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Anleger überrennen offene Immobilienfonds

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 23.05.2016

Offene Immobilienfonds stehen bei privaten Anlegern derzeit hoch im Kurs. Möglicherweise zu hoch – denn die Fondsgesellschaften wissen allmählich nicht mehr, wohin mit den Kundengeldern. Für sie wird es zunehmend schwieriger, die guten Renditen der vergangenen Jahre erneut zu erreichen. Die ersten Institute nehmen bereits keine neuen Einmalzahlungen von Kunden mehr an.

Angesichts der anhaltend niedrigen Zinsen entdecken immer mehr Anleger offene Immobilienfonds als renditestärkere Anlagealternative mit überschaubarem Risiko. Laut Zahlen des Bundesverbands Investment und Asset Management (BVI) haben deutsche Anleger allein im ersten Quartal 2016 rund 2,3 Milliarden Euro in offenen Immobilienfonds neu angelegt. Die neue Begeisterung der Sparer für diese Form der Geldanlage stellt die Fondsanbieter allmählich vor Probleme: Für sie wird es zunehmend schwieriger, Kundengelder rentabel anzulegen.

Anleger werden teilweise bereits abgewiesen

„Die Fondsmanager wissen derzeit einfach nicht, wohin mit all dem Geld“, sagte Sonja Knorr, Director Real Estate bei der Berliner Ratingagentur Scope, der „Süddeutschen Zeitung“ (SZ). Einige Anbieter haben daher bereits einen sogenannten „Cash-Stop“ für ihre offenen Immobilienfonds ausgerufen. So können beispielsweise Volksbank-Kunden ihr Geld aktuell nicht in Immobilienfonds der hauseigenen Fondsgesellschaft Union Investment anlegen. „Bis auf weiteres“ werden dort keine einmaligen Anlagen angenommen. Lediglich Anleger mit Sparplänen können bei der Gesellschaft noch in offene Immobilienfonds einzahlen. Als Begründung führt Union Investment an, dass das Geld erst einmal angelegt werden müsse, wie die „SZ“ berichtet.

Bei den Sparkassen zeigt sich ein ähnliches Bild, wenngleich Anleger in einigen Filialen noch in offene Immobilien einsteigen können. Die Sparkassen-Fondsgesellschaft Deka Investments vergibt jährliche Kontingente an die regionalen Sparkassen. Bislang seien noch Immobilienfondsanteile verfügbar, heißt es vonseiten der Deka. Allerdings gehe man davon aus, die Nachfrage im laufenden Jahr nicht komplett decken zu können, wie die „SZ“ berichtet.

Offene Immobilienfonds in jüngster Vergangenheit mit zuverlässiger Rendite

Nachdem die Finanzkrise die Immobilienbranche 2008 kurzzeitig erschüttert hatte, warfen offene Immobilienfonds in den vergangenen Jahren recht zuverlässig Renditen von zwei bis drei Prozent jährlich ab. Das könnte sich allerdings ändern, wenn die Fondsmanager keine geeigneten Objekte finden, in die sie die Gelder der Anleger investieren können. Für den Fall, dass sie keine geeigneten Kaufobjekte finden, dürfen die Fondsgesellschaften zwar einen Teil der Anlegergelder in Tagesgeld oder sichere Anleihen stecken. Nennenswerte Renditen lassen sich damit allerdings derzeit nicht erwirtschaften – im Gegenteil: Möglicherweise drohen hier sogar Negativzinsen.

Quellen: Bundesverbands Investment und Asset Management (BVI), Süddeutsche Zeitung

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