Kreditauskunft

Autor: FinanceScout24 - Zuletzt aktualisiert am 02.12.2016

Bei einer Kreditauskunft wird die Kreditwürdigkeit eines potenziellen Vertragspartners überprüft, also zum Beispiel bei einer Kreditanfrage oder einer Kontoeröffnung. Sie kann bei Auskunfteien wie der SCHUFA oder bei der Hausbank der potenziellen Kunden eingeholt werden. Auch zwischen Firmen sind Kreditauskünfte vor gemeinsamen Geschäften üblich.

Eine Kreditauskunft oder auch Bonitätsprüfung bedeutet, dass ein Kreditinstitut Auskünfte einholt, um die Kreditwürdigkeit des potenziellen Vertragspartners zu überprüfen. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn Sie einen Kredit beantragen möchten. Dann ist es für die Bank wichtig, zu wissen, wie es um Ihre Bonität steht und ob Sie in der Vergangenheit bereits Probleme hatten, einen Kredit zurückzuzahlen.

Die Vereinbarung einer Ratenzahlung ist ebenfalls eine Kreditaufnahme, also wird auch hier eine Bonitätsprüfung vorgenommen. Wenn Sie bestimmte Versicherungen abschließen möchten, wird der Versicherer unter Umständen ebenfalls eine Kreditauskunft einholen. Aber auch bei der Anmietung einer neuen Wohnung verlangt der Vermieter oft eine Kreditauskunft von Ihnen. Er möchte einschätzen können, ob Sie langfristig in der Lage sind, die Miete aufzubringen.

Die Kreditauskunft ist also mittlerweile bei vielen Geschäften und Vertragsabschlüssen Standard und wird nicht nur eingefordert, wenn es um besonders hohe Summen und große Risiken geht.

Auch vor Vertragsabschlüssen zwischen Firmen werden Kreditauskünfte eingeholt, damit die Vertragspartner ihr unternehmerisches Risiko minimieren können. Im Auslandsgeschäft kommt es ebenfalls häufig zu Kreditauskünften.

Kredit: So einfach geht´s

 

Konditionen vergleichen und Wunschkredit auswählen.

Daten eingeben. Unverbindliches Kreditangebot erhalten (schufaneutral).

Unterlagen unterschreiben und an die Bank senden (Postident-Verfahren).

Bank prüft die Kreditunterlagen. Kreditauszahlung.

 

Formen der Kreditauskunft

Die bekannteste Auskunftei in Deutschland ist die SCHUFA (kurz für: Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung), es gibt aber auch einige weitere Unternehmen, bei denen eine Kreditauskunft eingeholt werden kann. Diese Unternehmen sammeln Daten über Verträge, Finanzierungen, Insolvenzen und Mahnverfahren und informieren andere Unternehmen auf Anfrage über die Bonität ihrer potenziellen Kunden.

Jede Auskunftei berechnet einen Score für die einzelnen Personen, mit dem sich ihre Bonität einstufen lässt. Der SCHUFA-Score liegt zum Beispiel zwischen Null und Hundert, wobei ein hoher Scorewert eine hohe Kreditwürdigkeit bedeutet. Es ist nicht bekannt, wie die Auskunfteien die Scores genau berechnen.

Auskunft bei Kreditinstituten

Wenn Sie zum Beispiel einen Kredit aufnehmen möchten und bei einer Bank anfragen, kann diese sich an Ihre Hausbank wenden und Informationen über Sie einholen. Dieses Verfahren wird als Bankauskunft bezeichnet. Eine solche Auskunft erfolgt über einen standardisierten Bogen, auf dem die Bank bestimmte Punkte ankreuzen kann. Zum Beispiel wird die Dauer der Geschäftsbeziehung angegeben und Ihre Vertrauenswürdigkeit bewertet. Außerdem finden sich in der Bankauskunft Angaben darüber, ob Sie Ihren Zahlungsverpflichtungen nachkommen und ob Ihnen bereits ein Kredit gewährt wurde und wie dieser zurückgezahlt wurde.

Für die Bankauskunft ist Ihr Einverständnis nötig, das Sie selbstverständlich auch verweigern können. Dies ist allerdings nicht empfehlenswert, da Ihnen dann direkt eine negative Bonität unterstellt wird und Ihre Kreditanfrage wahrscheinlich abgelehnt wird.

Funktionsweise der Kreditauskunft

Die Auskunfteien sammeln Informationen, die ihnen von ihren Vertragspartnern zur Verfügung gestellt werden. Das sind zum Beispiel Geldinstitute, Versicherungsunternehmen, Versandhändler und Telekommunikationsanbieter. Wenn Sie ein Girokonto eröffnen, ein Auto leasen oder einen Kredit aufnehmen wollen, unterzeichnen Sie mit dem Vertrag oft auch die sogenannte „SCHUFA-Klausel“.

Mit der Unterzeichnung willigen Sie ein, dass Ihre Daten im Zusammenhang mit diesem Vorgang an die SCHUFA übermittelt werden. Auch bei Versandhändlern befindet sich meist eine SCHUFA-Klausel in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen, sodass auch die Daten aus Bestellvorgängen dort übermittelt werden dürfen.

Gut zu wissen:Der SCHUFA-Klausel muss nicht zugestimmt werden

Sie müssen der SCHUFA-Klausel nicht zustimmen, sondern können sie aus dem Vertrag streichen, wenn Sie der Datenübermittlung nicht zustimmen möchten. Allerdings müssen Sie dann damit rechnen, dass zum Beispiel der Kredit Ihnen nicht gewährt wird oder dass Sie bei dem eröffneten Girokonto Einschränkungen hinnehmen müssen (kein Dispokredit, keine EC-Karte oder ähnliches).

Die übermittelten Daten liefern ein umfangreiches Abbild Ihres Zahlungsverhaltens. Bei manchen Auskunfteien hat auch die jeweilige Wohngegend einen Einfluss auf den Score, es ist allerdings nicht bekannt, in welchem Umfang sie sich auswirkt.

Aus den Informationen wird bei der SCHUFA nicht nur ein allgemeiner Basisscore berechnet, sondern auch Scores für unterschiedliche Branchen wie Banken, Telekommunikation und Versandhandel. Auch manche anderen Auskunfteien berechnen branchenspezifische Scores, die eine genauere Einordnung ermöglichen.

Ablauf

Grundsätzlich ist wichtig, dass in der Regel nur Vertragspartner der Auskunfteien eine Auskunft einholen dürfen. Privatpersonen dürfen lediglich Auskünfte über sich selbst verlangen. Deswegen kann ein privater Vermieter, bei dem Sie eine Wohnung mieten wollen, keine Auskunft über Sie einholen und verlangt deshalb eine Selbstauskunft von Ihnen. Die Vertragspartner müssen außerdem ein berechtigtes Interesse aufweisen, um Auskünfte einholen zu können. Das liegt vor, wenn ein Unternehmen in Vorleistung geht und dadurch ein wirtschaftliches Risiko eingeht, also zum Beispiel wenn es Ihnen einen Ratenkredit in Form von Ratenzahlung gewährt.

Wenn Sie einen Kredit aufnehmen wollen, wird die Bonitätsprüfung sehr umfangreich ausfallen, wahrscheinlich werden Informationen bei mehreren Auskunfteien sowie eine Bankauskunft bei Ihrer Hausbank eingeholt. Wenn Sie einen Mobilfunkvertrag abschließen, wird dagegen vermutlich nur bei einer Auskunftei angefragt.

Solange es sich nicht um eine Selbstauskunft handelt, brauchen Sie nichts weiter zu unternehmen, nachdem Sie der entsprechenden Klausel zugestimmt haben. Das jeweilige Unternehmen wird eine Kreditauskunft über Sie einholen und Ihnen anschließend mitteilen, wie seine Entscheidung zu Ihrer Anfrage ausgefallen ist.

Tipp:Kreditwürdigkeit mit eigenen Mitteln verbessern

Werden Sie von einem Unternehmen oder einem Kreditinstitut aufgrund einer negativen Kreditauskunft als Kunde abgelehnt, sollten Sie Ihre Kreditwürdigkeit verbessern. Dies lässt sich über einige einfache Maßnahmen erreichen. Mehr darüber erfahren Sie im FinanceScout24-Ratgeber 7 Tipps zur Verbesserung der Kreditwürdigkeit.

Wissenswertes

Grundsätzlich können Verbraucher jederzeit bei der SCHUFA-Auskunft zu den über sie vorhandenen Daten anfordern. Einmal pro Jahr ist das laut § 34 des Bundesdatenschutzgesetzes sogar kostenlos möglich. Dazu stellen Sie einen schriftlichen Antrag bei der SCHUFA und erhalten eine Übersicht der über Sie gesammelten Informationen. Diese Datenübersicht ist allerdings nur für Sie bestimmt und sollte sonst niemandem vorgelegt werden. Sie enthält nämlich persönliche Daten, die nur Sie selbst kennen sollten, zum Beispiel zu Bankverbindungen und Kreditkarten.

Wenn Sie dagegen eine Bonitätsauskunft benötigen, um sie zum Beispiel einem zukünftigen Vermieter oder Arbeitgeber vorzulegen, müssen Sie dafür 24,95 Euro (Stand: Dezember 2015) bezahlen. Diese Bonitätsauskunft ist weniger umfangreich als die Datenübersicht und enthält keine vertraulichen Daten.

Gut zu wissen:Falsche Einträge korrigieren lassen

Wenn Ihnen Einträge auffallen, die eindeutig falsch sind, sollten Sie die SCHUFA darauf hinweisen und die Löschung verlangen. Das tun Sie mit einem Brief, dem Sie auch Beweisdokumente beilegen.

Gibt es auch Möglichkeiten Kredite ohne eine vorherige Kreditauskunft zu erhalten?

Beim Kredit ohne SCHUFA erfolgt keine Kreditauskunft und auch keine Übermittlung der Daten zum Kredit an die SCHUFA oder andere Auskunfteien. Allerdings sind dort die Zinsen höher, die Laufzeiten oft kürzer und Sie sollten besonders vorsichtig sein, um nicht auf unseriöse Anbieter hereinzufallen. Sicherheiten und ein regelmäßiges und relativ hohes gesichertes Einkommen verbessern die Konditionen.

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Unterscheidet sich die Kreditauskunft bei Privatpersonen und bei Firmen?

Auch über Firmen können bei Auskunfteien Informationen zu ihrer Bonität eingeholt werden. Dabei werden unter anderem Rechtsform, Bilanzen, Geschäftspartner und Insolvenzinformationen aufgelistet. Wie bei der Kreditauskunft über Privatpersonen kann eine solche Bonitätsprüfung unterschiedlich umfangreich ausfallen. Die Firma wird je nach ihrem Risiko entscheiden, welche Informationen die Auskunft über den potenziellen Geschäftspartner beinhalten soll.

Die Kreditauskunft richtig lesen: Was sind positive und negative Einträge?

Über die Bewertung von Einträgen in Auskunfteien herrscht häufig Verwirrung. Ein Eintrag bei einer Auskunftei ist nämlich nicht grundsätzlich negativ zu bewerten. Es werden vielmehr Daten zu verschiedenen Vorgängen gesammelt, zum Beispiel zum Abschluss eines Mobilfunkvertrags, zu einem bestehenden Girokonto oder zu laufenden oder zurückgezahlten Krediten. Diese Einträge werden als positiv bezeichnet, sie sind entweder neutral oder werfen sogar ein gutes Licht auf Sie, weil Sie als kreditwürdig eingestuft wurden oder bereits zuverlässig Kredite zurückgezahlt haben.

Negative Einträge liegen dagegen vor, wenn ein Konto oder ein Kredit durch die Bank gekündigt wurde oder ein Mahnverfahren erfolgt ist. In der Kreditauskunft ist außerdem der Score enthalten, der von der Auskunftei für Sie berechnet wurde. Um diesen richtig zu interpretieren, sollten Sie sich über das System der jeweiligen Auskunftei informieren.

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