleger ermitteln, wie hoch ihr Ertrag bei verschiedenen Aktien sein kann.
    Stetige Rendite

    Bei dieser Rendite handelt es sich um eine reine Rechengröße in der Finanzmathematik, mit deren Hilfe Risiken besser berechnet werden können.

    Die Berechnung der stetigen Rendite basiert auf Logarithmen. Deshalb wird sie auch logarithmische Rendite genannt.

    Diskrete Rendite Mit Hilfe der diskreten Rendite wird berechnet, wie die Rendite von einem zu einem anderen Zeitpunkt gewachsen ist.
    Aktienrendite Die Aktienrendite hilft dabei, den Anlageerfolg eines Aktieninvestments zu messen. Sie setzt sich aus der Dividendenrendite und der Rendite aus Kursgewinnen zusammen.
    Mietrendite Die Mietrendite beziehen Vermieter aus dem Ertragswert ihrer Immobilie.
    Cashflow Rendite Die Cashflow Rendite bezeichnet in der Regel, wie viel Prozent des Umsatzes als finanzwirtschaftlicher Ertrag umgesetzt werden kann. Diese Renditeform wird üblicherweise bei Firmeninvestments genutzt.
    Zeitgewichtete Rendite Diese Renditeform gibt an, wie sich eine Kapitalanlage über einen längeren Zeitraum entwickelt, ohne dass Geld entnommen wird oder hinzukommt. Diese Rendite wird auch geometrische Durchschnittsrendite genannt.
    Kapitalgewichtete Rendite Bei der kapitalgewichteten Rendite wird ebenfalls ein Renditeergebnis über einen längeren Zeitraum betrachtet. Dabei können jedoch Ein- oder Auszahlungen mit einberechnet werden. Diese Rendite wird in der Regel auf ein Jahr als Durchschnittsrendite angegeben.

    Berechnung

    Mit Hilfe der einfachen Grundformel für die Rendite kann die Rentabilität einer Kapitalanlage bewertet werden. Rentabel bedeutet in diesem Fall, dass das Verhältnis von eingesetztem Kapital und Ertrag positiv ausfällt.

    In Unternehmen wird dabei nicht immer von Rendite, sondern von Return on Investment gesprochen. Sie können damit zum Beispiel prüfen, ob sich eine Investition in neue Maschinen oder Werbung gelohnt hat.

    Die Grundformel für die Renditeberechnung lautet:

    Rendite = Gewinn ÷ Eingesetztes Kapital

    Rechenbeispiel

    Sie investieren 5.000 Euro und erzielen einen Gewinn von 6.000 Euro, liegt die Rendite bei 20 Prozent.

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