Sparkassen bitten Kunden an EC-Automaten jetzt zur Kasse

Zuletzt aktualisiert am 31.03.2017

Die Zeit des kostenlosen Geldabhebens ist für viele Sparkassenkunden jetzt vorbei: Insgesamt 43 der circa 400 Geldinstitute haben unterschiedlich gestaffelte Gebühren für die Benutzung ihrer Geldautomaten sowie das Abheben am Schalter eingeführt. Nachdem gerade die Sparkassen jahrelang mit ihrem umfangreichen Netzwerk zum kostenlosen Geldabheben gewoben haben, stellt die neue Regelung eine bedeutende Wende dar, die eine Reaktion auf die Niedrigzinssituation ist.

Was vorher nur beim Geldabheben an Automaten fremder Geldinstitute galt, wird für Sparkassenkunden nun zur Regel: Wer Bargeld an einem der 25.000 Geldautomaten bekommen möchte, muss dafür bei 43 von 400 Sparkassen Gebühren zahlen.

Diese Neuregelung ist besonders erstaunlich, da die Sparkassen ihr breit ausgebautes EC-Automaten-Netzwerk immer als besonderes Service-Plus herausgestellt haben. Wie alle anderen Banken muss aber nun auch die Sparkasse auf die anhaltende Niedrigzinslage reagieren.

Gebühren ab zweiter, fünfter oder ersten Abhebung fällig

Die genaue Berechnungspraxis variiert dabei von Sparkasse zu Sparkasse und ist auch vom Girokonto-Vertrag abhängig:

  • 20 der Institute berechnen tatsächlich bei jedem Geldabheben eine Gebühr, die sich auf bis zu einen Euro belaufen kann.
  • Die weiteren 23 handhaben es etwas anders: Hier haben die Kunden ein gewisses Kontingent an Abhebevorgängen frei, bevor ihnen der Service berechnet wird. Bei manchen Sparkassen ist das bereits nach zwei Abhebungen der Fall, bei anderen nach fünf.

Sollte die neue Regelung bei allen Sparkassen eingeführt werden, sind insgesamt 25.000 Geldautomaten und damit der größte Teil der deutschen EC-Automaten betroffen. Das könnte die vieldiskutierte Abkehr von der Zahlung mit Bargeld beschleunigen.

Geldinstitute suchen neue Einnahmequellen

Doch die Sparkassen sind nicht die einzigen Banken, die auf neuen Wegen versuchen, mehr Geld für verschiedene Serviceleistungen zu erwirtschaften. Während einige Banken ihre Kontoführungsgebühren erhöhen und so versuchen, die lange befürchteten Strafzinsen für Privatkonten zu vermeiden, haben einige Sparkassen diese bereits eingeführt.

Das Kernproblem für die Anlagekrise der Banken ist dabei die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank. Um die Inflation anzukurbeln, lastet sie den Banken Negativzinsen an, wenn sie über Nacht Geld dort lagern wollen. So werden große Spareinlagen der Kunden zum Kostenfaktor, der an anderer Stelle ausgeglichen werden muss.

Kunden haben da nur die Möglichkeit, die Bank oder zumindest das Konto zu wechseln, um bessere Konditionen zu erhalten. Auch die Beschaffung einer Kreditkarte kann sich lohnen. Hier gibt es viele Varianten ohne Monatsgebühr, mit denen weiterhin kostenlos Geld abgehoben werden kann – selbst im Ausland.

Quellen: Focus.de, Morgenpost.de, Faz.net

Spartipps und News:

Newsletter abonnieren & gratis PDF erhalten

Durch die Nutzung von FinanceScout24 stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.