Banken bei Gebühren für Basiskonten uneinsichtig

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 26.10.2016

Durch die Einführung der sogenannten Basiskonten soll es jedem EU-Bürger möglich sein, ein Konto zu eröffnen, auch ohne festen Wohnsitz oder Ausweispapiere. Damit sollen vor allem Obdachlose und Asylbewerber Zugang zum Zahlungsverkehr erhalten. Doch gerade für diese Jedermann-Konten verlangen viele Banken trotz Abmahnung nach wie vor hohe Gebühren.

Rund einen Monat ist es her, dass die Verbraucherzentrale aufdeckte, dass für die Basiskonten, die Banken und Sparkassen seit Mitte Juni anbieten müssen, oft überzogene Gebühren anfallen. Sechs Institute wurden Ende September vom Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) deshalb abgemahnt, weil die von ihnen angebotenen Basiskonten teilweise teurer waren als herkömmliche Girokonten. Die Institute wurden zur Abgabe einer Unterlassungserklärung aufgefordert. Sollten sie dem nicht nachkommen, würden die Verbraucherschützer rechtliche Schritte einleiten. Das „Handelsblatt“ hat nun überprüft, ob die Geldhäuser bereits reagiert haben.

Basiskonten nach wie vor oft teuer

Viel getan hat sich bei der Preisgestaltung für die Basiskonten in den vergangenen vier Wochen demnach offenbar nicht. Die abgemahnte Deutsche Bank zeigte sich auf Nachfrage des Blattes stur und sieht keine Veranlassung, die monatliche Gebühr für das Jedermann-Konto von 8,99 Euro zu senken. Diese Gebühr befände sich innerhalb des Rahmens der Gebühren für andere Kontomodelle und entspräche damit den gesetzlichen Vorgaben. Im sogenannten Zahlungskontengesetz (ZKG) ist festgelegt, dass die Gebühren für das Jedermann-Konto sich an den „marktüblichen Entgelten“ orientieren müssen.

Höher Aufwand und größeres Risiko als Legitimation für hohe Gebühren

Die ebenfalls abgemahnte Postbank erklärt die höheren Gebühren für Basiskonten mit dem erhöhten Aufwand, der bei der Eröffnung dieses speziellen Kontos anfällt. So müssten beispielsweise die Legitimationsdokumente von Flüchtlingen aufwändig manuell geprüft werden. Zudem sei das Risiko höher, dass insbesondere obdachlose Kontoinhaber für die Bank nicht erreichbar seien. Auch das erhöhte Risiko, dass ein Jedermann-Konto zur Geldwäsche genutzt wird, lässt sich die Postbank nach eigenen Angaben über die Gebühr bezahlen. Mit 5,90 Euro im Monat kostet ein solches Konto dort zwei Euro mehr als das Standard-Girokonto. Die Targobank, die wegen ihrer Gebühr von 8,95 Euro für das Jedermann-Konto ebenfalls Post vom vzbv erhalten hatte, zeigte sich weniger auskunftsfreudig und erklärte gegenüber dem „Handelsblatt“ nur knapp: „Die Bepreisung halten wir für angemessen, da der Kunde hiermit ein transparentes Komplettangebot ohne versteckte Zusatzkosten erhält.“

Nur zwei Institute reagierten auf Abmahnung wegen Jedermann-Konto

Uneinsichtig bei den Gebühren für die Konten, die gerade sozial schwächeren Menschen wie Obdachlosen und Asylbewerben mehr Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglichen sollen, zeigen sich allerdings nicht nur die privaten Banken. Auch Sparkassen und genossenschaftliche Institute halten weiterhin an ihren nicht selten vergleichsweise hohen Gebühren für Basiskonten fest. Umgehend auf die Abmahnung der Verbraucherschützer reagiert hatte nur die Volksbank Karlsruhe, die die Gebühr für ihr Jedermann-Konto direkt um zwei Euro auf 5,90 senkte. Die ebenfalls abgemahnte genossenschaftliche BB Bank verteidigte ihre Gebühr für Basiskonten zunächst. Hier fielen monatlich zwar nur vier Euro Kontoführungsgebühren an, dafür kostete die Bankkarte 3,50 Euro extra. Nach der Abmahnung ließ das Institut die Gebühren rechtlich prüfen und passte sie dann an die des Standard-Girokontos an. Dies ist gebührenfrei, allerdings muss ein Genossenschaftsanteil in Höhe von 15 Euro erworben werden. 

Quelle: Handelsblatt

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