Niedrigzinsphase: Fonds bei Anlegern beliebter

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 16.08.2015

Die Deutschen ziehen langsam doch Konsequenzen aus der Niedrigzinsphase und stecken mehr Geld in Fonds als jemals zuvor. Sogar Aktien werden für Anleger zunehmend zu einer Anlageoption. Auch institutionelle Anleger wie Versicherungen tragen in großem Umfang zu den Kapitalzuflüssen bei Fonds bei.

Allmählich lösen sich die Deutschen von ihrer Vorliebe für festverzinsliche Sparanlagen und investieren verstärkt in Fonds. Auch die weitverbreiteten Vorbehalte gegenüber Aktien scheinen langsam abgebaut zu werden. Dies geht aus der jüngst veröffentlichten Halbjahresbilanz des Branchenverbands BVI hervor.

2015 wird Rekordjahr für Fonds

Danach flossen in Deutschland in der ersten Jahreshälfte 2015 netto 109 Milliarden Euro in Fonds – so viel wie nie zuvor in einem Halbjahr. Ihr erfolgreichstes Jahr bislang hatten Fonds 2000: Damals verzeichnete der BVI einen Kapitalzufluss von 122 Milliarden Euro, allerdings über das gesamte Jahr. Trotz der anhaltenden Niedrigzinsphase und wachsender Unzufriedenheit hatten die Bundesbürger im vergangenen Jahr ihr Geld noch bevorzugt in festverzinsliche Anlageformen wie Tagesgeld und Festgeld gesteckt. Nun scheinen sie sich doch renditeträchtigeren Geldanlagen zu öffnen.

Trotz Niedrigzinsphase weiter Vorbehalte gegenüber Aktien

Gänzlich aufgelöst haben sich die Vorbehalte gegenüber Aktien allerdings noch nicht: In der Gunst von Privatanlegern stehen vor allem Mischfonds ganz oben. Sie verzeichnete im ersten Halbjahr Nettozuflüsse in Höhe von 24 Milliarden Euro. Auf Platz zwei folgen Anleihenfonds mit einem Zuwachs von acht Milliarden Euro, bei reinen Aktienfonds wie beispielsweise ETFs waren es nur sechs Milliarden Euro. Allerdings verdoppelte sich unter den Mischfonds der Anteil von Produkten mit Aktien-Schwerpunkt von 15 Prozent im Vorjahr auf aktuell 30 Prozent.

2,6 Billionen Euro von Fonds verwaltet

Insgesamt lag das von Fonds verwaltete Vermögen in Deutschland zum Ende der ersten Jahreshälfte bei 2,6 Billionen Euro. Ein nicht unerheblicher Teil des Geldes stammt von institutionellen Anlegern, die angesichts der anhaltenden Niedrigzinsphase neue, renditestärkere Anlagemöglichkeiten für Kundengelder erschließen müssen. Knapp 520 Milliarden Euro an Kundenvermögen haben allein Versicherungen in der ersten Jahreshälfte in Fonds angelegt. Pensionskassen und Versorgungswerke lassen 260 Milliarden Euro von Fonds verwalten.

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