Münzgeld einzahlen oft nicht kostenlos möglich

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 13.11.2016

Mit dem Sparschwein zur Bank und Münzgeld einzahlen – viele Verbraucher tun das regelmäßig, um das Ersparte auf ihr Konto oder Sparbuch zu übertragen und Platz für den Münzüberschuss aus dem Portemonnaie zu schaffen. Für die Banken entstehen durch das Kleingeld aber oft hohe Kosten, die viele auf die eine oder andere Weise an ihre Kunden weitergeben.

Wer Münzgeld einzahlen möchte, muss dafür unter Umständen auch bei seiner Hausbank Gebühren zahlen. Wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) berichtet, sind die Konditionen der einzelnen Geldinstitute für diese Dienstleistung sehr unterschiedlich.

Münzgeld einzahlen: Unterschiedliche Konditionen

Die „FAZ“ verweist auf den Fall eines Vaters, der das Geld aus der Spardose seiner Tochter auf das Sparbuch des Kindes einzahlen wollte. Bei der Sparkasse wurde ihm allerdings mitgeteilt, dass die Einzahlung von Kleingeld nur auf ein Girokonto möglich sei. Wer mehr als 100 Euro in Form von Kleingeld einzahlen will, muss laut einem Sparkassensprecher auch Gebühren von mindestens 15 Euro oder drei Prozent des Betrags zahlen. Diese Regelung ist aber nicht einheitlich. Wie der Deutsche Sparkassen- und Giroverband auf Anfrage der „FAZ“ mitteilte, könne jede Sparkasse selbst entscheiden, ob sie Gebühren erhebt, wenn Kunden Münzgeld einzahlen. Bei der Deutschen Bank können Kunden größere Mengen Münzgeld gerollt oder in sogenannten Safebags abgeben. Für Privatkunden ist dies kostenlos, Firmen müssen dagegen Gebühren zahlen. Auch bei der Commerzbank können Privatkunden Kleingeld gebührenfrei einzahlen.

Kleingeld verursacht Kosten für die Banken

Wie der Sparkassenverband mitteilt, ist ein Grund für die Gebühren eine EU-Verordnung, die seit Anfang 2015 gilt. Sie schreibt vor, dass auch Hartgeld von den Kreditinstituten auf Echtheit überprüft werden muss, bevor es wieder in Umlauf kommt. Die Banken und Sparkassen mussten zu diesem Zweck neue Zählmaschinen anschaffen, die laut dem Sprecher oft mehrere hunderttausend Euro kosten. Der Verband kritisiert diese Vorschrift, da ohnehin nur wenige gefälschte Münzen im Umlauf seien. Generell könnten im Zusammenhang mit Bargeld bald immer mehr Gebühren erhoben werden: Erst kürzlich prognostizierte ein Finanzexperte, dass eine gebührenfreie Versorgung mit Bargeld bald die Ausnahme sein könnte.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung

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