Bankkunden haben Kontogebühren oft nicht im Blick

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 20.12.2016

Kaum eine Bank kommt derzeit noch ohne neue Gebühren für das Girokonto aus. Die Modelle dabei sind vielfältig – von monatlicher Kontogebühr bis hin zu Gebühren für bestimmte Transaktionen oder den Verkauf von Zusatzleistungen. Viele Bankkunden kommen dabei offenbar nicht mehr mit – nur eine Minderheit informiert sich regelmäßig über die Kosten für ihr Girokonto.

Weniger als ein Drittel der Bankkunden hat offenbar noch einen Überblick über seine Kontogebühren. Eine aktuelle Umfrage des Marktforschungsinstituts Forsa im Auftrag der Verbraucherzentralen zeigte, dass nur 31 Prozent der Befragten die Gebühren, die für ihr Girokonto aufgerufen werden, als transparent empfinden.

Kontogebühren summieren sich schnell auf zweistellige Beträge

Angesichts des Umstands, dass der Großteil der Banken derzeit an der Gebührenschraube dreht, um in der Niedrigzinsphase wirtschaftlich zu bleiben, reagierten die Verbraucherzentralen alarmiert auf diese Erkenntnis. Kontogebühren könnten sich nämlich leicht auf 15 bis 20 Euro pro Monat summieren, erklärte Carmen Friedrich von der Verbraucherzentrale Sachsen der Nachrichtenagentur gegenüber dem „Spiegel“. Einige Institute würden inzwischen für jede einzelne Buchung eine Gebühr verlangen. Neben Kontogebühren sei nicht selten noch ein zusätzliches Entgelt für die Kreditkarte fällig.

Nur gut jeder fünfte Bankkunde informiert sich über Kontogebühren

Dennoch informieren sich der Umfrage zufolge nur 23 Prozent der Bankkunden in regelmäßigen Abständen über etwaige Änderungen bei ihren Kontogebühren. Drei Viertel der Bankkunden gaben an, sie würden sich bei ihrem Geldhaus gut aufgehoben fühlen. Dieses Vertrauen in die Hausbank sorgt offenbar nicht selten dafür, dass Bankkunden Gebühren für Zusatzleistungen zahlen, die sie eigentlich nicht benötigen. „Oft sind Versicherungen damit verbunden, die man dann eventuell doppelt hat, oder Shoppingvorteile, auf die man keinen Wert legt“, zitiert die Nachrichtenagentur AFP Verbraucherschützerin Friedrich. Sie rät Bankkunden, gründlich zu prüfen, welche Leistungen ihres Girokontos ihnen tatsächlich die Kontogebühren wert seien und ob es Einsparpotenzial gebe. So fallen bei Direktbanken meist deutlich geringere Kontogebühren an. Auch kostenlose Girokonten sind hier teilweise noch erhältlich. Häufig sind diese auch hier an einen monatlichen Mindesteingang gekoppelt, der aber vielfach niedriger ausfällt als bei den mittlerweile spärlich gesäten Gratiskonten der Filialbanken. 

Quelle: Epoch Times/AFP

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