Darlehensbetrag: So wird die Kreditsumme ermittelt

Autor: FinanceScout24 - Zuletzt aktualisiert am 05.12.2016

Bei der Aufnahme eines Kredits gehört der Darlehensbetrag zu den entscheidenden Komponenten. Mit diesem ist die Summe gemeint, die dem Kreditnehmer nach der Auszahlung für seine Anschaffungen insgesamt zur Verfügung steht.

Doch planen Sie, einen Kredit aufzunehmen, sollten Sie bedenken, dass in dem Auszahlungsbetrag nicht alle Kosten enthalten sind, die auf Sie als Kreditnehmer zukommen. Bei der Rückzahlung des Darlehens müssen deshalb noch weitere Aspekte beachtet werden:

  1. Laufzeit des Kredits
  2. Zinssatz
  3. Tilgungsrate
  4. Zusätzliche Kosten wie Bearbeitungsgebühren

Grundsätzlich fließen also etliche Faktoren in die Berechnung des Darlehensbetrags ein, doch für eine erste Orientierung sind besonders die Parameter Zinssatz, anfängliche Tilgung, monatliche Rate und Laufzeit zu beachten. Aus diesen Gründen wird der Betrag, den Kreditnehmer letztendlich zurückzahlen, auch Nominalbetrag genannt – der eigentliche Auszahlungsbetrag, auch als Nettobetrag bezeichnet, liegt deutlich darunter.

Kredit: So einfach geht´s

Konditionen vergleichen und Wunschkredit auswählen.

Daten eingeben. Unverbindliches Kreditangebot erhalten (schufaneutral).

Unterlagen unterschreiben und an die Bank senden (Postident-Verfahren).

Bank prüft die Kreditunterlagen. Kreditauszahlung.

Zweck des Darlehens ebenfalls entscheidend

Auch der Zweck, für den der Darlehensbetrag verwendet werden soll, ist entscheidend für die Berechnung der Darlehenssumme. Von der Frage, was eigentlich konkret mit dem Kredit finanziert werden soll, hängt neben der Darlehenssumme selber ebenfalls die Höhe des Zinssatzes ab.

Grundsätzlich kann dabei zwischen mehreren Arten von Krediten unterschieden werden. Von Bedeutung für den Verbraucher sind wohl die beiden Formen Hypothekenkredit und Konsumentenkredit.

Hypothekenkredit

Mit einem Hypothekenkredit wird in der Regel der Bau, der Kauf oder die Renovierung von Immobilien finanziert. Dabei ist das Darlehen immer zweckgebunden – er kann also nur für den jeweils vereinbarten Zweck verwendet werden. Häufig sind die Zinssätze hierbei niedriger als bei herkömmlichen Konsumentenkrediten, da der Kredit durch die jeweilige Immobilie abgesichert ist.

Konsumentenkredit

Ein Konsumentenkredit wird üblicherweise dafür genutzt, außerordentliche Ausgaben des alltäglichen Lebens bezahlen zu können. Dazu können unter anderem gehören:

Üblicherweise sind die Darlehenssummen hierbei niedriger als beim Hypothekenkredit. Ebenso wie dieser kann der Konsumentenkredit zweckgebunden sein, lässt sich aber auch frei verwenden. Einen Vorteil hat hier allerdings das zweckgebundene Darlehen: Da durch den vereinbarten Zweck das Risiko für die Bank geringer ist, werden normalerweise auch die Zinsen niedriger angesetzt.

Beiden Krediten ist aber gemein, dass die jeweiligen Konditionen die maximale Darlehenssumme bestimmen. Es bestehen zwar keine pauschalen Minimal- oder Maximalhöhen von Krediten, die für jeden Kunden gleich festgelegt werden. Doch anhand der finanziellen Situation und des gewünschten Zwecks wird von den Banken entschieden, wie viel sie dem Kreditnehmer maximal zahlen.

Gut zu wissen:Maximalsummen seitens der Banken in Einzelfällen

Die meisten Banken schließen Konsumentenkredite über maximal 50.000 Euro ab. Zudem werden Kredite zur Immobilienfinanzierung oft mit einer Summe von mindestens 50.000 Euro abgeschlossen.

Weitere Kosten

Bei der Rückzahlung des Kredits muss nicht nur der Nettobetrag gezahlt werden. Auch sind folgende Kosten zu berücksichtigen:

Nebenkosten der Bank Zusätzlich zur Darlehenssumme wird die Bank für ihre Tätigkeiten bezahlt. Deshalb müssen Kreditnehmer oftmals Kontoführungsgebühren sowie Bearbeitungsgebühren entrichten. Diese beiden Gebührenarten können den Rückzahlungsbetrag deutlich erhöhen.
Zinskosten Auch Zinskosten, so beispielsweise zur Tilgung der Zinsen, entstehen bei der Rückzahlung von Krediten – diese müssen ebenfalls eingeplant werden.
Restschuldversicherung Viele Banken empfehlen ihren Kunden die Restschuldversicherung, allerdings treibt die Versicherung die Gesamtkosten in die Höhe. Nicht selten werden dabei zusätzlich bis zu 10 Prozent der Darlehenssumme auf den gesamten Betrag aufgeschlagen.

Wer beim Abschluss des Darlehens nicht aufpasst, kann seinen Rückzahlungsbetrag durch die genannten Zusatzkosten schnell um 50 Prozent erhöhen. Deshalb ist es sinnvoll, den Darlehensbetrag vorab zu berechnen. Darüber hinaus müssen weitere Aspekte in die Berechnung einbezogen werden:

Zinszahlungsintervall Das Zinszahlungsintervall legt fest, wie oft im Jahr die Zinsen gezahlt werden müssen.
Tilgungsintervall Hiermit wird festgelegt, wie oft im Jahr der Kredit getilgt wird.
Tilgungsdauer Die Tilgungsdauer sagt aus, wie lange der Kredit getilgt wird.
Tilgungsfreie Zeit In dieser Zeit werden die Rückzahlungsraten ausgesetzt. Dennoch fallen hierbei Darlehenszinsen an, die gezahlt werden müssen.
Restschuld Auch die Restschuld kann die Konditionen für einen Kredit und somit den Darlehensbetrag beeinflussen. Die Restschuld gibt an, wie viel Darlehen nach Ende der Laufzeit noch übrig bleibt. Für diese müssen anschließend neue Konditionen vereinbart werden.

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Berechnung der Darlehenssumme

Es gibt leider keine absolute und verbindliche Formel zur Berechnung des Darlehensbetrags. Das liegt zunächst daran, dass jede Bank eigene Regeln und spezielle Formeln verwendet, sodass die entsprechenden Beträge durchaus unterschiedlich ausfallen können.

Die konkrete Darlehenssumme lässt sich auch deshalb nicht so einfach punktgenau ermitteln, weil eine Reihe unterschiedlicher Kriterien in die tatsächliche Berechnung der Bank einfließt, die der Kunde bei einer selbst durchgeführten Beispielrechnung gar nicht berücksichtigen kann. Aber natürlich gibt es Faustformeln, mit deren Hilfe Sie sich orientieren können.

Im Prinzip sind zunächst drei Größen entscheidend:

  1. Der Darlehensbetrag (der Nettobetrag)
  2. Der Effektivzinssatz
  3. Die Nebenkosten

Diese drei Faktoren lassen sich für den Vergleich verschiedener Kreditangebote heranziehen. Doch werden von den Banken noch weitere Aspekte in die Berechnung mit einbezogen, welche das Risiko des Kredits bestimmen. Neben dem Kreditzweck sind unter anderem folgende Faktoren wichtig:

  • Hinterlegte Sicherheiten (Auto bei Autokredit, Immobilie bei Hypothekendarlehen)
  • Bonität des Kunden (keine Schufa-Einträge)
  • Ein zusätzlicher Kreditnehmer (bspw. berufstätiger Ehepartner)
  • Mögliche Bürgen
  • Eine nicht-selbstständige Tätigkeit des Kreditnehmers
  • Ein unbefristeter Arbeitsvertrag
  • Regelmäßige Gehaltseingänge
  • Verfügbares Eigenkapital

All diese Faktoren sorgen dafür, dass das Risiko für die Bank reduziert wird. Dadurch können die Konditionen für den Kreditnehmer verbessert und ggf. die Kreditsumme erhöht werden. Ein Rating bei der Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung (auch: SCHUFA-Eintrag), welche etwa durch schlechte Zahlungsmoral in der Vergangenheit zustande kommen kann, führt hingegen zu deutlich höheren Zinsen. Auch selbstständig Tätige ebenso wie Arbeitslose verfügen über geringere Chancen, einen Kredit zu erhalten, wenn Sie keinen Bürgen oder zweiten Kreditnehmer vorweisen können.

Achtung:Nur teilweise Abfrage bei Kreditrechnern

Diese hier aufgeführten Faktoren werden bei Kreditrechnern im Internet nur teilweise oder gar nicht abgefragt; deshalb fließen sie in die Berechnung der entsprechenden Darlehenssummen nicht ein. Bei der Kreditbearbeitung durch das Finanzinstitut selber finden diese Faktoren dann aber sehr wohl Berücksichtigung.

Der Zinssatz, zu dem Kreditnehmer ihr Darlehen erhalten, hängt allerdings nicht nur von der persönlichen Situation, sondern auch vom Leitzins der Europäischen Zentralbank (EZB) ab. Darüber hinaus ist der Zinssatz immer ein Ergebnis von Angebot und Nachfrage. Ein wichtiger Indikator für das Zinsniveau ist die sogenannte Umlaufrendite, an der sich tagesaktuell die Kapitalmarktzinsen ablesen lassen. An diesen Aspekten orientieren sich auch die Kreditzinsen der Banken. Bei niedrigeren Zinssätzen sind dabei grundsätzlich höhere maximale Darlehenssummen möglich.

Tipp:Laufzeit und Tilgungsrate optimieren

Zur Berechnung der Darlehenssumme werden auch stets die Laufzeit sowie die Tilgungsrate berücksichtigt. Anhand dieser können Sie den Darlehensbetrag, den Sie zurückzahlen müssen, ein wenig beeinflussen. Eine geringe Laufzeit und ein hoher Tilgungsanteil wirken sich dabei günstig auf die Zinsen aus.

Beispielrechnung

Ausgangspunkt der Berechnung sollte in jedem Fall der monatlich verfügbare Teil des Einkommens sein, der für den Schuldendienst aufgewendet werden kann. Um diesen zu berechnen, sollten Sie eine Haushaltsrechnung durchführen:

  1. Listen Sie auf, welche Kosten monatlich, vierteljährlich und jährlich gezahlt werden müssen – hierbei helfen Belege und Kontoauszüge.
  2. Listen Sie zusätzlich auf, ob außerordentliche Kosten auf Sie zukommen; beispielsweise für einen Urlaub.
  3. Berechnen Sie einen Puffer für nicht eingeplante Kosten, so etwa für eine Autoreparatur.
  4. Ziehen Sie alle Kosten aus den Punkten 1-3 von Ihrem jährlichen Einkommen ab. Der verbliebene Betrag kann zur Finanzierung des Kredits verwendet werden.

Nehmen wir für unsere Beispielrechnung an, dass Sie ein Darlehen von 100.000 Euro tilgen möchten. Daraus ergibt sich folgende Rechnung:

Darlehensbetrag 100.000 Euro
Effektiver Jahreszins 3 Prozent
Bearbeitungsgebühren 100 Euro
Ratenintervall Monatlich
Gewünschte Laufzeit 10 Jahre
= Gesamtaufwand 115.648,82 Euro
= Zinsen und Gebühren 15.648,82 Euro
= monatliche Rate 963,74 Euro

Neben der angegebenen Faustformel können natürlich auch eine Reihe von online verfügbaren Kreditrechnern verwendet werden. Ein praktisches Angebot finden Sie etwa im Kreditrechner.

Ob Sie nach unserer Formel vorgehen oder einen Online-Rechner bemühen: Beachten sollten Sie stets, dass es sich nur um Rechenmodelle handelt, die eine erste Orientierung bieten. Die zuverlässige Rechnung wird letztendlich von Ihrer Bank durchgeführt.

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