Was die Deutschen mit ihren Ersparnissen machen

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 02.03.2018

Studien zufolge setzen die Deutschen auch im Jahr 2017 noch immer auf Tagesgeldkonten und Sparbücher, wenn es um die Geldanlage geht. Dabei sind die Zinsen hierfür auf einem so geringen Niveau wie praktisch nie zuvor. Gleichzeitig boomen die Aktienmärkte, allein im Jahr 2017 konnte beispielsweise der DAX um mehr als zehn Prozent an Wert gewinnen.

Wie das Deutsche Aktieninstitut (DAI) erhoben hat, besaßen im vergangenen Jahr etwa zehn Millionen Menschen Aktien oder Anteile an Aktienfonds. Seit der Finanzkrise (2007) ist das der höchste Stand: Jeder sechste ab 14 Jahre legt demnach indirekt Geld an der Börse an. Im internationalen Vergleich belegt Deutschland so einen der hinteren Plätze – mit klaren Folgen für die Sparer.

Nachhaltige durch New-Economy-Blase verschreckt

„Sie werden in einem Niedrigzinsumfeld kein Einkommen und keinen Ertrag generieren, wenn sie nicht eine gesunde Position Aktien haben“, weiß Tobias Pross, Präsident des Fondsverbandes BVI. Und doch machen Aktien nur rund elf Prozent des Vermögens der Deutschen aus. Auch eine Studie der Allianz kommt zu einem ernüchternden Ergebnis für die Renditen der deutschen Sparer: „Mit Blick auf die letzten fünf Jahre der extremen Geldpolitik bestätigt sich die Vermutung, dass die Vermögensrenditen in Deutschland und Österreich – und auch Portugal – besonders niedrig sind.“

Die Begründung für dieses eigentlich irrationale Verhalten beziehungsweise die Untergewichtung von Wertpapieren liegt insbesondere in den vergangenen Kurseinbrüchen begründet. So investierten viele Deutsche während der New-Economy-Blase Kapital unbedarft und nicht breit genug gestreut. Auch der Absturz der als „Volksaktie“ gerühmten Telekom-Papiere hat einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen.

Aktien trotz Krise rentabel

Die aktuellen Einbrüche bei DAX und Dow Jones scheinen Skeptikern durchaus Recht zu geben – bei oberflächlicher Betrachtung. „Korrektur ja, Crash und Bärenmarkt nein“, so die Einschätzung von Deka-Chefvolkswirt Ulrich Kater zum aktuellen Börsengeschehen. „2018 muss sich der Aktienmarkt an leicht höhere Zinsen gewöhnen. Da diese für die Konjunktur verkraftbar sein werden, sollten sie es für den Aktienmarkt auch sein.“ So sieht die DZ Bank sogar einen idealen Einstiegszeitpunkt für Investitionen und einen Zielwert von 14.000 Punkten beim DAX zum Jahresende.

Quelle: Bild

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