Bald überall Gebühren für Versorgung mit Bargeld?

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 09.11.2016

Bislang fielen Gebühren für das Abheben von Bargeld nur an, wenn Verbraucher dafür den Automaten einer fremden Bank benutzten. Das könnte sich bald ändern. Finanzexperten sind sich sicher: Eine kostenlose Versorgung mit Bargeld wird es schon in naher Zukunft nicht mehr geben. Auch für andere Standardleistungen drohen Gebühren anzufallen.

Für Bargeld aus dem Automaten könnten zukünftig auch bei der eigenen Bank Gebühren anfallen. Experten gehen davon aus, dass die kostenlose Bargeldversorgung in der Bundesrepublik schon bald Geschichte sein wird. Hintergrund für diese Maßnahme sind die Einnahmeausfälle der Banken und Sparkassen aufgrund der Zinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB).

Experten sind sicher: Weitere Gebühren werden kommen

„Verbraucher müssen am Schalter für Bargeld zahlen. Bei der Nutzung von bankeigenen Geldautomaten wird schon in ein, zwei Jahren ein Entgelt fällig werden“, sagte Bankprofessor Dirk Schiereck von der Technischen Universität Darmstadt der „Bild“. Bereits im Frühjahr hatte der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV) Georg Fahrenschon prognostiziert, dass kostenlose Girokonten in Deutschland schon bald Geschichte sein würden. Und tatsächlich haben seitdem diverse Institute an der Gebührenschraube gedreht. So führte die Commerzbank im Sommer Gebühren für Überweisungen auf Papier ein und die Postbank verabschiedet sich zu Anfang September faktisch vom kostenlosen Girokonto. Erst ab einem monatlichen Geldeingang von 3.000 Euro fallen dort keine Kontoführungsgebühren an. Auch Finanzexperte Max Herbst von der FMH-Finanzberatung geht davon aus, dass die Institute weitere Gebühren einführen werden: „Bei den Filialbanken wird es eine monatliche Gebühr geben. Buchungen wie beispielsweise Überweisungen, Bargeldversorgung oder Daueraufträge werden etwas kosten“, prognostiziert er gegenüber der „Bild“.

Bargeld auch bei Direktbanken nicht mehr grundsätzlich gebührenfrei erhältlich

Die Direktbanken hatten zwar angekündigt, weiterhin keine Gebühren auf Girokonten erheben zu wollen. Ganz ohne Gebühren kommen jedoch auch sie offenbar nicht aus. So können Kunden der DKB beispielsweise ab 1. Dezember Bargeld erst ab einem Mindestbetrag von 50 Euro gebührenfrei aus dem Geldautomaten ziehen. Bislang war die Versorgung mit Bargeld unabhängig von der Höhe des abgehobenen Betrags kostenlos möglich. Dies könnte bereits als erster Schritt in die Richtung, die Bankenexperte Schierek prognostiziert hat, gewertet werden. 

Quelle: Bild

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