Junge Deutsche in Finanzfragen nicht immer digital

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 31.12.2016

Die sogenannte Generation Y gilt als erste Generation der Digital Natives. Wenn es allerdings um Finanzfragen geht, sind junge Deutsche zwischen 18 und 35 nicht in allen Belangen so digital unterwegs, wie es vielfach von ihnen erwartet wird. Das gilt insbesondere beim Bezahlen. Ihr Finanzwissen ist allerdings erstaunlich gut.

Von wegen digital ist besser: Auch die Generation Y hält am Bargeld fest. Zum Thema Finanzfragen hat die FOM Hochschule eine Untersuchung unter 500 jungen Deutschen zwischen 18 und 35 Jahren durchgeführt. Das Ergebnis: Bargeld ist in dieser Altersgruppe zwar nicht mehr das beliebteste Zahlungsmittel, sondern mit einem Anteil von 51 Prozent die Kreditkarte. Dennoch ist die durch Internet und Smartphone geprägte Generation beim Bezahlen eher konventionell: Auf Platz zwei der populärsten Zahlungsmethoden folgt mit 48 Prozent nur leicht abgeschlagen das Bargeld. Ähnlich beliebt sind mit je 47 Prozent Zustimmung die Lastschrift vom Girokonto und der Kauf auf Rechnung. Digitale Zahlungsmethoden wie Paypal oder Mobile Payment rangieren auch bei der Generation Y erst dahinter.

Junge Deutsche in Finanzfragen gut gewappnet

Während in jüngster Vergangenheit immer wieder das geringe Finanzwissen junger Deutscher moniert wurde, hielten sich die Studienteilnehmer in Finanzfragen für durchaus gut (41 Prozent) bis sehr gut (20 Prozent) informiert. Diese Selbsteinschätzung konnte einer objektiven Überprüfung durch die Studienautoren in den meisten Fällen auch standhalten. Wenn es um Informationsbeschaffung in Finanzfragen geht, ticken die 18- bis 35-Jährigen dann doch digital. Finanz- und Wirtschaftsmedien verlieren für junge Deutsche zunehmend an Bedeutung, sie informieren sich in erster Linie auf Anbieter-Webseiten über Finanzprodukte (60 Prozent), auch Finanzportale stehen mit 52 Prozent hoch im Kurs.

Geldanlage wird online vorgenommen

Bei der eigentlichen Geldanlage setzen junge Deutsche ebenfalls primär auf das Internet: Rund zwei Drittel kaufen Anlageprodukte online. Den Weg über die Hausbank gehen mit 36 Prozent nur etwa halb so viele. Noch weniger vertrauen sich allerdings einem freien Anlageberater an (14 Prozent). Erfolgreich ist die Generation Y dabei allerdings nur mittelmäßig. Immerhin 57 Prozent gaben an, im vergangenen Jahr eine nominale Rendite von über einem Prozent erzielt zu haben. Abzüglich der Inflationsrate von durchschnittlich 0,8 Prozent bleibt die Realrendite dabei allerdings überschaubar. Überraschend ist das nicht, wenn man sich die Geldanlagen der jungen Deutschen einmal genauer ansieht.

In Finanzfragen Versierte bevorzugen Wertpapiere

Obwohl in Finanzfragen eigentlich gut informiert, nutzten die jungen Deutschen vor allem Tagesgeldkonten für ihre Anlage. Diese bieten zwar maximale Flexibilität, bringen in der anhaltenden Niedrigzinsphase aber nur überschaubare Zinserträge. Dennoch besitzen zwei Drittel ein Tagesgeldkonto. Nahezu die Hälfte der Befragten verfügt allerdings auch über ein Depot mit Aktien und auch Fonds sind bei jungen Deutschen beliebte Anlageprodukte. Vor allem die Befragten, die in Finanzfragen versiert sind, haben offenbar weniger Scheu vor Kapitalmarktprodukten. Sie investieren überdurchschnittlich häufig in Aktien, ETFs und andere Fonds.

Quelle: FOM Hochschule

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