Teure Basiskonten: Verbraucherzentrale mahnt ab

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 26.09.2016

Basiskonten sollen insbesondere Obdachlosen und Flüchtlingen die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben erleichtern und für eine bessere Integration sorgen. Inzwischen sind Banken und Sparkassen verpflichtet, ein solches Jedermann-Konto anzubieten. Einige von ihnen verlangen dafür allerdings hohe Gebühren. Das hat nun die Verbraucherzentrale auf den Plan gerufen.

Seit dem 19. Juni haben Verbraucher in der EU einen gesetzlichen Anspruch auf ein Girokonto auf Guthabenbasis, das sogenannte Basiskonto. Die Regelung im Rahmen des Zahlungskontengesetzes (ZKG) sollte es vor allem Obdachlosen und Flüchtlingen erleichtern, ein Konto zu eröffnen. Doch ausgerechnet für diese Konten für Verbraucher mit wenig Geld erheben die Banken oft hohe Gebühren. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hat nun sechs Institute wegen auffällig hoher Gebühren für das Jedermann-Konto abgemahnt.

Grundpreis für Basiskonten oft höher als für herkömmliche Girokonten

Post von den Verbraucherschützern erhielten die Deutsche Bank, die Targobank, die Postbank, die BBBank, die Sparkasse Holstein und  die Volksbank Karlsruhe. Sie wurden aufgefordert, eine strafbewehrte Unterlassungserklärung abzugeben, um eine Klage zu vermeiden. „Basiskonten sollten vor allem Verbrauchern, die wenig Geld haben, den Zugang zu bargeldlosem Zahlungsverkehr ermöglichen“, so Christina Buchmüller, Finanzmarktreferentin beim vzbv. „Dieser Zweck wird unterlaufen, wenn Verbraucher gerade für Basiskonten mehr zahlen müssen als andere Kunden für vergleichbare Konten.“ So würden einige der abgemahnten Institute für ihr Jedermann-Konto einen deutlich höheren Grundpreis verlangen als für herkömmliche Girokonten. Bei anderen fielen zusätzliche Kosten für Einzelposten wie Überweisungen oder Kontoauszüge an.

Verbraucherzentrale: Preisgestaltung der Kreditinstitute nicht gesetzeskonform

Dieses Vorgehen ist nach Einschätzung des vzbv nicht mit den gesetzlichen Vorschriften für Basiskonten vereinbar. Das Zahlungskontengesetz sieht vor, dass die Entgelte für das Jedermann-Konto „angemessen“ sein müssen. Bei der Preisgestaltung sind laut Gesetz die marktüblichen Entgelte und das Nutzerverhalten zu berücksichtigen. Hier setzt ein weiterer Kritikpunkt der Verbraucherschützer an: Verbraucher, die ihr Basiskonto online führen, zahlen denselben Grundpreis wie diejenigen, die das Filialangebot nutzen.

Volksbank Karlsruhe senkt Gebühren für Jedermann-Konto

Nach Informationen des „Handelsblatts“ hat die Volksbank Karlsruhe bereits reagiert und den monatlichen Grundpreis ihres Basiskontos von 7,90 Euro auf 5,90 Euro gesenkt. Die anderen angemahnten Institute zeigen sich weniger einsichtig. So erklärte beispielsweise die Targobank, bei der das Jedermann-Konto monatlich 8,95 Euro kostet, auf Anfrage der Zeitung: „Die Bepreisung halten wir für angemessen, da der Kunde hiermit ein transparentes Komplettangebot ohne versteckte Zusatzkosten erhält.“

Quellen: Verbraucherzentrale Bundesverband, Handelsblatt

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