Commerzbank-Chef sieht tausende Konkurrenz-Filialen vor dem Aus

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 10.04.2017

Es ist eine Brache in der Krise: Nach Aufregung um die Gebühren zum Geldabheben bei der Hausbank prophezeien Bankexperten weitere Einschränkungen. Kunden müssten sich zukünftig auf steigende Gebühren für Dienstleistungen einstellen. Commerzbank-Chef Martin Zielke prognostiziert nun auch das Massensterben tausender Filialen der Konkurrenz über die nächsten Jahre – Commerzbank-Filialen wähnt er aber sicher.

Es ist vorbei mit der Gratis-Kultur in Geldhäusern. Bereits jetzt ist die Empörung über Gebühren zum Abheben von Geld bei der eigenen Bank groß. Laut Branchenexperten kommen auf Kunden allerdings noch weitere Zahlungen für Dienstleistungen zu. Anhaltendende Niedrigzinsen und die zunehmende Digitalisierung fordern so ihren Tribut. Martin Zielke, Chef der Commerzbank, sagte das Ende für tausende Filialen im Laufe der nächsten Jahre voraus.

Schluss mit Kostenloskultur

In den vergangenen zwanzig Jahren hat sich die Zahl der Bankfilialen auf 34.000 halbiert. Auf dem deutschen Bankentag in Berlin spricht Michael Kemmer, Hauptgeschäftsführer des Bankenverbandes, deutliche Worte für die Zukunft. Die Zeiten der Kostenloskultur seien vorbei.

Natürlich hätten die Niedrigzinsen eine große Mitschuld, doch seien die europäische Preise für Bankprodukte, beispielsweise vergleichen mit den USA, ohnehin niedrig. Der Tenor: zu viele Banken und Mitarbeiter bei zu wenig Ertrag und hohen Kosten.

Laut des Bankverbandes müsse sich einiges ändern, damit die europäischen Banken auch in Zukunft wettbewerbsfähig blieben. Für Hans-Walter Peters, den Präsident des Bundesverbandes deutscher Banken, ist der Weg klar. Da die Ertragslage weiter unbefriedigend sei, müssten neue Ertragsfelder her, ebenso wie digitale Geschäftsmodelle.

Bundesbank-Präsident Jens Weidmann forderte die Banken auf, Geschäftsmodelle gründlich zu prüfen. Niedrige Zinsen seien eine Belastung, doch lägen die Probleme in der eigentlichen Struktur und hätten sich bereits vor der Niedrigzinskultur gezeigt.

Tausende Filialen überflüssig?

Martin Zielke, Chef der Commerzbank, formulierte die Zukunftsprognose drastisch. Innerhalb der nächsten Jahre würde es zum Massensterben von Filialen kommen. Von den mehr als 34.000 Filialen in der Republik betrachte er mit 14.000 fast die Hälfte als überflüssig.

Für die Commerzbank sähe die Zukunft hingegen rosiger aus. Die 1000 Filialen der Nummer zwei auf dem deutschen Bankenmarkt würden wirtschaftlich erfolgreich geführt. Mit einem Werbespot verteilt die Commerzbank Seitenhiebe an andere Geldinstitute. Die Botschaft: „Immer mehr Banken schließen Filialen. Aber wir bleiben an Ihrer Seite.“

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Quellen: Focus, Welt

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