Schweizer Banken suchen Erben von alten Konten

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 27.12.2015

Schweizer Banken haben eine Liste von Kunden veröffentlicht, zu denen 60 Jahre lang kein Kontakt mehr bestand. Mit dieser Maßnahme sollen potenzielle Erben erreicht werden, die Ansprüche erheben können. Falls dies nicht innerhalb eines Jahres geschieht, gehen Guthaben an den Schweizer Staat über.

Schweizer Banken versuchen mit einer Namensliste ein letztes Mal, die Erben von alten Konten zu ermitteln. Wie die „Welt“ berichtet, sind sie durch ein neues Gesetz dazu verpflichtet. Wenn sich kein Anspruchsberechtigter finden lässt, fließt das Geld an den Staat.

Schweizer Banken horten 41 Millionen Euro nachrichtenloses Vermögen

Falls die Vorfahren zum Beispiel ein Bankschließfach oder ein Girokonto in der Schweiz hatten, von dem die Erben nichts wussten, gibt es für letztere jetzt Auskunftsmöglichkeiten: Im Internet haben Schweizer Banken eine Liste mit rund 2.600 Kunden veröffentlicht, die sich seit mindestens 60 Jahren nicht mehr gemeldet haben. Insgesamt liegen auf Konten und in Schließfächern sogenannte „nachrichtenlose Vermögen“ in einer Höhe von 44 Millionen Schweizer Franken. Das entspricht rund 41 Millionen Euro. Bei der Veröffentlichung der Namen handelt es sich um den letzten Kontaktversuch der Banken. Wenn sich nicht innerhalb eines Jahres anspruchsberechtigte Erben melden, geht das Guthaben der betreffenden Konten an den Schweizer Staat. Hintergrund ist ein Gesetz, das seit diesem Jahr gilt. Demnach wird in Zukunft alljährlich ein neuer Jahrgang hinzukommen, bei dem die Frist von 60 Jahren erreicht ist.

Erben können Antrag stellen

Auf der veröffentlichten Liste finden sich die Namen, Geburtsdaten, Staatsangehörigkeiten und letzten bekannten Wohnsitze der Kunden, sofern diese Daten der Bank vorliegen. Wer einen Vorfahren identifiziert hat, kann direkt ein Antragsformular ausfüllen. Er muss sich ausweisen und Dokumente einreichen, die seine Ansprüche belegen. Falls auf einem Konto Schwarzgeld liegt, müssen die Erben sich keine Sorgen machen, strafrechtlich belangt zu werden. Schließlich ist durch die lange Ruhezeit nachgewiesen, dass sie nichts von dem Konto wussten und selbst nichts mit dem Steuerbetrug zu tun haben.

Potenzielle Erben müssen allerdings nicht zwingend 60 Jahre warten: Bei der Vermutung, dass Vermögenswerte von Vorfahren bei Schweizer Banken liegen, kann jederzeit der Schweizerische Bankenombudsmann eingeschaltet werden. Er hat Zugriff auf eine zentrale Datenbank, die alle kontakt- und nachrichtenlosen Vermögenswerte umfasst. 

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