Altersvorsorge: Die Deutschen verlieren das Vertrauen

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 20.01.2017

Das Deutsche Institut für Altersvorsorge (DIA) hat am Donnerstag seine jährliche Umfrage zur Stimmung von Bürgern in Deutschland veröffentlicht. Demnach trübt vor allem das Thema Altersvorsorge das Klima unter den Bürgern. Laut Umfrageergebnissen waren die Deutschen letztmalig 2010 so wenig zuversichtlich, was die Alterssicherung angeht. Das DIA geht davon aus, dass die dauerhaften Niedrigzinsen sowie eine starke Kritik an der Riester-Rente zu diesem Stimmungstief führen.

Bürger in Deutschland haben verschiedene Möglichkeiten zur Altersvorsorge. Neben der gesetzlichen Rentenversicherung gibt es die betriebliche sowie die private Altersvorsorge. Lange Zeit galt vor allem die gesetzliche Rente als sicher. Sie genoss ein hohes Vertrauen der Bürger. Die aktuellen Umfrageergebnisse des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA) sprechen jedoch eine andere Sprache. Das DIA hatte bereits im letzten Quartal 2015 Bürger zur Stimmung in Bezug auf Renten und Vorsorge befragt. Damals lagen die Werte schon niedrig. 2016 erfolgte nochmals ein Stimmungsrückgang. So befürchten 2016 mehr als drei Viertel der Befragten, dass sie ihren bisherigen Lebensstandard im Alter nicht mehr halten können. Im Jahr zuvor lag die Quote noch bei 69 Prozent.

Stimmung hat keine Konsequenzen auf Vorsorgebereitschaft

Die Deutschen sind laut Jahresbericht 2016 des DIA zwar negativ gegenüber der Altersvorsorge eingestimmt, doch sie ziehen offensichtlich keine Konsequenzen aus der trüben Aussicht. Rund 27 Prozent der Befragten davon aus, dass sie nur ungenügend für das Alter vorsorgen. Diese Personengruppe möchte in den kommenden zwölf Monaten mehr für die Altersabsicherung tun.

Mit 43 Prozent ist die Gruppe jedoch größer, die keine Vorsorge betreibt und auch im laufenden Jahr keine entsprechenden Vorkehrungen treffen wird. Das DIA gibt an, dass der sogenannte „Vorsorge-Index“ auf 101 Punkte fällt. Das ist der niedrigste Wert seit 2009. Dieser Index zeigt auf, in welchem Maße Verbraucher sich um ihre Altersvorsorge kümmern.

Ein Grund in privater Altersvorsorge gefunden

Das Deutsche Institut für Altersvorsorge sieht vor allem die anhaltende Kritik an der Riester-Rente als einen möglichen Grund für die schlechte Stimmung der Deutschen. Zugleich wird auch die Niedrigzinsphase als mögliche Ursache für die Stimmungsverschlechterung gesehen. Denn durch die niedrigen Zinsen auf die Geldanlage sinkt die Aussicht auf ein ausreichendes Einkommen im Alter.

Für seine Studie befragte das DIA im Dezember 2016 knapp 1.000 Deutsche zwischen 18 und 65 Jahren. Ausgeschlossen wurden Schüler, Studenten, Azubis sowie Rentner. Das DIA ist ein privates Unternehmen, das von Marktteilnehmern aus der Finanzwirtschaft getragen wird.

Quellen: finanzen.net, t-online.de, Deutsches Institut für Altersvorsorge

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