Fälligkeitsdarlehen: Die Zahlung kommt zum Schluss

Zuletzt aktualisiert am 16.03.2017

Bei einem Fälligkeitsdarlehen handelt es sich um einen Kredit, bei welchem der gesamte Betrag erst nach Ende der Laufzeit gezahlt wird. Eine andere Bezeichnung für ein Fälligkeitsdarlehen ist das Bankvorausdarlehen. Dabei bezahlt der Kreditnehmer für das Darlehen während seiner Laufzeit ausschließlich Zinsen.

Inhaltsverzeichnis

    Für den Darlehensnehmer bedeutet das, dass dieser während der Kreditlaufzeit nur die Zinszahlungen zu leisten hat. Im Regelfall bleiben diese konstant, da sie nicht durch Tilgungen reduziert werden. Allerdings kann es während der Laufzeit zu Zinsanpassungen kommen. Doch erst mit Abschluss der Kreditlaufzeit hat der Darlehensnehmer den eigentlichen Darlehensbetrag zu zahlen.

    Für den Darlehensgeber wiederum bedeutet diese Darlehensform, dass er zwar über einen längeren Zeitraum nur Zinszahlungen erhält, zum Ende der Laufzeit allerdings die komplette Kreditsumme auf einen Schlag zurückfordern kann.

    Synonym zum Festdarlehen

    Das Fälligkeitsdarlehen wird oftmals auch endfälliges Darlehen oder Festdarlehen genannt. Zwischen diesen Bezeichnungen gibt es also keine Unterschiede.

    Fälligkeitsdarlehen tilgen: Wie funktioniert´s?

    Bei einem Fälligkeitsdarlehen wird die Tilgung während der Laufzeit ausgesetzt. Das bedeutet, dass Sie als Kreditnehmer während dieser Zeit nur die Zinsen bezahlen. Da der Darlehensbetrag nicht durch Tilgungsraten gesenkt werden kann, bleiben die Zinsen für das Fälligkeitsdarlehen während der gesamten Laufzeit konstant. Dadurch werden hier mehr Zinsen fällig als beim Annuitätendarlehen.

    Aufgrund dieser Vorgehensweise bleibt auch der Darlehensbetrag während der Laufzeit gleich. Diesen Betrag müssen Kreditnehmer nach Ablauf der Kreditlaufzeit in einer Summe zurückzahlen.

    Abschluss von Ersatzprodukten für die Tilgung

    Bei einigen Kreditinstituten gehört es zur Vereinbarung, ein Tilgungsersatzprodukt abzuschließen – beispielsweise eine Kapitallebensversicherung. Diese Produkte werden meist verpfändet, damit die Bank eine zusätzliche Sicherheit erhält.

    Verbindung von Fälligkeits- und Annuitätendarlehen möglich

    Bei einer Baufinanzierung können das Fälligkeitsdarlehen und das Annuitätendarlehen auch miteinander verbunden werden. Ein Teil der Summe wird dabei über ein herkömmliches Annuitätendarlehen finanziert und ein anderer Teil über den endfälligen Kredit. Diese Kombination funktioniert allerdings nur, wenn der Kreditnehmer schon ein Tilgungsersatzprodukt, also eine Lebensversicherung oder einen Bausparvertrag, besitzt.

    Tilgungsbeispiel

    Im Folgenden erklären wir Ihnen anhand eines Beispiels, wie sich ein Fälligkeitsdarlehen berechnen lässt und wie die Tilgung hierbei funktioniert.

    In unserem Beispiel erhält der Kreditnehmer ein Festdarlehen von 150.000 Euro. Der Festzinssatz liegt dafür bei fünf Prozent, die Laufzeit wurde auf fünf Jahre festgelegt. Der Tilgungsplan gestaltet sich deshalb folgendermaßen:

    JahrRestschuldZinsenTilgungJährliche Rate
    1 150.000 Euro 7.500 Euro 0,00 Euro 7.500 Euro
    2 150.000 Euro 7.500 Euro 0,00 Euro 7.500 Euro
    3 150.000 Euro 7.500 Euro 0,00 Euro 7.500 Euro
    4 150.000 Euro 7.500 Euro 0,00 Euro 7.500 Euro
    5 150.000 Euro 7.500 Euro 150.000 Euro 157.500 Euro
      37.500 Euro150.000 Euro187.500 Euro

    Anhand dieses Beispiels wird die Tilgung vergleichsweise einfach veranschaulicht. Zudem macht die Berechnung deutlich, dass bei den genannten Konditionen auf den Darlehensbetrag von 150.000 Euro insgesamt 37.500 Euro an Zinszahlung aufgeschlagen werden müssen.

    Wer sich allerdings rechtzeitig darum kümmert, ein finanzielles Polster zu schaffen, kann von dieser Darlehensart profitieren.

    Vor- und Nachteile

    Bevor Sie sich für das Fälligkeitsdarlehen entscheiden, sollten Sie die Vor- und Nachteile der Kreditart gegeneinander abwägen – nur so wissen Sie, ob dies wirklich die geeignete Darlehensform für Sie ist.

    Vorteile des Fälligkeitsdarlehens

    • Die monatliche Belastung ist äußerst gering
      Da jeden Monat während der Laufzeit nur die Zinszahlungen geleistet werden, ist die monatliche Belastung sehr gering.
    • Geld kann gewinnbringend angelegt werden
      Das nicht benötigte Geld lässt sich anlegen. So kann es beispielsweise in eine Lebensversicherung oder in einen Aktienfond integriert werden. Dadurch können die Kreditnehmer einen zusätzlichen Gewinn erzielen, der es leichter macht, nach der Kreditlaufzeit die gesamte Summe zu zahlen.

    Nachteile des Fälligkeitsdarlehens

    • Die Zinszahlungen bleiben konstant
      Bei einem Tilgungs- oder einem Annuitätendarlehen können die Zinszahlungen durch die Tilgung reduziert werden. Da die Tilgung bei Fälligkeitsdarlehen ausbleibt, bleiben über die gesamte Kreditlaufzeit die Zinszahlungen gleich hoch.
    • Kredit muss einmalig gezahlt werden
      Ist die Laufzeit beendet, muss der Darlehensbetrag auf einen Schlag zurückgezahlt werden. Dies müssen Kreditnehmer einplanen und entsprechend vorsorgen.
    • Es müssen ggf. Anschlusskosten durch Tilgungsersatzprodukte eingeplant werden
      Durch Tilgungsersatzprodukte, beispielsweise eine Lebensversicherung, entstehen häufig Anschlusskosten. Diese werden vom Darlehensnehmer geleistet, zählen allerdings nicht zur Tilgung.

    Das Fälligkeitsdarlehen ist vor allem für Kreditnehmer geeignet, die damit eine Immobilie erwerben, diese aber vermieten: Sie haben die Möglichkeit, die Finanzierungszinsen von der Steuer abzusetzen. So profitieren sie von den Steuervorteilen. Aber auch Darlehensnehmer, die wissen, dass sie während der Laufzeit eine entsprechende Summe ansparen können, sind mit dem Fälligkeitsdarlehen gut beraten.

    Wer die monatliche Belastung allerdings gut einplanen kann oder die Immobilie selbst bewohnen möchte, sollte auf eine andere Darlehensform ausweichen.

    Ob ein Fälligkeitsdarlehen oder ein Annuitätendarlehen besser ist, hängt also stets von der individuellen Situation ab. Stellen Sie sich deshalb zur Entscheidung folgende Fragen:

    1. Bewohnen Sie die Immobilie selbst oder vermieten Sie diese?
    2. Bevorzugen Sie eine feste Zinsbindung oder eine regelmäßige Abzahlung?

    Alternativen zum Fälligkeitsdarlehen

    Es gibt zwei Alternativen, derer sich Darlehensnehmer bedienen können: Das Annuitätendarlehen und das Tilgungsdarlehen.

    Annuitätendarlehen

    Im Gegensatz zum Fälligkeitsdarlehen wird beim Annuitätendarlehen der Kreditbetrag schon während der Laufzeit abbezahlt. Hierfür zahlt der Kreditnehmer jeden Monat eine konstante Rate, die sich aus der Tilgung und der Zinszahlung zusammensetzt. Dadurch steigt die Tilgung und die Zinskosten sinken.

    Der größte Vorteil des Annuitätendarlehens gegenüber dem Fälligkeitsdarlehen ist, dass sich der Kreditnehmer auf die monatliche Belastung einstellen kann. Durch diese Vorgehensweise hat er nicht nach Abschluss der Laufzeit die gesamte Summe zu erbringen. Diese Darlehensart ist für alle geeignet, die besonderen Wert auf eine gute Planung legen und die monatliche Belastung problemlos in ihren Alltag integrieren können.

    Tilgungsdarlehen

    Bei einem Tilgungsdarlehen werden, wie der Namen schon sagt, jeden Monat konstante Tilgungsraten gezahlt. Während die Tilgungsrate gleich bleibt, ändert sich die Zinsrate, da diese stets an den verbliebenen Betrag angepasst wird. Diese Vorgehensweise sorgt dafür, dass die monatliche Rate während der Laufzeit abnimmt. Im Gegensatz zum endfälligen Darlehen kann also auch mit dieser Variante ein Großteil des Kredits vor Ende der Laufzeit gezahlt werden.

    Hier besteht der größte Vorteil darin, dass die monatliche Belastung immer geringer wird. Am meisten lohnt sich das Tilgungsdarlehen für die Personen, welche die anfänglich hohe Belastung meistern können und ihr Darlehen so schnell wie möglich abbezahlen möchten.

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