500-Euro-Schein: Abschaffung bringt hohe Kosten

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 13.04.2016

Der 500-Euro-Schein soll durch den EZB-Rat abgeschafft werden, die Umsetzung wird allerdings Kosten von voraussichtlich deutlich über 500 Millionen Euro verursachen. Diese fallen vor allem für den Nachdruck anderer Banknoten und für die Logistik des Umtausches an. Die Kosten für die Abschaffung sind von den beteiligten Notenbanken zu tragen.

Da der 500-Euro-Schein aus dem Verkehr gezogen werden soll, prüft ein Komitee bei der Europäischen Zentralbank (EZB) aktuell die Kosten und Modalitäten der Abschaffung. Wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) berichtet, wird diese aller Voraussicht nach relativ teuer: Kosten von deutlich über 500 Millionen Euro seien selbst in der günstigsten Variante realistisch.

Nachdruck anderer Scheine als Ersatz für 500-Euro-Schein

Die hohen Kosten werden vor allem durch den Nachdruck von Banknoten anderer Werte verursacht, die durch die Abschaffung benötigt werden. Aktuell sind 600 Millionen Euro in 500-Euro-Scheinen im Umlauf, die durch Banknoten mit anderen Nennwerten ersetzt werden müssten. Dafür sind vor allem 100- und 200-Euro-Scheine vorgesehen, von denen in relativ kurzer Zeit mehrere Milliarden gedruckt werden müssten.

Durch die hohe Auslastung aller Gelddruckereien ist aber unklar, ob überhaupt die benötigten Kapazitäten für den Druck bestehen. Bei engen Kapazitäten würden die bislang kalkulierten Druckkosten von 500 Millionen Euro nach Einschätzung von Experten noch einmal um ein Drittel steigen. Zusätzlich würden die Kosten für die Logistik des Umtausches wohl ebenfalls in dreistelliger Millionenhöhe liegen. Die im Umlauf befindlichen 500-Euro-Scheine müssen eingezogen und zerstört werden, dafür müssen die anderen Banknoten in Umlauf gebracht werden.

Notenbanken müssen für Abschaffung zahlen

Der EZB-Rat hatte im Februar die Abschaffung der höchsten Euro-Banknote beschlossen. Die Kosten hierfür bedeuten eine deutliche Belastung für die nationalen Notenbanken. So muss die Deutsche Bundesbank etwa mit der Übernahme von rund einem Viertel der zu erwartenden Gesamtkosten rechnen. Im vergangenen Jahr erzielte sie einen Gewinn von 3,2 Milliarden Euro. Dieser fließt in den Bundeshaushalt, sodass ein Verlust für die Bundesbank letztlich auch Auswirkungen für die Steuerzahler hat. Der Banco-Ausschuss wird als zuständiges Komitee bei der EZB im Mai eine Vorlage erarbeiten, die verschiedene Optionen für den Abschied vom 500-Euro-Schein darstellt. Der EZB-Rat wird sich dann für eine davon entscheiden.

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